George Mathews

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Gouverneur von Georgia George Mathews. Für den Kongressabgeordneten des Dakota-Territoriums siehe George Arthur Mathews.

George Mathews (* 30. August 1739 im Augusta County, Virginia; † 30. August 1812 in Augusta, Georgia) war ein US-amerikanischer Politiker und Gouverneur von Georgia.

Frühe Jahre[Bearbeiten]

Der Sohn einer aus Ulster stammenden Einwanderer-Familie wuchs im Augusta County im damals kolonialen Virginia auf. Der junge Mathews wurde in jener Zeit auf wirtschaftliche, zivile und militärische Aufgaben vorbereitet. Zusammen mit seinem Bruder Sampson gründete er ein Unternehmen, das sich mit Landspekulationen, Hausverkäufen und landwirtschaftlichen Einrichtungen beschäftigte. Die Firma der Brüder war sehr erfolgreich und expandierte schnell. Mit dem Aufstieg der Firma wuchsen auch das Ansehen und der Einfluss von Mathews. Schon bald war er in führenden Positionen des Magistrats vertreten.

Militärische Karriere[Bearbeiten]

Nachdem er bereits vor der amerikanischen Unabhängigkeit einige Einsätze als Freiwilliger der Miliz gegen aufständische Indianer absolviert hatte, schloss er sich bei Ausbruch des Unabhängigkeitskrieges den Streitkräften der Amerikaner an. Zunächst war er Hauptmann der Miliz von Virginia. 1777 wurde er Oberst eines Regiments, das zur Kontinentalarmee von George Washington gehörte. Dieses Regiment wurde bei der Schlacht von Germantown in Pennsylvania vollständig geschlagen. Die meisten Soldaten waren entweder gefallen oder in Gefangenschaft geraten. Unter den Kriegsgefangenen war auch George Mathews. Bis zum Dezember 1781 verblieb er in Gefangenschaft. Nach seiner Freilassung schloss er sich in Georgia und South Carolina wieder der Kontinentalarmee an. Bei dieser Gelegenheit lernte er den Staat Georgia näher kennen und schätzen.

Neuanfang in Georgia[Bearbeiten]

1783 erwarb er im Wilkes County Land, das durch eine Schenkung der Regierung für seine militärischen Dienste noch vergrößert wurde. In seiner Heimat Virginia ermutigte er Freunde und Bekannte zu einer Übersiedlung nach Georgia. Er selbst zog sich aus seinen geschäftlichen Unternehmen in Virginia zurück und konzentrierte sich auf eine Zukunft in Georgia. Er wollte in die Elite der reichen Sklaven haltenden Pflanzer Georgias aufsteigen und politische Karriere machen. Um dieses Ziel zu erreichen, nutzte er seine Kontakte aus der Kriegszeit und aus seiner Zeit als Unternehmer in Virginia. Tatsächlich gelang es ihm sehr bald, seine gesteckten Ziele zu erreichen. Mitte der 1780er Jahre übernahm er erste öffentliche Ämter in seinem Bezirk. 1787 wurde er Mitglied des Parlaments von Georgia und noch im selben Jahr wurde er zum Gouverneur dieses Staates gewählt.

Gouverneur von Georgia[Bearbeiten]

Mathews war zweimal Gouverneur von Georgia. Seine erste Amtszeit von 1787 bis 1788 fiel noch in die Zeit, bevor Georgia offiziell Bundesstaat der USA wurde. Mathews gehörte dem Konvent an, der 1787 die Verfassung der Vereinigten Staaten ratifizierte. Als Gouverneur setzte sich Mathews für größere Rechte der Regierung und des Gouverneurs gegenüber dem Parlament ein. 1788 wurde er ins Repräsentantenhaus des 1. US-Kongresses gewählt. 1791 wurde er nicht im Amt bestätigt; auch ein Versuch, 1792 in den US-Senat gewählt zu werden, blieb erfolglos. Es gelang ihm aber, in Georgia wieder mehr Rückhalt zu finden. 1793 wurde er erneut zum Gouverneur gewählt. Seine zweite Amtszeit währte von 1793 bis 1796. Hauptprobleme dieser Zeit waren Überfälle der Creek-Indianer im Westen des Landes und separatistische Bestrebungen von Elijah Clarke, der mit seinen Anhängern die so genannte Trans-Oconee-Republik gründete. Diese Republik wurde 1794 unter dem Kommando des späteren Gouverneurs Jared Irwin zerschlagen.

Überschattet wurde seine zweite Amtszeit von dem sogenannten Yazoo-Land-Skandal, in den er persönlich verwickelt war. Er und seine Regierung verkauften Grundstücke des so genannten Yazoo-Landes im Westen des Landes. Dabei flossen Bestechungsgelder in die Taschen führender Politiker. Der Gouverneur unterstützte dieses Vorgehen und legalisierte es auch noch durch das Yazoo-Land-Gesetz, das von den Gegnern als illegal angesehen wurde. Als der Skandal publik wurde, war die politische Karriere des Gouverneurs zu Ende. Er fiel in politische Ungnade. James Jackson, ein führender Politiker jener Zeit und US-Senator für Georgia, gab eigens seinen Senatssitz auf, um die Krise in Georgia beizulegen. Mit seiner Hilfe und der Unterstützung des neuen Gouverneurs Jared Irwin wurden alle Landverkäufe rückgängig gemacht und das Yazoo-Land-Gesetz annulliert.

Lebensabend und Tod[Bearbeiten]

Nach den Ereignissen um den Yazoo-Skandal verließ Mathews Georgia und ließ sich im Mississippi-Territorium nieder. Dort heiratete er eine reiche Witwe. 1812 machte sein Name nochmals Schlagzeilen, als er von Präsident James Madison damit beauftragt wurde, eine Rebellion im Osten Floridas gegen die Spanier zu unterstützen. Ziel des Plans war die anschließende Eingliederung Floridas in die USA. Der Plan funktionierte, aber gleichzeitig hatte die Regierung in Washington beschlossen, die Pläne aufzuschieben. Eine Annexion Floridas schien zu diesem Zeitpunkt (wohl auch wegen des gleichzeitig ausgebrochenen Krieges mit England) politisch nicht opportun. Mathews wurde abberufen und war darüber dermaßen verärgert, dass er persönlich nach Washington reisen wollte, um den Präsidenten umzustimmen. Auf dem Weg dorthin erkrankte er aber in Augusta, Georgia. Dort starb er am 30. August 1812.

Er war zunächst mit Anne Polly Paul verheiratet, mit der er acht Kinder hatte. In zweiter Ehe heiratete er während seiner Zeit in Mississippi die Witwe Mary Carpenter.

Literatur[Bearbeiten]

  • Carol Ebel: First Men: Changing Patterns of Leadership on the Virginia and Georgia Frontiers, 1642–1815. Ph.D. Diss., University of Georgia, 1996.
  • G. Melvin Herndon: George Mathews: Frontier Patriot. In: Virginia Magazine of History and Biography. 77 (Juli 1969), 307–328.
  • Rembert W. Patrick: Florida Fiasco: Rampant Rebels on the Georgia-Florida Border, 1810–1815. University of Georgia Press, Athens 1954.

Weblinks[Bearbeiten]