Irische Bouzouki

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Irische Bouzouki

Die Irische Bouzouki (englisch Irish bouzouki) ist ein Saiteninstrument, das seit den späten 1960er Jahren hauptsächlich im Irish Folk verwendet wird.

Bauform und Spielweise[Bearbeiten]

Mit der vorwiegend in Griechenland gespielten Bouzouki, einer Schalenhalslaute, hat das Instrument nur wenig gemein. Es ist vielmehr eine Kastenhalslaute, ein Instrument aus der Familie der Cistern.

Die irische Bouzouki verfügt in der Regel über vier Doppelsaiten, die häufig GG dd aa d´d´ oder AA dd aa d´d´ gestimmt sind, seltener in Gg dd´ aa e´e´. Durchgehend gleichbesaitete Doppelchöre mit der Stimmung GG dd aa d´d´ haben sich jedoch in den letzten Jahren durchgesetzt. Für die Violin- oder Mandolinenspieler wird der Fingersatz durch die Stimmung Gdae´ vereinfacht. Jedoch ist dabei zu bemerken, dass sich wegen der Weite der Mensur in der 1. Lage doch zur besseren Bespielbarkeit bei Melodien eine andere Grifftechnik angeeignet werden muss. Zum Beispiel das fis auf der D-Saite und das cis auf der A-Saite wird mit dem 3. Finger gegriffen. Je nach Notenfolge kann man auch in der 2. Lage schneller spielen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Instrument kam um 1965/66 durch Johnny Moynihan in die irische Musik, der ein Instrument von John Pearse erhielt. Nach anfänglichen Vorbehalten setzte er das Instrument abwechselnd mit Andy Irvine bei der Gruppe „Sweeney´s Men“ ein. Einem weiten Publikum bekannt wurde die irische Bouzouki allerdings erst, als Andy Irvine seinen Musikerfreund Dónal Lunny mit dem Instrument bekannt machte und sie beide das Instrument zum stilbildenden Klang der in Irland sehr populären Gruppe „Planxty“ machten. Sie spielten Bouzouki/Bouzouki- bzw. Bouzouki/Mandolinen-Duos. Dónal Lunny spielte die Bouzouki auch bei der „The Bothy Band“ und später als Rockinstrument bei den „Moving Hearts“. Sowohl Moynihan als auch Irvine und Lunny spielten doppelchörige Instrumente in der Stimmung GDAD oder GDAE. Eine interessante Variante des „Irish-Bouzouki-Style“ entwickelte Alec Finn (der sein dreichöriges Instrument DAD stimmte) Mitte der 1970er Jahre und drückte damit durch seinen individuellen Pickingstyle dem Rhythmus und Klang der Gruppe „De Danann“ seinen Stempel auf.

Es ist nicht mehr zweifelsfrei nachzuweisen, wann eine Cister zum ersten Mal Irish Bouzouki genannt wurde. Der erste, der nachweislich ein „modernes“ Instrument baute, dürfte der Engländer Peter Abnett gewesen sein, der um 1970 in Zusammenarbeit mit Dónal Lunny ein in der Deckenkonstruktion abgeflachtes, am Boden dreigeteiltes Instrument mit deutlich ausgeprägten Zargen und einem schlanken „griechischen“ Hals entwickelte. Der englische Instrumentenbauer Stefan Sobell aus Northumberland in England entwarf zu Beginn der 1970er Jahre in Anlehnung an seine portugiesische Gitarre und seine alte Martin-Arch-Top-Gitarre (Modell C1) sowie nach dem Vorbild englischer Renaissance-Cistern eine Bouzouki mit flachem Boden, hoher Zarge, gewölbter Decke – ähnlich einer Geige – und einem tieferen Klang. Beide Instrumentenbauer sind seither vielfach kopiert und ihr Stil interpretiert worden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Tobe Richards: The Irish Bouzouki Chord Bible: GDAD Irish Tuning 2,447 Chords. Cabot Books, Bristol 2005, ISBN 978-0-9553944-0-9
  • Tobe Richards: The Irish Bouzouki Chord Bible: GDAE Mandolin Style Tuning 1,728 Chords. Cabot Books, Bristol 2007, ISBN 978-1-906207-02-1

Weblinks[Bearbeiten]