Hydrophore

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Schema eines Luftpolsterspeichers

Eine Hydrophore ist ein Druckbehälter, in dem Luft (oder ein beliebiges anderes Gas) im oberen Teil des Behälters von einem flüssigen Medium von unten unter Druck gesetzt wird. Während der Kompression steht der Luftdruck im Gleichgewicht mit dem Druck an der Wasseroberfläche. Das Volumen des Gases im oberen Teil nimmt vom Beginn der Verdichtung bis zum Ende stark ab (Boyle-Mariotte-Gesetz). Da Gase im Gegensatz zu Flüssigkeiten eine stark ausgeprägte Kompressibilität besitzen, kann das komprimierte Gas als Energiespeicher oder Puffer betrachtet werden.

Im Gegensatz zum Membrandruckbehälter jedoch stehen bei der Hydrophore Luft und Medium in unmittelbaren Kontakt.

Da es bei der Hydrophore zu einem Luftverlust im oberen Teil des Kessels, zum Beispiel durch Undichtigkeiten oder durch die Lösung von Luft in Wasser, kommen kann, müssen die Verluste von Zeit zu Zeit ersetzt werden. Aufgrund des geringeren Wartungsaufwandes sind die Hydrophoren durch Membrandruckbehälter vom Markt zurückgedrängt worden.

Anwendungsbeispiel[Bearbeiten]

Skizze einer Hydrophore. Von 1 nach 3 wird der Druck erhöht. Druckverringerung umgekehrte Reihenfolge mit anderer Fließrichtung des Wassers

Hydrophoren werden oft in Hauswasserwerken, also Zapfanlagen an unterirdischen Brunnen, benutzt. Bei dieser Verwendungsart wird meist die Bezeichnung Windkessel verwendet. Sie dienen dazu, ein Druckreservoir (Druckspeicher) zu schaffen, um beim "Zapfen" (also der Entnahme von Wasser) eine genügend große Druckreserve zu haben, damit die an die Eingangsseite der Hydrophore angeschlossene Pumpe nicht ständig anspringen muss, um den Systemdruck auf ein bestimmtes Maß zu bringen. Die Hydrophore stellt hierbei ein Verzögerungsglied dar.