Hasso von Wedel

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Hasso von Wedel (1938)

Hasso Eduard Achaz von Wedel (* 20. November 1898 in Stargard in Pommern; † 3. Januar 1961 in Gehrden)[1] war ein deutscher Offizier, zuletzt Generalmajor sowie Leiter der Wehrmachtpropaganda.

Leben[Bearbeiten]

Wedel nahm am Ersten Weltkrieg teil, in dem er am 20. November 1915 zum Leutnant befördert und bis Kriegsende mit dem Eisernen Kreuz II. und I. Klasse ausgezeichnet wurde.[2]

Später erfolgte seine Übernahme in die Reichswehr, wo Wedel als Kompanieoffizier im 4. (Preußischen) Infanterie-Regiment verwendet wurde. Hier wurde er am 1. April 1925 zum Oberleutnant sowie am 1. Februar 1932 zum Hauptmann befördert. Als Major (seit 1. Januar 1936) folgte 1937 seine Versetzung in den Generalstab. 1938 wurde er Pressechef der Abteilung Inland im Oberkommando der Wehrmacht (OKW), im April 1939 Leiter der neugegründeten Abteilung für Wehrmachtpropaganda im OKW, die 1942 zur Amtsgruppe für Wehrmachtpropaganda im OKW erweitert wurde; u. a. unterstanden ihm damit die deutschen Propagandakompanien.[3]

Nach den Recherchen des an der Gedenkstätte Yad Vashem tätigen israelischen Historikers Daniel Uziel verfolgte von Wedel einen strikt antisemitischen Kurs, auch was sein Verhalten gegen „jüdische Mischlinge“ in seinem Befehlsbereich anging. So verfügte er nach einer Personalüberprüfung gegen den Angehörigen der Propaganda-Abteilung, Kurt Zentner, laut Protokoll seines Adjutanten vom 7. November 1941:

„Der gemeine Soldat Dr. Kurt Zentner, der bei der Gruppe IV dient, ist ein Mischling. Die Befehlshaber der W[ehrmachts]Pr[opaganda] wollen keinen Mischling als offiziellen Angehörigen im OKW haben. Er wird unverzüglich zu seiner ursprünglichen Einheit zurück geschickt. Der Befehlshaber ordnet an, Zentners Zugehörigkeit zur WPr von der PEA sofort zu beenden.“[4]

1943 wurde er zum Generalmajor befördert. Nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht geriet er 1945 in Kriegsgefangenschaft und wurde 1947 entlassen.

In der Sowjetischen Besatzungszone wurden zahlreiche seiner Schriften auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.[5][6][7]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

Autor
  • Schießtechnik und Taktik des einzelnen f. M.G. in 26 Kampfaufgaben mit Lösungen. Verlag „Offene Worte“, Berlin 1928.
  • Der Schütze. Hilfsb. f. d. Dienstunterricht d. Rekruten d. Schützenkompanie. R. Schröder, Berlin 1935.
  • Der s. M.-G.-Schütze. Hilfsb. f. d. Schützen u. Fahrer e. M.-G.-Komp. R. Schröder, Berlin 1935.
  • Das neue deutsche Heer (= Lichtbildreihe ; W 1, Bildband Nr 345). Deutsche Lichtbild-Gesellschaft, Berlin 1936.
  • Der Fernsprecher. Hilfsb. f. d. Dienstunterricht d. Fernsprech-Rekruten d. Nachrichtentruppe u. d. Truppennachrichtenverbände. R. Schröder, Berlin 1936.
  • mit Otto von Rohr: Der Kanonier. Hilfsb. f. d. Kanonier u. Fahrer d. leichten Feldhaubitz-Batterie betreffend d. 1. F.-H. 16 u. d. 1. f.-H. 18. 2. durchgesehene Auflage unter Berücksichtigung aller neuen Vorschriften und inzwischen eingetretenen Änderungen. R. Schröder, Berlin 1937/38.
  • mit Ernst Haidlen: Der Panzerabwehrschütze. Hilfsbuch f. d. Ausbildg d. Schützen u. Fahrers d. mot. Panzerabwehrkompanien. Unter Berücks. aller neuen Vorschriften. R. Schröder, Berlin 1938.
  • Wehrerziehung und Volkserziehung. Hanseatische Verlags Anstalt, Hamburg 1938.
  • Das großdeutsche Heer (= Lichtbildreihe ; W 4, Bildband Nr 420). Deutsche Lichtbild-Gesellschaft, Berlin 1938.
  • Das großdeutsche Heer (= Schriften der Hochschule für Politik ; 2, H. 25). Junker & Dünnhaupt, Berlin 1939
  • Die 37. Division greift an. Ein Buch vom neuen deutschen Heer. Mit Bildern von Erich Döbrich. Breitkopf & Härtel, Leipzig sowie Junge Generation, Berlin 1939.
  • Zwanzig Jahre deutsche Wehrmacht. Mittler, Berlin 1939.
  • Großdeutschlands Wehrmacht. Industrieverlag Spaeth & Linde, Berlin und Wien 1940.
  • mit Henrich Hansen: Der Kampf im Westen. Raumbild- und Farbaufnahmen. Oberkommando der Wehrmacht (= Die Soldaten des Führers im Felde / Wedel ; Bd. 2). Raumbild-Verlag, München 1940.
  • Stadt und Garnison Hannover. Ein Führer durch Vergangenheit und Gegenwart. Bernard & Graefe, Frankfurt am Main 1959.
  • Hermann Teske (Hg.): Die Propagandatruppen der Deutschen Wehrmacht (= Die Wehrmacht im Kampf ; Bd. 34). Vowinckel, Neckargemünd 1962.
Herausgeber
  • Der Feldherr Adolf Hitler und seine Marschälle. Heling, Leipzig 1941.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2007, ISBN 978-3-10-039326-5.
  • Daniel Uziel: The Propaganda Warriors. The Wehrmacht and the Consolidation of the German Home Front. Peter Lang, Oxford u.a. 2008, ISBN 978-3-03911-532-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hasso von Wedel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2007, S. 648.
  2. Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Hrsg.: Reichswehrministerium, Mittler & Sohn Verlag, Berlin 1924, S. 186.
  3. Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2007, S. 648; Rainer Rutz: „Signal“. Eine deutsche Auslandsillustrierte als Propagandainstrument im Zweiten Weltkrieg. Klartext, Essen 2007, ISBN 978-3-89861-720-8, S. 29–32
  4. Daniel Uziel: “The Propaganda Warriors. The Wehrmacht and the Consolidation of the German Home Front, Peter Lang, Oxford u.a. 2008 S. 133: "Private Dr. Kurt Zentner serving with group IV [he was not there yet, DU] is a Mischling. The commander of WPr. do not want to have a mischling in OKW as an official. He shall sent back immediately to his original unit. The commanders orders are that Zentner’s attachement to WPr from the PEA be terminated immediately".
  5. http://www.polunbi.de/bibliothek/1946-nslit-w.html
  6. http://www.polunbi.de/bibliothek/1947-nslit-w.html
  7. http://www.polunbi.de/bibliothek/1948-nslit-w.html