GIRD

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GIRD (russisch Группа изучения реактивного движения; deutsch Gruppe zur Erforschung reaktiver Antriebe) war eine 1931 gegründete Gruppe zur Erforschung von Rückstoßantrieben, wie sie von Konstantin Ziolkowski vorausgesagt wurden.

Bereits in den 1920er Jahren waren Arbeitsgruppen gegründet worden, die sich mit Fragen des Raketenfluges basierend auf Ziolkowskis Studien befassten. Im Juli 1931 wurde in Moskau mit Unterstützung der OSSOAWIACHIM das Büro zur Erforschung reaktiver Antriebe (BIRD) gegründet, aus dem ab November 1931 die GIRD hervorging. Zwei Raketenbüros wurden in Moskau (MosGIRD) und Leningrad (LenGIRD) gegründet. Eines war das Zentralbüro für das Studium der Raketenprobleme (ZBIRP) und das andere die Allunionsgesellschaft zum Studium des interplanetaren Fluges (OIMS). Später entstanden weitere Gruppen in Archangelsk, Baku, Brjansk, Charkow, Nowotscherkassk und Tblissi. Die führenden Köpfe dieser frühen sowjetischen Raketenforschung waren Friedrich Zander, Sergei Koroljow, der Zander 1933 nachfolgte, Jewgeni Pobedonoszew und Michail Tichonrawow. Sie entwickelten in den 1920er und 1930er Jahren flüssigkeitsgetriebene Raketen, und Koroljow wurde später der Chefentwickler im sowjetischen Raumfahrtprogramm.

Die GIRD entwickelte unter anderem die GIRD-09- und GIRD-X-Rakete, welche als erste hybride und Flüssigtreibstoffe nutzten. 1933 gingen die GIRD-Gruppen im Raketenforschungsinstitut RNII (Reaktiwny Nautschno Issledowatjelski Institut) auf.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Peter Stache: Sowjetische Raketen im Dienst von Wissenschaft und Verteidigung. Militärverlag der DDR, Berlin 1987, ISBN 3-327-00302-5.
  •  Peter Stache: Die ersten sowjetischen Flüssigkeitsraketen der GIRD. In: Fliegerkalender der DDR 1985. Militärverlag der DDR, Berlin 1984, S. 75-87.

Weblinks[Bearbeiten]