George Jackson

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter George Jackson (Begriffsklärung) aufgeführt.

George Jackson (* 23. September 1941; † 21. August 1971) war ein schwarzer Militanter, der im Gefängnis der Black Panther Party beitrat. Er war einer der Soledad-Brüder.

Leben[Bearbeiten]

Jackson war das zweite von fünf Kindern von Lester und Georgia Bea Jackson. Er wurde wegen mehrerer Verbrechen wie bewaffnetem Raubüberfall, Körperverletzung und Einbruch zu Jugendgefängnis verurteilt. Im Alter von 18 Jahren wurde er wegen bewaffneten Raubüberfalls auf eine Tankstelle zu einer Haftstrafe zwischen einem Jahr und lebenslänglich verurteilt. (eine Verurteilung zwischen einem Jahr und lebenslänglich bedeutet, dass eine Entlassung frühestens nach einem Jahr erfolgen kann, die Haftzeit aber auch tatsächlich lebenslänglich sein kann, abhängig vom Verhalten des Verurteilten im Gefängnis)

Während seiner Zeit im San Quentin State Prison beging er weitere Straftaten gegenüber Gefängniswärtern und Mitgefangenen, wodurch sich seine Haftzeit verlängerte. Zusammen mit einem Freund gründete er 1966 die Black Guerilla Family, eine Kriminelle Vereinigung, die auch außerhalb des Gefängnisses tätig war.

Am 13. Januar 1970 wurde er gemeinsam mit Fleeta Drumgo und John Clutchette für den Mord an einem Wärter angeklagt. Jackson wurde im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses in der Stadt Soledad untergebracht. Er und die beiden anderen Inhaftierten wurden als die Soledad Brothers („Soledad Brüder“) bekannt.

Am 7. August 1970 stürmte George Jacksons 17-jähriger Bruder Jonathan mit einer automatischen Waffe und der Absicht, seinen Bruder sowie Fleeta Drumgo und John Clutchette zu befreien, in den Marin County Gerichtssaal. Jonathan Jackson stattete die drei anwesenden Häftlinge James McClain, William Christmas und Ruchell Magee mit Schusswaffen aus. Der Richter Harold Haley und drei Mitglieder der Jury wurden als Geisel genommen. Haley und die Gefangenen William Christmas, James McClain und Jonathan Jackson wurden bei der Flucht vor dem Gerichtsgebäude getötet. [1] Der Fall machte international Schlagzeilen.

Jackson, der 23 Stunden täglich in Isolationshaft saß, studierte politische Ökonomie und schrieb die zwei Bücher Blood in My Eye und Soledad Brother, die Bestseller wurden und ihm weltweite Aufmerksamkeit bescherten.

Am 21. August 1971, drei Tage vor seiner Gerichtsverhandlung, wurde Jackson während eines Fluchtversuchs auf dem Gefängnishof des San Quentin-Gefängnisses niedergeschossen. Bewaffnet mit einer halbautomatischen Astra 9 mm Pistole hatte Jackson mit anderen Häftlingen die Wärter Sergeant Jere Graham, Officer Frank DeLeon und Officer Paul Krasnes getötet. Zwei weitere Wärter, denen die Kehlen durchgeschnitten worden waren, konnten gerettet werden. Auch zwei weiße Häftlinge starben. Sie wurden gefesselt und dann erstochen.

Jacksons Anwalt Stephen Bingham wurde beschuldigt, die Waffe bei einem Gefängnisbesuch am 21. August 1971 ins Gefängnis geschmuggelt zu haben, woraufhin er untertauchte und 13 Jahre unter falschem Namen in Europa lebte. 1984 kehrte er in die USA zurück und wurde 1986 nach einem dreimonatigen Prozess freigesprochen.[2]

Trivia[Bearbeiten]

  • Stanley Williams widmete Jackson posthum sein Buch „Life in Prison“ (dt. „Leben im Gefängnis“). Dies war für Gouverneur Arnold Schwarzenegger unter anderem ein Grund, Williams Begnadigung abzulehnen.[3]
  • Gemäß seines Wunsches wurden zu Jacksons Begräbnis Schusswaffen statt Blumen gebracht.
  • Über Martin Luther Kings Thesen sagte er: „The concept of nonviolence is a false ideal“. (dt. „Das Konzept der Gewaltlosigkeit ist ein falsches Ideal“)[4]
  • Bob Dylan schrieb den Song „George Jackson“ [5] über ihn
  • Auf ihrer CD „African Holocaust“ von 2004 der britischen Reggaeband Steel Pulse handeln die beiden Titel „George Jackson“ und „Uncle George“ von George Jackson.
  • Jackson diente der nach seinem Tod gegründeten George Jackson Brigade, einer Gruppierung die für zahlreichen Bombenanschläge und Banküberfälle verantwortlich war, als Namensgeber.
  • Die Soledad-Brother’s waren Namensgeber für eine gleichnamige 1998 gegründete Blues-Rock-Band.
  • Ein RAF-Kommando, das einen Sprengstoffanschlag auf die Rhein-Main Air Base verübte, bei dem es zwei Tote gab, trug seinen Namen.

Schriften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Liberatore: The Road to Hell: The True Story of George Jackson, Stephen Bingham and the San Quentin Massacre. Atlantic Monthly Press, 1996, ISBN 0871136473.
  • Jo Durden Smith: Who Killed George Jackson? Knopf, 1976, ISBN 0394482913.
  • Gregory Armstrong: The Dragon Has Come. Harper & Row, 1974, ISBN 0060101296.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Ron Jacobs: The Meaning of George Jackson. Counterpunch, 2. August 2003
  2. Joe Allen: The Murder of George Jackson CounterPunch, 2. März 2006
  3. Arnold Schwarzenegger: Statement of Decision - Request for Clemency by Stanley Williams. 12. Dezember 2005, S.4/5
  4. George Jackson: Soledad Brother: The Prison Letters of George Jackson, 1970
  5. Song auf Dylans Seite