Hermann Schaper

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Hermann Schaper (* 13. Oktober 1853 in Hannover; † 12. Juni 1911 ebenda) war ein deutscher Maler, Kartonzeichner und Innenarchitekt.

Leben[Bearbeiten]

Hermann Schaper war der Sohn des hannoverschen Hofdekorationsmalers Christian Schaper. Nach der Vorbildung bei seinem Vater studierte er von 1871 bis 1873 an der Technischen Hochschule Hannover Kunstgeschichte und mittelalterliche Baukunst bei Conrad Wilhelm Hase. Daran schloss sich von 1873 bis 1875 ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München an, wo er als Malschüler bei Ludwig von Löfftz und Wilhelm von Diez lernte. 1874 war Hermann Schaper im Baubüro von Georg Hauberrisser in München tätig und übernahm 1876 das Geschäft seines Vaters in Hannover. 1889 führte ihn eine Studienreise nach Ravenna. 1905 erhielt er die „Kleine Goldmedaille“ auf der Großen Berliner Kunstausstellung.

Professor Hermann Schaper widmete sich hauptsächlich der malerischen Ausschmückung von Kirchengebäuden und historischen Bauwerken. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen die Ausgestaltung des Aachener Doms sowie die Wandgemälde im Alten Göttinger Rathaus und in der westpreußischen Ordensburg Marienburg. Außerdem fertigte er zahlreiche Kartons für Mosaike an, wie die Darstellung von Mitgliedern aus dem Haus Hohenzollern in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Viele seiner Kunstwerke wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Ausschnitt aus dem Deckenmosaik in der Gedächtnishalle der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
Ausschnitt aus dem Deckenmosaik in der Gedächtnishalle der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
  • Altes Rathaus Hannover: Wandmalereien im Ratsweinkeller 1879 und im Festsaal 1882
  • Rathaus Erfurt: ornamentale Deckenmalerei im Großen Saal, 1881
  • Rathaus Aachen: Entwurf für Deckenmalerei im Kaisersaal, ausgeführt von Franz Wirth, 1881
  • Marktbrunnen Hannover: Entwurf für die Brunnenfiguren, ausgeführt von Wilhelm Engelhard, 1881
  • Altes Rathaus Göttingen: Wandmalerei in der Rathaushalle mit Wappen von Hansestädten und Szenen aus der Göttinger Stadtgeschichte, 1884–1886; Ausstattung des alten Sitzungssaales, 1903
  • „Deutsches Buchhändlerhaus“ Leipzig: Glasmalerei nach Kartons von Schaper, 1888
  • Marienkirche Pirna: Glasmalerei „Jüngstes Gericht“, 1890
  • Klosterkirche Lehnin: Wandmalerei, 1890
  • Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Berlin: Deckenmosaik in der Gedächtnishalle, u. a. Zug der Hohenzollernfürsten und –fürstinnen zum Agnus Dei, ab 1891
  • Johanneskirche Gießen: Glasmalerei,1893
  • Garnisonkirche (Hannover): Wandmalerei und Glasmalerei „Die drei hohen Feste der Christenheit“, 1893 (die Kirche wurde 1959 abgerissen)
  • Marktkirche Hannover: Wandmalerei im Altarraum „Erzengel Gabriel“, 1893
  • Michaeliskirche Hildesheim: Wandmalerei in der Westkrypta, 1893 (1911 durch Mosaiken ersetzt)
  • Ausgestaltung des Aachener Doms: Mosaiken nach Kartons von Schaper im Oktogon und in der Kaiserloge, Inkrustierung der Wände und Fußböden mit farbigem Marmor, Deckenmalereien, farbige Fensterverglasung, Treibarbeiten aus Bronze an Abschlussgittern und Türen, 1893–1901; Mosaik- und Marmorschmuck der Umgänge, 1907–1911
  • Heilig-Kreuz-Kirche Hildesheim: Wandmalerei, 1898–1899
    Karton zur Gestaltung der St. Anna-Kapelle in der Ordensburg Marienburg, Hermann Schaper, 1911
  • Ordensburg Marienburg in Marienburg/Polen: Hochmeisterbilder im Kapitelsaal, Madonna, Karton zu einem Gemälde in der St. Anna-Kapelle, Abendmahlbild und drei historische Szenen im großen Remter, 1898–1911
  • Bremer Dom: Wandmalerei und Mosaiken im Chor und an der Turmfassade, 1899–1901
  • Stiftskirche Fischbeck: Wandmalerei, 1899–1901
  • Gnadenkirche Berlin-Biesdorf: Mosaiken
  • Erlöserkirche Bad Homburg vor der Höhe: Mosaiken, 1908 vollendet
  • Lutherkirche Osnabrück: Christusbild in der Chorapsis, 1909
  • Himmelfahrtskirche Jerusalem: Mosaiken, 1910
  • Stadtfriedhof Engesohde, Hannover: Mosaik eines Engels am Grabmal des Fabrikanten August Werner, 1916

Hermann-Schaper-Platz[Bearbeiten]

Der 1927 angelegte Schaperplatz in Hannover-Kleefeld wurde laut dem Adressbuch der Stadt Hannover (von 1954) zunächst nach dem „Förderer des genossenschaftlichen Wohnungsbaues und Vorsitzenden der Kleefelder Baugenossenschaft“, Heinrich Schaper benannt. Im Jahr der Machtergreifung benannten die Nationalsozialisten den Platz 1933 um in Hermann-Schaper-Platz. Seit 1951 trägt der Platz wieder seinen ursprünglichen Namen.[1]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hermann Schaper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Helmut Zimmermann: Schaperplatz. In: Die Strassennamen der Landeshauptstadt Hannover. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 217 (siehe auch online)