Generationenprinzip

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Das Generationenprinzip, auch Großvater-Vater-Sohn-Prinzip genannt, stellt in der EDV eine Strategie der Datensicherung dar. Es stellt sicher, dass immer mehrere Sicherungen in verschiedenen zeitlichen Abstufungen (Großvater, Vater, Sohn) vorhanden sind, um verschiedene Versionen für eine mögliche Wiederherstellung zur Verfügung zu haben. Sind die „Sohn“-Daten beschädigt, werden sie aus den „Vater“-Daten wieder erzeugt und die „Vater“-Daten gegebenenfalls aus den „Großvater“-Daten. Das Generationenprinzip ist eines der häufigsten Rotationsschemata, die bei der Sicherung per Bandrotation angewandt werden, bei der Sicherungsbänder nach einem bestimmten Schema wiederverwendet werden.

Grundlegende Vorgehensweise[Bearbeiten]

Das Generationenprinzip ist grundsätzlich nicht an einen bestimmten zeitlichen Rhythmus gebunden, die einfachste Methode besteht allerdings darin, drei Sicherungsgruppen festzulegen – zum Beispiel täglich, wöchentlich und monatlich. In diesem Fall wird täglich eine Sicherung auf ein neues Medium angelegt. Diese Sohn-Medien rotieren jede Woche (das heißt, nach einer Woche wird wieder das erste Sohn-Medium überschrieben), die Vater-Medien, welche jeweils am Ende einer Woche beschrieben werden, rotieren jeden Monat (nach einem Monat wird wieder das erste Vater-Medium überschrieben) und die Großvater-Medien, welche jeweils am Ende eines Monats beschrieben werden, rotieren jedes Jahr (nach einem Jahr wird wieder das erste Großvater-Medium überschrieben).


Bei einer Sicherung im Rahmen einer Fünf-Tage-Woche braucht man also

  • vier Sohn-Medien (Montag-Donnerstag; der Freitag wird auf die Vater-Medien gesichert)
  • vier Vater-Medien (für die ersten vier Freitage eines Monats, der fünfte und letzte Freitag kann auf dem Großvater-Medium gespeichert werden)
  • zwölf Großvater-Medien (für den letzten Tag in jedem Monat)

Es werden keine fünf Freitagsbänder benötigt, denn wenn es fünf Freitage im Monat gibt, ist der fünfte Freitag der letzte Wochentag des Monats. Somit wird ein Großvater-Medium zum Sichern verwendet und KEIN Vater (Freitag) Medium.

Nach diesem Prinzip könnte man stets auf eine Sicherung von

  • jedem der letzten vier Werktage (Sohn-Sicherungen)
  • jedem der letzten vier Freitage (Vater-Sicherungen)
  • jedem der letzten zwölf Monatsenden (Großvater-Sicherungen)

zugreifen.

Sicherungstyp[Bearbeiten]

Das Generationenprinzip ist ebenfalls nicht an einen speziellen Sicherungstyp (vollständig, differenziell, inkrementell) gebunden. Für Informationen zu möglichen Sicherungstypen siehe: Datensicherungsstrategie.

Ausführliches Beispiel[Bearbeiten]

Im nachfolgend beschriebenen Szenario wird die Großvater-Vater-Sohn-Sicherung im Rahmen einer Fünf-Tage-Woche angewandt. Dabei kommen wie oben 20 Speichermedien zum Einsatz: Vier Sohn-Medien (S1-S4), vier Vater-Medien (V1-V4) und zwölf Großvater-Medien (G1-G12). Hierbei wird vorausgesetzt, dass eine Sicherung auf ein solches Medium passt.

Ablauf[Bearbeiten]

Das Szenario beginnt an einem 1. Januar, welches – der Einfachheit halber – ein Montag ist. Zum Nachvollziehen eignet sich ein auf das Jahr 2007 eingestellter Kalender.

1. Woche[Bearbeiten]

Am Montag, 1. Januar, erfolgt die erste Tagessicherung (Sohn) auf das Medium S1. Ebenso verfährt man mit den Medien S2-S4 für die Tage Dienstag bis Donnerstag. Am Freitag, 5. Januar, erfolgt die erste Wochensicherung (Vater) auf das Medium V1.

2. Woche[Bearbeiten]

Am Montag, 8. Januar, erfolgt die Tagessicherung wieder auf das Medium S1, dieses wird also nach einer Woche zum ersten Mal überschrieben. Wie in der ersten Woche erfolgen die Sicherungen für die Tage Dienstag bis Donnerstag auf die Medien S2-S4. Am Freitag, 12. Januar, erfolgt die zweite Wochensicherung auf das Medium V2.

3. und 4. Woche[Bearbeiten]

Wie in den beiden Wochen zuvor erfolgen die Tagessicherungen auf die Medien S1-S4. An den Freitagen erfolgen die dritte und vierte Wochensicherung auf die Medien V3 und V4.

5. Woche[Bearbeiten]

Die Woche beginnt am Montag, 29. Januar, wie gewohnt. Da der Mittwoch, 31. Januar, aber der letzte Tag im Monat ist, wird hier (neben der Tagessicherung auf das Medium S3) die erste Monatssicherung (Großvater) auf das Medium G1 angelegt. Am Donnerstag wird wie sonst auch auf das Medium S4 gesichert. Die Sicherung am Freitag erfolgt wieder auf das erste Vatermedium, V1, welches also nach einem Monat zum ersten Mal überschrieben wird.

2. Monat[Bearbeiten]

Der Februar verläuft analog zum Januar. Jeweils freitags wird eine alte Wochensicherung überschrieben. Am Mittwoch, 28. Februar, erfolgt wieder eine Monatssicherung, diesmal auf das Medium G2.

3. Monat[Bearbeiten]

Die ersten vier Wochensicherungen im März erfolgen analog zum Februar, überschreiben also die Medien V1-V4. Da dieser März fünf Freitage hat, erfolgt am 30. März die Wochen- und gleichzeitig auch Monatssicherung auf das Medium G3 (siehe oben).

4.-12. Monat[Bearbeiten]

Hier erfolgen die Sicherungen analog zu den vorhergehenden Monaten. Am Montag, 31. Dezember, erfolgt die letzte Monatssicherung auf dem noch unbeschriebenen Medium G12.

2. Jahr[Bearbeiten]

Hier wird am Ende des Januars die Monatssicherung wieder auf das Medium G1 gespeichert, dieses wird also nach einem Jahr zum ersten Mal überschrieben. So können also Daten von bis zu einem Jahr zurückgeholt werden.

Siehe auch[Bearbeiten]