Gnaeus Calpurnius Piso

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Gnaeus Calpurnius Piso († 20 in Rom) war ein römischer Politiker zur Zeit der Kaiser Augustus und Tiberius.

Piso war Konsul im Jahr 7 v. Chr. Zwischen 6 v. Chr. und 9 n. Chr. hatte er das Prokonsulat von Africa inne, und im Jahr 9/10 war er Legat von Hispania citerior. Obwohl er in Spanien sehr in die eigene Tasche gewirtschaftet hatte, wurde Piso im Jahr 17 Statthalter von Syria.[1] Dort hatten er und seine Gattin Munatia Plancina heftige Auseinandersetzungen mit Germanicus, wie Tacitus und Sueton bezeugen.[2] Wegen der Schwierigkeiten mit Germanicus wurde Piso im Jahr 20 angeklagt; vor einer Verurteilung schied er freiwillig aus dem Leben. Sein Name wurde aus den Listen der Arvalbrüder getilgt.

Hauptquelle für den Tod des Germanicus und den Prozess gegen Piso war lange Zeit die Darstellung im 2. und 3. Buch der Annalen des römischen Historikers Tacitus. Vor einigen Jahren wurde in Spanien eine bronzene Inschrift mit dem Senatsbeschluss gefunden, der den Prozess nach Pisos Tod beendete, das Senatus consultum de Gnaeo Pisone patre, das neue Aufschlüsse über den Ablauf des Prozesses ermöglicht.[3]

Der Nachruf Pisos fiel negativ aus, nicht nur wegen des Zusammenstoßes mit Germanicus in Syrien, der zum Hochverrat führte. Seneca erzählt von Gräueltaten, derer sich Piso als Statthalter schuldig gemacht habe.[4] Nach Strabon habe er über die Provinz Africa gespottet, sie sei mit Oasen übersät wie ein Leopard mit Flecken.[5]

Seine Söhne waren Lucius und Marcus Calpurnius Piso.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Werner Eck, Antonio Caballos, Fernando Fernández: Das Senatus consultum de Cn. Pisone patre (= Vestigia. Bd. 48). Beck, München 1996, ISBN 3-406-41400-1.
  •  Cynthia Damon (Hrsg.): The Senatus consultum de Cn. Pisone Patre. Text, translation, discussion (= American Journal of Philology, 120,1, Special issue). Johns Hopkins Univ. Press, Baltimore 1999.
  •  Iris Hofmann-Löbl: Die Calpurnii. Politisches Wirken und familiäre Kontinuität (= Europäische Hochschulschriften. Reihe 3: Geschichte und ihre Hilfswissenschaften, Bd. 705). Peter Lang, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-631-49668-0, S. 234–268 (Zugleich: Diss. phil. Universität Gießen 1994).
  •  Werner Suerbaum: Schwierigkeiten bei der Lektüre des SC de Cn. Pisone patre durch die Zeitgenossen um 20 n. Chr., durch Tacitus und durch heutige Leser. In: Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik. 128, 1999, S. 213–234 (mit Versuch einer kolometrischen Gliederung des Textes, PDF).

Belletristik[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Tacitus, Annalen, 2,34; Sueton, Tiberius, 52,3.
  2. Tacitus, Annalen, 2,55-71, 76-9; 3,12-4 und Sueton, Caligula, 3,3.
  3. AE 1996, 885.
  4. Seneca, De Ira, 1,18,3ff.
  5. Strabon, Geographica, 2,5,33.