ISO 11446

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Belegungsplan und Farbzuordnung, Buchse von Steckseite gesehen/Stecker von Schraubenseite

Die ISO-Norm ISO 11446 beschreibt die technischen Spezifikation für 13-polige Steckverbinder für Anhängerkupplungen.

Erfunden wurde dieses Stecksystem von der Fa. Jaeger Ende der 1980er Jahre und wird daher auch System Jaeger genannt.

Die Norm besteht aus zwei Teilen, Teil 1 beschäftigt sich mit Steckern für „reine“ Straßenfahrzeuge, Teil 2 mit Steckern für watfähige Fahrzeuge.

Davon abzugrenzen sind 7-polige Stecker nach ISO 1724 und ISO 3732.

Anschlüsse[Bearbeiten]

Die Stecker sind nach einer vordefinierten Nummerierung anzuschließen. Die Ziffern sind neben den Kontakten in einem runden Stecker erhaben oder geprägt angebracht. Die Nummern sagen aus, welche Farbe von welchem Kabel auf welche Nummer im Stecker gesteckt wird. Zur Erlangung einer StVO-konformen Beleuchtungsanlage genügen die Leitungen 1 bis 8.

Die übrigen Kontakte sind für elektrische Komfort-Ausstattungen hauptsächlich in Wohnwagen oder Verkaufsanhängern vorgesehen. Die wenigsten Neufahrzeuge beinhalten die Erweiterungen ab Werk, diese müssen ausdrücklich mitbestellt werden. Nachrüst-Elektrosätze für Anhängerkupplungen sind üblicherweise vorverkabelt, jedoch fehlen üblicherweise die Erweiterungssätze zum finalen Anschluss. Auch hier müssen diese ausdrücklich mitbestellt werden.

Die Masseleitungen von Zusatzversorgung (Kontakt 9 und 10) und Beleuchtung (Kontakt 3) dürfen anhängerseitig nicht miteinander verbunden sein. Grund sind oft die unterschiedlichen Leiterquerschnitte und besonders Leitungslängen der zugehörigen Stromkreise. Bei Belastung führt das wegen des unvermeidlichen Spannungsfalls auch auf Masseleitungen zu so genannten Masseverschleppungen. Darunter ist zu verstehen, das dünnere, kürzere Masseleitungen den hohen Strom des dafür nicht vorgesehenen Stromkreises überträgt. Folge können Schmorschäden bis hin zum Brand sein.

Ausführung ab 2004[Bearbeiten]

Mit der 2004 eingeführten separaten Masse für den Ladekontakt sind theoretisch 2 x 20 Ampere Absicherung möglich. In der Praxis hat diese Neuerung allerdings den Nachteil, dass nicht automatisch festgestellt werden kann, ob angeschlossene Anhänger diesen 2. Massekontakt haben. Um den Kontakt 13 beim anhängen eines Wohnwagens mit einer Verkabelung vor 2004 zu schützen, empfiehlt sich die separate Absicherung der Masseleitung mit einer Sicherung mit 20 Ampere Auslösestrom. Neben der Sicherheit, dass eine Überlastung des Kontaktes so ausgeschlossen ist, bietet diese Lösung den Vorteil einer größeren Flexibilität.

Die ISO 11446 lässt keinen Raum, die Kontakte anders zu belegen. Durch anders belegte Kontakte können unter Umständen Teile der Elektrik sowohl im Zugfahrzeug als auch im Anhänger irreparabel geschädigt werden.

Belegungsplan[1]
Anschluss Nr. Farbe der Isolation Leiterquerschnitt [mm²] Klemmenbezeichnung nach DIN 72552 Belegung seit 2004 Belegung vor 2004
1 gelb ≥ 1 L Blinker links
2 blau ≥ 1 54g oder NS Nebelschlussleuchte
3 weiß ≥ 1,5 31 Masse für Kontakte 1 bis 8
4 grün ≥ 1 R Blinker rechts
5 braun ≥ 1 58R Schlussleuchte, Umrissleuchte, Kennzeichenbeleuchtung rechts
6 rot ≥ 1 54 Bremslicht
7 schwarz ≥ 1 58L Schlussleuchte, Umrissleuchte, Kennzeichenbeleuchtung links
8 rosa ≥ 1 RF oder ZR Rückfahrleuchte
9 orange ≥ 2,5 30L Stromversorgung (Dauerplus)
10 dunkelgrau ≥ 2,5 30g oder 15 Ladeleitung Anhänger-Batterie, Stromversorgung, Zündschalter- oder Lichtmaschinengesteuert
11 weiß-schwarz ≥ 2,5 31 Masse nur für Kontakt 10 frei für zukünftige Erweiterung
12 hellgrau "reserviert für zukünftige Anwendungen" Masseschleife als Kodierung für gekuppelten Anhänger,
Verbindung von Kontakt 3 (Masse) mit 12 am Anhänger,
13 weiß-rot ≥ 2,5 31 Masse nur für Kontakt 9 Masse für Kontakt 9 und 10

Die zur Zeit gültige Ausgabe der Norm hat das Ausgabedatum 2012. Eine frühere Ausgabe war aus dem Jahr 2004.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. nach http://www.ahk-info.de/rat2.html