Inzidentelles Lernen

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Unter inzidentellem Lernen versteht man Lernen in der Handlung ohne Lernabsicht (laut Fremdwörter-Duden bedeutet inzident auch zufällig).

Am besten erklärt sich der Begriff durch ein Beispiel aus der täglichen Arbeit: Während der beabsichtigten (intentionalen) Suche nach ganz bestimmter Information (z. B. mittels einer Suchmaschine) muss meistens auch (relativ viel) weniger passende Information kognitiv bearbeitet werden, aber: genau diese Informationsverarbeitung - die eben nicht absichtlich (nicht intentional) erfolgt - löst einen Lernprozess aus: es wird inzidentell (nicht absichtlich) gelernt. Sehr oft im täglichen Leben lernen wir nicht absichtlich, sondern „unabsichtlich“. In der englischsprachigen Literatur wird auch der Begriff implicit learning verwendet.

Historisches[Bearbeiten]

Die Ursprünge des inzidentellen Lernens finden sich bei John Dewey, der es im Rahmen seiner Experimente an der Laboratory School in Chicago als: „Lernen als Nebenertrag“ bezeichnet hat. Heute wird diese Lernform im Rahmen von Civic Education angewandt.

Lerneffizienz[Bearbeiten]

Hyde und Jenkins (1973) stellten in einem Experiment fest, dass es für die Behaltensleistung letztendlich keine Rolle spielt, ob die Lernenden inzidentell (ohne das Wissen, geprüft zu werden) oder intentional (mit dem Wissen, dass das Gelernte wichtig ist) lernen, sondern dass die Art der Verarbeitung entscheidend ist. „Man zeigt typischerweise eine bessere Gedächtnisleistung, wenn man das Lernen beabsichtigt, weil man mit größerer Wahrscheinlichkeit Aktivitäten ausführt, die besser für eine gute Gedächtnisleistung geeignet sind“ (Anderson, 2003, S.198).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • J. R. Anderson: Kognitive Psychologie. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2003.
  • Andreas Holzinger, Arnold Pichler, Hermann Maurer: Multi Media e-Learning Software TRIANGLE Case-Study: Experimental Results and Lessons Learned. In: Journal of Universal Science and Technology of Learning. 2005.
  • Andreas Holzinger: Basiswissen Multimedia Band 2: Lernen. Kognitive Grundlagen multimedialer Informationssysteme. Vogel, Würzburg 2000, ISBN 3-8023-1857-9. (allgemein)
  • T. S. Hyde, J. J. Jenkins: Recall for words as a function of semantic, graphic, and syntactic orienting tasks. In: Journal of Verbal Learning and Verbal Behavior. 12 (1973), S. 471-480.