Hoher Kasten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hoher Kasten
Hoher Kasten

Hoher Kasten

Höhe 1'794 m ü. M.
Lage Grenze Kanton St. Gallen/Kanton Appenzell Innerrhoden, Schweiz
Gebirge Appenzeller Alpen
Dominanz 3,5 km → Staubernkanzel
Schartenhöhe 204 m ↓ Grat zur Staubernkanzel
Koordinaten 754799 / 23901847.2838888888899.4851794Koordinaten: 47° 17′ 2″ N, 9° 29′ 6″ O; CH1903: 754799 / 239018
Hoher Kasten (Kanton St. Gallen)
Hoher Kasten
Erschließung seit 1964 durch Seilbahn
Gipfelbereich des Hohen Kastens mit Seilbahnstation, Drehrestaurant und Sendeturm

Gipfelbereich des Hohen Kastens mit Seilbahnstation, Drehrestaurant und Sendeturm

Blick von Brülisau auf Hohen Kasten (mittig) und Kamor (links). Im Vordergrund die Masten der Seilbahn.

Blick von Brülisau auf Hohen Kasten (mittig) und Kamor (links). Im Vordergrund die Masten der Seilbahn.bdep2

Hoher Kasten von oben.

Hoher Kasten von oben.bdep3

Der Hohe Kasten ist ein 1'794 m ü. M.[1] hoher Berg. Er liegt auf der Kantonsgrenze zwischen St. Gallen und Appenzell Innerrhoden in der Schweiz und ist Teil des Alpsteins als Bergmassiv.

Im lokalen Dialekt heißt der Berg [də ˈxaʃtə]. In der Erstnennung von 1460 heißt es „an dem Kasten“.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Anteil haben die Gemeinden Altstätten und Rüte, die Gemeinde Sennwald reicht bis unter den Gipfelaufbau. Über dem St. Galler Rheintal gelegen, bildet der Hohe Kasten das Eingangstor in die Schweizer Alpen. Der Hohe Kasten wird auch als der «Rigi der Ostschweiz» bezeichnet.[3]

Etwa 0,7 km Luftlinie nördlich des Hohen Kastens liegt der Gipfel des Kamor auf 1'751 m ü. M.[1] Verbunden sind Kamor und Hoher Kasten über den Kastensattel mit einer Höhe von 1'678 m ü. M.[1] Etwa 3,5 km südwestlich liegt die 1'860 m ü. M. hohe Staubernkanzel,[1] die mit dem Hohen Kasten über einen Gebirgsgrat verbunden ist. Der niedrigste Punkt dieses Grates liegt bei 1'590 m ü. M.[1] Die Schartenhöhe ergibt sich daher zu 204 m. Die Entfernung zur Staubernkanzel stellt gleichzeitig die Dominanz des Hohen Kastens dar.

Wirtschaftliche und touristische Nutzung[Bearbeiten]

Der markante Berggipfel wird seit 1964 von der Appenzeller Seite her mit einer Luftseilbahn erschlossen. Sie benötigt acht Minuten, um die 871 m Höhendifferenz ab Brülisau zu überwinden.

Im Mai 2008 wurde ein Drehrestaurant auf der Bergspitze eröffnet.

Auf dem Hohen Kasten befindet sich ein 72 Meter hoher Sendeturm des Telekommunikationsunternehmens Swisscom. Er wurde 1999 erbaut und ersetzte einen kleineren Sendemast.

Der Kastensattel ist, unter anderem bedingt durch die Erschliessung per Seilbahn, ein beliebter Startplatz für Gleitschirme.[4]

Historisches[Bearbeiten]

Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Besteigung von Hohem Kasten und Kamor in der alpinen Literatur beschrieben:

„Von Gaiß aus besteigt man auch sehr oft die Alp Kamor und Hohenkasten, deren ich auch gerade hier erwähnen will, obschon Unterkamor nach Altstätten ins Rheintal, und Oberkamor und Kasten in die Lienz in der ehemaligen Herrschaft Sas gehört. Von Gaiß aus, neben Fähnern vorbey, ist man in vier kleinen Stunden bey den Sennhütten des Kamors, und in fünf Stunden auf dem Rücken des Hohenkastens.“

Johann Rudolf Steinmüller: Beschreibung der schweizerischen Alpen- und Landwirthschaft[5]

Wanderungen[Bearbeiten]

Der Hohe Kasten befindet sich im Wandergebiet des Alpsteins.

  • Eine anspruchsvollere Höhenwanderung führt über den 1. Geologischen Wanderweg der Schweiz: Mit der Seilbahn von Brülisau bis zum Hohen Kasten. Start ist beim Drehrestaurant Hoher Kasten. 14 Schautafeln erklären die geologischen Phänomene des Alpsteins. Der Weg führt vom Hohen Kasten über einen Grat zur Staubernkanzel. Dort befindet sich das Berggasthaus Stauberen sowie die Bergstation der Seilbahn Frümsen-Stauberen. Die Talstation liegt in Frümsen im St. Galler Rheintal. Der Weg führt weiter zur Saxer Lücke und dem Berggasthaus Bollenwees, das am wildromantischen Fälensee liegt. Der Abstieg führt am Sämtisersee und dem Gasthaus Plattenbödeli zurück nach Brülisau. Die Marschzeit beträgt ca. 5½ Stunden, gefährliche Stellen sind durch Drahtseile gesichert. Trittsicherheit ist jedoch Voraussetzung.
  • Ein familienfreundlicher Wanderweg führt von Brülisau über Eggli, das Forstseeli und den Kamor auf den Hohen Kasten. Die Marschzeit beträgt ca. 4½ Stunden.
  • Eine weitere Wanderung geht von Rüthi im St. Galler Rheintal über den Brunnenberg und die Inneralp zum Hohen Kasten. Die Marschzeit beträgt ca. 4 Stunden.
  • Eine andere Wanderung befindet sich an der Nordseite. Mit dem Auto von Kobelwies (Gemeinde Oberriet) im St. Galler Rheintal bis zum Montlinger Schwamm (1'100 m), weiter zu Fuss über den Resspass zum Kamorsattel und dann auf beide Gipfel (Kamor und Hoher Kasten). Die Marschzeit beträgt 2½ Stunden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e  Kompass Wanderkarte 112. Appenzellerland · St. Gallen · Säntis. Massstab 1:50 000. Hallwag Kümmerly+Frey, Schönbühl, ISBN 978-3-85491-461-7.
  2. S. Sonderegger: Die Orts- und Flurnamen des Landes Appenzell, Bd. I: 3, Frauenfeld 1958
  3.  Helmut Dummler: Appenzeller Land. Die schönsten Tal- und Höhenwanderungen. 50 Touren. 6 Auflage. Bergverlag Rother, München 2008, ISBN 978-3-7633-4086-6, S. 11, 108.
  4. Hoher Kasten, 1795 Meter. paragliding365, abgerufen am 2. Januar 2012.
  5.  Johann Rudolf Steinmüller: Beschreibung der schweizerischen Alpen- und Landwirthschaft. nach den verschiedenen Abweichungen einzelner Kantone : nebst einer kurzen Anzeige der Merkwürdigkeiten dieser Alpen. Welchen die Alpen- und Landwirthschaft des Kantons Appenzell und der St. Galler Bezirke Rheintal, Sax und Werdenberg enthält. Steiner, 1802 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hoher Kasten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien