Hermann Wentzel

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Büste von Fritz Schaper für Wentzels Grab

Hermann Wentzel (* 30. Oktober 1820 in Berlin; † 14. Juni 1889 ebenda; vollständiger Name: Hermann Heinrich Alexander Wentzel) war ein deutscher Architekt.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Er war ein Schüler und enger Mitarbeiter von Friedrich August Stüler. 1844–1846 baute er die von Stüler entworfene St.-Matthäus-Kirche in Berlin. 1850–1851 war er im Auftrag Stülers in Stockholm und leitete dort den Bau des Schwedischen Nationalmuseums. Von 1851 bis 1872 war er als Architekt im Dienste des Prinzen Friedrich der Niederlande in Den Haag tätig.[1] In dessen Auftrag führte Hermann Wentzel den Umbau des Schlosses Muskau durch. Ihm gelang dabei die perfekte Einbeziehung älterer Teile des Schlossgebäudes unter Berücksichtigung des landschaftlich reizvollen Parks. [2]

Er entwarf auch das 1862 bis 1863 in der Friedrichstraße 79a in Berlin entstandene spätklassizistische Warenhaus mit einer Gusseisen-Skelettkonstruktion. Dieser letzte erhaltene Bau seiner Art in Berlin wurde 1995 abgerissen.

Wentzel war verheiratet mit Maria Elisabeth (gen. Elise) Heckmann (1833–1914), der jüngsten Tochter des Unternehmers Carl Justus Heckmann[3]. Die Ehe blieb kinderlos; das Paar wohnte in einer von Hermann Wentzel entworfenen Villa in Potsdam-Babelsberg, die unter Denkmalschutz steht.[4] Nach dem Tod ihres Mannes gründete Elise Wentzel 1894 mit einem Grundstock von 1,5 Millionen Reichsmark eine Stiftung zugunsten der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften[2] und wurde auf Betreiben von Theodor Mommsen am 20. März 1900 zum Ehrenmitglied der Akademie ernannt[5]. Die Stiftung trägt heute den Namen Hermann und Elise geborene Heckmann Wentzel-Stiftung, Nutznießerin ist die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.[6]

Hermann Wentzel trug den Ehrentitel Baurat, sein Grab befindet sich auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hermann Wentzel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Het Schiethuis met schietdoel, op landgoed Raaphorst; bei nieuwsbank.nl
  2. a b Vermischtes. In: Centralblatt der Bauverwaltung, 28. November 1894, S. 412; abgerufen am 18. April 2015.
  3. Frank Eberhardt: Vom Handwerker zum Großindustriellen. Ein Destillierapparat bestimmte den Weg von Carl Justus Heckmann. Auszug aus ungenannter Publikation, wiedergegeben auf www.luise-berlin.de, abgerufen am 28. Juli 2010
  4. Denkmalnummer des Landesamts für Denkmalschutz in Brandenburg: 09156684; Babelsberg Nord, Virchowstraße 20.
  5. als dritte Frau nach: 1776 Katharina II. und 1794 Juliane Herzogin, geb. Freiin v. Mudersbach Giovane. Siehe: Theresa Wobbe: Frauen in Akademie und Wissenschaft. Arbeitsorte und Forschungspraktiken 1700–2000. Akademie-Verlag, Berlin 2002, S. 2. Siehe auch: Sitzungsberichte 1900 der Akademie
  6. Informationen zur Stiftung auf den Internetseiten der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 28. Juli 2010