Henry Neville

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Henry Neville (* 1620; † 1694) war ein englischer Autor und Satiriker. Er wurde bekannt für seine 1668 veröffentlichte Schiffbruch-Erzählung und Dystopie Die Insel der Fruchtbarkeit.

Leben[Bearbeiten]

In der Familie Neville wurden die Söhne in vierter Generation Henry genannt. Sein Großvater, Sir Henry Neville, diente als Botschafter in Frankreich. Er wurde in Merton und am University College in Oxford ausgebildet, graduierte jedoch nie. Den Großteil der Zeit des Englischen Bürgerkrieges verbrachte er mit Reisen durch Kontinentaleuropa. Im April 1649 wurde ins Parlament gewählt, um eine freie Stelle als Parlamentsmitglied für Abingdon zu besetzen. Bis Ende 1651 war er ein Mitglied des Council of State, war aber Oliver Cromwell gegenüber so feindlich eingestellt, dass er sich zeitweise aus der aktiven Politik zurückzog. Allerdings kehrte er 1656 in das Parlament zurück, als Repräsentant für Reading und als Mitglied von James Harringtons republikanischer Gruppe.

Nach der Englischen Restauration wurde er 1663 wegen verräterischer Praktiken verhaftet, aber ohne Strafe entlassen, da er nicht als Bedrohung eingeschätzt wurde. Den Rest seines Lebens verbrachte er in Ruhe mit dem Schreiben und der Wissenschaft. Neville schrieb eine Reihe Satiren, darunter die Bekannteste The Parliament of Ladies. Vor seinem Tod 1694 veröffentlichte er auch Übersetzungen aus dem Lateinischen und Italienischen, darunter Arbeiten von Machiavelli.

Literatur[Bearbeiten]

  • Douglas Brunton, Donald H. Pennington: Members of the Long Parliament. Archon Books, London 1968 (Nachdr. d. Ausg. London 1954).
  • Worthington C. Ford: The Isle Of Pines (1668). An Essay in Bibliography. Club of Odd Volumes, Boston, Mass. 1920.
  • Jürg Glauser: Die textuelle Dynamik der Polygamie. Zur Zirkulation fiktionaler Energie in der frühneuzeitlichen Erzählung. Das Beispiel des Joris Pines im skandinavischen 17. und 18. Jahrhundert. In: Annegret Heitmann, Jürg Glauser (Hrsg.): Verhandlungen mit dem New Historicism. Das Text-Kontext-Problem in der Literaturwissenschaft. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 1999, ISBN 3-8260-1436-7, S. 273-301.
  • George Saintsbury: The English Novel. Dodo Press, London 2007, ISBN 978-1-4065-4283-7 (Nachdr. d. Ausg. London 1913).
  • Concise Dictionary of National Biography, Bd. 3. University Press, Oxford 1992, ISBN 0-19-865305-0.

Weblinks[Bearbeiten]