Henry Mason

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Henry Mason (* 1974 in London, Großbritannien) ist ein in Österreich lebender und seit 1996 freischaffender Theaterautor, Schauspieler und Regisseur für Sprech- und Musiktheater.

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten]

Mason wurde 1974 in London geboren. Seine Eltern Jean und William Mason sind (ebenso wie sein in Hagen lebender Bruder Orlando) Opernsänger und ließen die Brüder zweisprachig aufwachsen. Masons Vater ist Engländer, seine Mutter Neuseeländerin. Aufgewachsen ist Mason in London, Heidelberg, Würzburg und Linz. Seine Arbeitssprache – und seine zweite Muttersprache – ist deutsch.

Mason studierte von 1993 bis 1997 an der Universität von Exeter (Großbritannien) Theaterpraxis und Germanistik, welche er mit Auszeichnung abschloss.

Die Spannung zwischen der österreichischen/deutschen und der angelsächsischen Kultur ist eine seiner hauptsächlichen Inspirationsquellen.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten]

Die Schwerpunkte von Masons Theaterarbeit sind: Shakespeare; Theater für junges Publikum; Theater mit Musik bzw. Musiktheater/Musical; Adaptionen bestehender Prosastoffe (viele Romanadaptionen).

Neben von ihm geschriebenen Stücken verfasste Mason auch zahlreiche Adaptionen und Übersetzungen anderer Autoren. Seine Inszenierungen und Engagements führten ihn u.a. an die Volksoper Wien, das Linzer Theater Phönix, die Wiener Kammeroper, das theaterspectacel Wilhering, die Sommerspiele Klosterneuburg, das Landestheater Linz, das Stadttheater Klagenfurt und die Oper Dortmund, wo er 2006 Rossinis Der Barbier von Sevilla inszenierte. Er arbeitet eng mit dem Theater der Jugend zusammen.

Von 1996 bis 2005 war er Regisseur des Barockopernensembles Opera da Camera Linz. („Agrippina“, „Acis and Galatea“ und „Ariodante“, Rameaus „Platée“, Monteverdis „Odysseus“ in eigenen Librettofassungen sowie Shakespeares „Verlorene Liebesmüh“ als barockes Singspiel). Von 1997 bis 2006 unterrichtete er u.a. in Exeter, an der Anton Bruckner Universität Linz (Schauspiel- und Opernschulen), an der Royal Scottish Academy for Music and Drama (RSAMD) in Glasgow.

Mason war von 1999 bis 2001 Co-Leiter des freien Schauspielensembles TheaterUnser und inszenierte und spielte u.a. die Eigenproduktionen „Wer die Krone kriegt“ nach den Königsdramen von William Shakespeare und „Der Monddiamant“, eine Adaption Masons des Romans von Wilkie Collins.

Das Shakespeareprojekt „His Majesty's Players“ wurde 2005 von ihm gegründet und er inszenierte die Uraufführung von „Down with Love“ (nach „Venus and Adonis“) am Theater Phönix, der ebenda 2007 eine Neuinszenierung von „Die Komödie der Irrungen„ und 2008 eine erfolgreiche Wandertheateraufführung von „Wie es euch gefällt“ im Rahmen des Helfenberger Festivals Theater in der Kulturfabrik folgte.
Im Sommer 2007 wurde sein Sozialkomödie „Heiße Eisen“ nach dem Film „The Full Monty“ sehr erfolgreich im Festsaal des Linzer Neuen Rathauses wieder aufgeführt.

Von 2007 bis 2009 war Mason künstlerischer Leiter des u\hof:, dem Theater für junges Publikum am Landestheater Linz.

In der Saison 2007/2008 wurde am Linzer Landestheater u.a. Henry Masons Rock-Pop-Comic „Candide oder Der Optimismus“ aufgeführt, inszeniert von diesem als eine Reise durch die Weltgeschichte als Roadmovie nach dem satirischen Kurzroman von Voltaire. Im März 2009 hatte sein Stück Orestie: Die Brut in den Linzer Kammerspielen Premiere, in welchem er auch selber Regie führt. Der Text wurde von Mason frei nach der Orestie von Aischylos geschrieben.[1] Seine letzte Produktion am Landestheater Linz war die erfolgreiche Revue „Wir sind Linz“, dem Interviews mit Linzer Jugendlichen zugrunde lagen.

