Gunnar Prokop

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Gunnar Prokop (2011)

Gunnar Prokop (* 11. Juli 1940 in St. Pölten) ist ein österreichischer Handballtrainer.

Leben[Bearbeiten]

Seine Karriere begann er bei den Olympischen Spielen 1964 als Trainer der Leichtathletin Liese Sykora, die er später heiratete. Es gelang ihm, die von ihm betreuten Leichtathletinnen zu internationalen Spitzenleistungen zu führen. Einige der damals aufgestellten Rekorde haben Jahrzehnte überdauert. 1972 wechselte er zum Damen-Handball und war Mitbegründer des erfolgreichen Klubs Hypo Niederösterreich, dessen Manager er bis zum Jahr 2010 war.[1] Zwischen 1977 und 2010 wurde Hypo Niederösterreich durchgehend österreichischer Meister.

In den 1980er-Jahren baute Gunnar Prokop ein immer besseres Damenteam auf und erreichte mit Hypo Niederösterreich 1987 erstmals ein Europacup-Endspiel. Bis heute hat der Verein die EHF Champions League achtmal gewonnen. Anlässlich der Gala zum zehnjährigen Jubiläum der Gründung der EHF wurde er zum Coach of the Century gekürt. Im April 2007 wurde Gunnar Prokop vom Land Niederösterreich für sein Lebenswerk geehrt.

Seine Frau, Liese Prokop, wechselte nach Ende ihrer sportlichen Karriere in die Politik und war von 2004 bis zu ihrem Tod 2006 österreichische Innenministerin. Seine 1966 geborene Tochter Karin war von 1977 bis 1995 als Handballspielerin aktiv.[2]

Prokop gilt als impulsiv und fiel in Interviews oft durch frauenfeindliche Äußerungen auf.[3] Er hat zudem oft Konflikte mit Schiedsrichtern. Am 29. Oktober 2009 beging Prokop bei einem EHF Champions League-Spiel seines Clubs gegen Metz Handball kurz vor Schluss von der Trainerbank aus ein Foul an der Metz-Spielerin Svetlana Ognjenović. Das Spiel stand unentschieden, Prokop rempelte die Serbin und unterband damit den Gegenstoß.[4] In einer Presseaussendung entschuldigte sich Gunnar Prokop für sein Fehlverhalten bei Metz Handball und legte als Konsequenz sein Traineramt nieder.

Nach dem Foul in der Champions League der Frauen soll der 69-Jährige für drei Jahre wegen Vergehens gegen die Prinzipien des Fair-Play für alle internationalen Wettbewerbe gesperrt werden und 45.000 Euro Strafe zahlen, teilte die EHF mit. Zudem wird er lebenslang für alle EHF-Posten gesperrt.[5] Gegen dieses Urteil hat er Einspruch eingelegt[6].

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Paukenschlag bei Hypo Niederösterreich - Prokop tritt zurück, www.handball-world.com, 30. Juni 2010
  2. http://www.karin-prokop.at/t4/c4.htm
  3. Gerald John: Prokop mit der Peitsche. In: Falter. 26. Januar 2005, abgerufen am 23. April 2011.
  4. Youtube-Video des Fouls, abgefragt am 13. Oktober 2013.
  5. EHF verhängt harte Strafen gegen Prokop, abgefragt am 4. November 2009.
  6. „Fall Prokop: Einspruch bei der EHF fristgerecht eingelegt“, www.handball-world.com, 25. November 2009