Gnesdowo

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Gnezdowo, auch Gnezdovo (russisch Гнёздово) (auch Gnjosdowo) am Oberlauf des Dnjepr, 13 km westlich von Smolensk in Russland ist ein archäologischer Fundplatz aus der Wikingerzeit (800-1050 n. Chr.) und der Entstehungszeit des russischen Staates.

Grabhügel von Gnezdowo

Gnezdovo wird in der Regel mit dem frühen Smolensk identifiziert, das zuerst in der Chronik von Bygone im Jahre 862 erwähnt wird. Die Theorie wird durch die Tatsache bestätigt, dass bei Ausgrabungen in Smolensk keine Schichten gefunden wurden, die vor dem 11. Jahrhundert liegen. Gnezdovo scheint mit der in einer Abhandlung von 948 und 952 von Konstantin VII. Porphyrogennetos mit "Festung Miliniska" benannten Stelle identisch zu sein. In skandinavischen Texten scheint der Name "Sürnes" der Verweis auf den Ort zu sein.

Mehreren Siedlungen liegen in der Nähe. Gnezdowo ist mit einer Gesamtfläche von etwa 200 Hektar der größte russische Komplex archäologischer Stätten aus dieser Zeit (nur Haithabu ist größer). Das bedeutende Handels- und Handwerkszentrum auf dem Handelsweg, der den Norden und Süden Europas verband, erreichte seinen Höhepunkt im 10. Jahrhundert.

Das Gräberfeld von Gnezdowo bestand einst aus etwa 3500 bis 4000 Grabhügeln, von denen über 1000 ab 1874 untersucht wurden.

Der Gnezdowo-Hort wurde 1993 von Archäologen entdeckt. Ein nordischer Maskenanhänger aus Zinn wurde hier gefunden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eduard Mühle: Gnezdovo. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Bd. 12, de Gruyter, Berlin, New YOrk 1998, S. 250-254.
  • Rafael S. Minasyan: Ladoga und Gnesdowo. In: Die Wikinger. Edition Minerva, München 2008, S. 190-203.

Weblinks[Bearbeiten]

54.76666731.783333Koordinaten: 54° 46′ 0″ N, 31° 47′ 0″ O