Hieronymus Praetorius

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Dieser Artikel behandelt Hieronymus (I) Praetorius. Ein gleichnamiger Komponist aus derselben Musikerfamilie war Hieronymus (III) Praetorius (1614–1629).

Hieronymus Praetorius (* 10. August 1560 in Hamburg; † 27. Januar 1629 ebenda) war ein deutscher Organist und Komponist des Frühbarock.

Einer Musikerfamilie entstammend, erhielt Praetorius seine erste musikalische Ausbildung durch seinen Vater, den Komponisten und Organisten Jacob Praetorius den Älteren. Später setzte er diese in Köln fort.

Im Jahre 1580 nahm er die Stellung des Kantors in Erfurt an. Im Jahre 1582 kehrte er in seine Heimatstadt zurück, um dort nach dem Tod seines Vaters dessen Nachfolge als Organist an der St. Jacobi-Kirche anzutreten. Im Rahmen seiner dortigen Tätigkeit nahm er außerdem die Funktion des Kirchenschreibers wahr. Hier wirkte er bis zu seinem Tode im Jahre 1629.

Hieronymus hatte vier Söhne und drei Töchter, von denen Jacob, Michael und Johann ebenfalls Musiker wurden.

Praetorius’ kompositorisches Schaffen umfasst vorrangig geistliche Werke. Er schuf hauptsächlich Werke für Orgel sowie Vokalmusik. Dies sind vor allem Choräle, Messen, Kyries, Psalmen, Magnificats sowie Hymnen. Er gilt als einer der Begründer der Norddeutschen Orgelschule. Hieronymus Praetorius genoss zu Lebzeiten hohes Ansehen in Hamburg, da er sich um die Entwicklung des Hamburger Musiklebens verdient machte.

Werkliste (Auswahl):

  • Missa super Angelus ad pastores
  • Magnificat germanice
  • Psalm 113
  • Hymnen:
Deus Creator Omnium
Jesu Nostra Redemtio
Veni Creator Spiritus
Beatus Autor Seculi

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Eitner: Praetorius, Hieronymus. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 26, Duncker & Humblot, Leipzig 1888, S. 516 f.
  • Klaus Beckmann: Die Norddeutsche Schule. Orgelmusik im protestantischen Norddeutschland zwischen 1517 und 1755. Teil I Die Zeit der Gründungsväter 1517-1629. Schott, Mainz 2005.

Weblinks[Bearbeiten]