Harry Reid

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Harry Reid (2009)

Harry Mason Reid (* 2. Dezember 1939 in Searchlight, Nevada) ist ein US-amerikanischer Politiker und einer der Vertreter Nevadas im Senat der Vereinigten Staaten. Er ist Mitglied der Demokratischen Partei, deren Fraktionsvorsitzender im Senat und damit derzeit auch Majority Leader.

Politische Biographie[Bearbeiten]

Harry Reid wurde 1939 als dritter von vier Söhnen des Bergmanns Harry Reid Sr. († 1972) und dessen Frau Inez († 1980) in der kleinen, zur damaligen Zeit nicht mehr als 200 Einwohner zählenden, Bergbaustadt Searchlight im Clark County an der äußersten Südspitze von Nevada, rund 80 Kilometer südlich von Las Vegas, geboren.[1][2] Er wuchs mit seinen Brüdern Don, Dale und Larry in äußerster Armut auf. Sein Vater arbeitete in einer der örtlichen Goldmine, seine Mutter reinigte die Wäsche für einige der in Searchlight zahlreichen Bordelle.[1][3][4][5] In dem kleinen Ort gab es eine einzige Elementarschule, die nur bis zur achten Schulstufe unterrichtete, so dass Reid gezwungen war, ab 1953 auf die Basic High School in der rund 50 Meilen entfernten Industriestadt Henderson (in der Nähe von Las Vegas) zu gehen. Wegen der großen Entfernung wohnte Reid während der Schulzeit in Henderson bei Verwandten seines Vaters und fuhr nur gelegentlich an den Wochenenden nach Hause.[6]

Auf der Basic High School lernte er Landra Joy Gould (* 9. Juni 1940) kennen, das Mädchen, das er 1959, nachdem beide ihren Schulabschluss hatten, heiratete. 1961 wurde das erste Kind des Paares - Tochter Lana – geboren. Es folgten die Söhne Rory (* 1962), Leif (* 1968), Josh (* 1971) und Key (* 1974).[7] Nach dem High-School-Abschluss ermöglichten Reid verschiedene Stipendien zunächst den Besuch des Southern Utah State College in Cedar City, dann ein Studium an der Utah State University in Logan aufzunehmen.[8][9] 1961 schloss Reid sein Studium an der Utah State University ab und ging anschließend zur rechtswissenschaftlichen Fakultät (School of Law) der George Washington Universität in Washington D.C., um hier 1964 sein Jura-Studium mit einem J.D. (Juris Doctor) zu beenden. In der Zeit seines Aufbaustudiums 1961 bis 1964 verdiente Reid den Lebensunterhalt für seine junge Familie, indem er nachts als U.S. Capitol police officer arbeitete. Nachdem er seine Zulassung erhalten hatte (admission to the Nevada bar), arbeitete er von 1964 bis 1966 als Anwalt in Henderson, Nevada.[10]

In den Jahren 1968 bis 1970 war er Abgeordneter im Parlament des Staates Nevada (Nevada Assembly). In den Jahren 1970 bis 1974 fungierte er als Vizegouverneur von Nevada unter Gouverneur Mike O’Callaghan. Er bewarb sich 1974 erstmals um einen Sitz im US-Senat, verlor aber gegen den Republikaner Paul Laxalt. Nach einigen Jahren im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten wurde er 1986 für Nevada in den Senat gewählt, dem er seither angehört. Dort sitzt er unter anderem im mächtigen Investitionsausschuss. Reid wirbt für die Einführung der Einreisegebühr.[11]

Im Vorfeld der Senatswahlen 2010 galt Reid in den Umfragen lange als Kandidat für einen Mandatsverlust der Demokraten. Erst unmittelbar vor der Wahl konnte er sich von seiner republikanischen Gegnerin Sharron Angle absetzen und letztlich knapp den Sieg davontragen. Da seine Partei auch die Mehrheit der Senatssitze behielt, tritt Reid im Januar 2011 eine weitere Amtsperiode als Majority Leader an. Sein Sohn Rory bewarb sich zeitgleich um das Amt des Gouverneurs von Nevada, unterlag jedoch dem Republikaner Brian Sandoval. Auch nach den Senatswahlen 2012 konnte er die Funktion des Mehrheitsführers behalten.

Kritik[Bearbeiten]

Im Wahlkampf um die amerikanische Präsidentschaft im Jahr 2008 sagte Reid, er halte Barack Obama für einen guten Kandidaten, da er „ein hellhäutiger Schwarzer“ sei und „keinen Negerdialekt“ spreche. Die amerikanische Medienlandschaft reagierte mit kritischer Berichterstattung auf diese Äußerung. Reid entschuldigte sich bei Barack Obama für die Wortwahl und dieser erklärte den Fall für erledigt.[12][13][14][15]

Privatleben[Bearbeiten]

Reid ist verheiratet und gehört der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage an.[16]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Elsa Walsh: Minority Retort. How a pro-gun, anti-abortion Nevadan leads the Senate’s Democrats. In: The New Yorker. 8. August 2005, abgerufen am 4. Februar 2014.
  2. Politifi 2. Oktober 2010: Harry Reid’s lame-duck dream
  3. Brigham Young University - BYU College Democrats, 9. Oktober 2007: Sen. Harry Reid’s Speech
  4. Sen. Harry Reid: The Good Fight. In: Huffington Post. 30. April 2008, abgerufen am 4. Februar 2014.
  5. Kathy Kiely: Reid: Nomination will be settled days after last primary. In: USA Today. 5. Juni 2008, abgerufen am 4. Februar 2014 (Bilder von Reids Eltern/Elternhaus).
  6. Brigham Young University - BYU College Democrats, 9. Oktober 2007: Sen. Harry Reid’s Speech
  7. Marriage.about.com: Landra and Harry Reid Marriage Profile
  8. Biographical Directory of the United States Congress: Harry Reid
  9. Brigham Young University - BYU College Democrats, 9. Oktober 2007: Sen. Harry Reid’s Speech
  10. Biographical Directory of the United States Congress: Harry Reid
  11. Reid Leads Passage of Bill to Boost Tourism
  12. Chris Cillizza: Majority Leader Reid apologizes to Obama for 2008 remarks. In: The Washington Post. 9. Januar 2010, abgerufen am 4. Februar 2014.
  13. David Jackson: Harry Reid taking heat for Obama remarks. In: USA Today. 10. Januar 2010, abgerufen am 4. Februar 2014.
  14. Kimberly Schwandt: Reid apologizes for “no Negro dialect” comment about Barack Obama from 2008 election. In: Fox News. 9. Januar 2010, abgerufen am 4. Februar 2014.
  15. Katja Ridderbusch: Das war nicht Martin Luther Kings Traum. In: Spiegel Online. 21. Januar 2010, abgerufen am 4. Februar 2014.
  16. Tumulty, Karen, "The Democrats' Inside Man", Time Magazine, 24. April 2004

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Harry Reid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Harry Reid – Zitate (Englisch)