Helmut Böttiger

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Helmut Böttiger Leipziger Buchmesse 2013

Helmut Böttiger (* 8. September 1956 in Creglingen) ist ein deutscher Schriftsteller, Literaturkritiker und Essayist.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Abitur in Weikersheim studierte Helmut Böttiger Germanistik in Freiburg und beendete sein Studium mit einer Dissertation über Fritz Rudolf Fries und die DDR-Literatur. Nach verschiedenen Stationen als Kulturredakteur in Stuttgart, Frankfurt und Berlin, unter anderem bei der Frankfurter Rundschau, lebt er seit 2000 als freier Autor und Kritiker in Berlin.

1996 erhielt Helmut Böttiger den Ernst-Robert-Curtius-Förderpreis für Essayistik.

Böttigers 1996 erschienenes Buch Orte Paul Celans über seine Besuche an Lebensstationen Celans erschien ebenfalls in Polnischer und Japanischer Sprache.

2009 war Helmut Böttiger Kurator der Ausstellung Doppelleben. Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland, die in den Literaturhäusern Berlin und Frankfurt gezeigt wurde.[1] Die beiden zur Ausstellung erschienenen Bände galten bereits im gleichen Jahr als Standardwerke über die Literatur der frühen Nachkriegszeit. Der Literaturkritiker Martin Lüdke meinte, die Bücher seien "ein Kompaktkurs gesamtdeutscher Literaturgeschichte der Jahre zwischen 1945-1955" und Tilman Krause schrieb: "Für das große deutsche Gedächtnisjahr 2009 dürfte hier, in literaturgeschichtlicher Hinsicht, die wichtigste Tat vollbracht sein."[2]

2012 veröffentlichte Böttiger mit Die Gruppe 47 eine Analyse der Geschichte der Gruppe 47. Das Buch wurde auf SWR2 am 26. November 2012 zum Buch der Woche gewählt.[3] 2013 gewann es den Preis der Leipziger Buchmesse im Bereich „Sachbuch/Essayistik“.[4]

2013 gehört Helmut Böttiger der Jury des Deutschen Buchpreises an und ist deren Sprecher.

Helmut Böttiger lebt in Berlin.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Zur Begründung der Verleihung des Preises an Böttiger schrieb die Jury: „Böttiger als Kritiker des eigenen Betriebs schließlich hat Herz genug, seinen Blick auf Narzissmus, Amtsmissbrauch und andere Eigenarten dieses besonderen Berufszweigs zu richten – zur Reflexion der Bedingungen, unter denen Literaturkritik entsteht.“[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Online-Katalog der Ausstellung Doppelleben. Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland
  2. Fränkische Nachrichten vom 23. September 2009
  3. Kritik von Andreas Puff-Trojan auf swr.de
  4. Michael Weber-Schwarz: Seine Deutschlehrerin wird leichenblass Südwest Presse (Aufgerufen am 13. Februar 2013)
  5. Alfred-Kerr-Preis an Helmut Böttiger bei boersenblatt.net, 9. Februar 2012