Von September 2009 bis August 2012 war Mason Oberspielleiter am Theater der Jugend in Wien, dem größten Theater für junges Publikum in Europa, unter der Intendanz von Thomas Birkmeir. In der Spielzeit 2009/10 inszenierte Mason dort Neil Bartletts Adaption von Charles DickensGroße Erwartungen“ sowie eine neue Musicalfassung von Carlo Collodis Pinocchio. 2010/11 folgten drei Arbeiten, für die Mason für den Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie Spezialpreis nominiert wurde: das Musical „Just so“ von George Stiles und Anthony Drewe,Patrick Barlows Komödie „Die 39 Stufen“ nach dem Film von Alfred Hitchcock und Masons eigene Übersetzung von William ShakespearesCymbeline“.

2011/2012 inszenierte Mason unter anderem seine eigene Musical-Adaption von Lewis CarrollsAlice im Wunderland“, die er zusammen mit dem deutschen Musicalkomponist Thomas Zaufke schrieb. Im Sommer 2012 inszenierte Mason im Rahmen des Festivals Theater in der Kulturfabrik Helfenberg (dessen künstlerische Leitung er seit 2011 mit den Regisseuren John F. Kutil und Brigitta Waschnig teilt) erneut ein Spätwerk von Shakespeare, „Das Wintermärchen“. Das Leitungsteam dieser Produktion wurde mit dem Bühnenkunstpreis des Landes Oberösterreich 2012 ausgezeichnet.

Seit Herbst 2012 arbeitet Mason wieder als freier Regisseur und Autor, obwohl er weiterhin ein enges Arbeitsverhältnis mit dem Theater der Jugend genießt; in der Spielzeit 2012/13 inszenierte er dort Phil Porters Adaption von Tim Bowlers Roman „Starseeker“ sowie Stuart Paterson Adaption von Rudyard KiplingsDschungelbuch“.

Im Sommer 2013 steht sein Debüt bei den Salzburger Festspielen ins Haus. Mason wird dort im Residenzhof Shakespeares „Sommernachtstraum“ in eigener Übersetzung inszenieren. Das Mozarteumorchester Salzburg spielt unter der Leitung von Ivor Bolton die Schauspielmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Seit 2008 beschäftigt sich Mason mit systemischer Gruppen- und Konstellationsarbeit. Seine Lehrerin ist Marlis Grzymek-Laule.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Erzählt um euer Leben, Essays über Shakespeare, Geschichtenerzählen und (Kinder)Theater. edition philosophisch-literarische reihe, 2002, ISBN 3-85483-027-0 (Essayband)
  • Jäzz & Jäzzica, ein Jäzzical für Menschen ab 6. Theaterstückverlag (Kinderstück)
  • Die Insel. harlekin verlag (Kinderstück nach William Shakespeares Sturm)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1998 Bühnenkunstpreis des Landes Oberösterreich gemeinsam mit Joachim Rathke für das Sommertheater in einer Scheune des Stiftes Wilhering
  • 2012 Nestroy-Theaterpreis-Nominierung (Kategorie Spezialpreis): für seine Inszenierungen am Theater der Jugend Wien von „Just so“ von George Stiles und Anthony Drewe nach Rudyard Kipling, „Die 39 Stufen“ von Patrick Barlow nach Alfred Hitchcock und „Cymbelin“ von William Shakespeare, in der Fassung von Henry Mason.
  • 2012 Bühnenkunstpreis des Landes Oberösterreich für die Inszenierung von Shakespeares Das Wintermärchen beim Theater in der Kulturfabrik Helfenberg (mit dem Leitungsteam William Mason, Franz Flieger Stögner und Anna Katharina Jaritz)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heute vom 21. Jänner 2009 Atreus oder Fritzl, Antike oder jetzt

Weblinks[Bearbeiten]