Irische Kronjuwelen

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Die Irischen Kronjuwelen. Das Bild wurde zwei Wochen nach dem Diebstahl vom Königlichen Irischen Constabulary und der Dubliner Metropolitan Polizei herausgegeben.

Es gab nie traditionelle Kronjuwelen von Irland, jedoch wurden die juwelenbesetzten Insignien des Erlauchtesten Orden von St. Patrick so betitelt. Sie wurden vom Souverän und Oberhaupt des Ordens bei der Zusammenkunft und Neuinstallation der Ritter getragen. Dieser Orden stellt das irische Äquivalent des Orden des Hosenbandes und des Schottischen Orden von der Distel dar. Der Diebstahl dieser Juwelen aus Dublin Castle im Jahre 1907 wurde bisher nicht aufgeklärt.

Geschichte[Bearbeiten]

König Georg III. gründete 1783 den Orden von St. Patrick. Zu den Abzeichen des Ordens gehörten ein Bruststern und ein Schärpen-Anhänger. Die betreffenden königlichen Stücke des Souverän und Oberhaupt des Ordens wurden kostbar mit Rubinen, Smaragden und Brasilianischen Diamanten angefertigt.

Diebstahl[Bearbeiten]

1903 sollten die Pretiosen in extra für sie eingerichtete, sichere Räume übertragen werden. Doch stellte sich heraus, dass der Tresor für die Tür zu groß war. Daher wurden die Schmuckstücke im Tresor des Büros des Officer of Arms von Dublin Castle, Arthur Vicars, deponiert. Die sieben Schlüssel der Bürotür befanden sich in der Obhut von Vicars und seinen Mitarbeitern, zwei weitere Tresorschlüssel befanden sich einzig in Vicars' Besitz.

Vicars war dafür bekannt, sich regelmäßig zu betrinken und er erwachte einmal mit den Juwelen um den Hals. Es ist nicht bekannt, ob dies ein Scherz oder eine für ihn typische Handlung war.

Am 6. Juli 1907, vier Tage vor dem Staatsbesuch von König Eduard VII. und Königin Alexandra in Dublin, wurde festgestellt, dass die Kronjuwelen aus dem Safe entwendet wurden. Es wird berichtet, dass der König sehr verärgert war, aber den Besuch nicht absagte.

Vicars zeigte in den nachfolgenden Untersuchungen den zweiten Beauftragten, Francis Shackleton (Bruder des Entdeckers Ernest Shackleton) öffentlich an. Shackleton wurde freigesprochen und über Vicars wurde befunden, er sei nicht wachsam genug gewesen oder habe das rechte Pflichtbewusstsein als Hüter der Insignien vermissen lassen. Arthur Vicars wurde am 14. April 1921 vermutlich von der IRA erschossen.[1]

Der Diebstahl in der Literatur[Bearbeiten]

Offiziell wurde der Fall nie gelöst. Doch schon 1908 schrieb der berühmte Autor Arthur Conan Doyle eine Variante des Diebstahls in der Sherlock Holmes-Kurzgeschichte The Bruce-Partington Plans, welche im Strand Magazin und später im Sammelband Seine Abschiedsvorstellung 1917 veröffentlicht wurde. Statt der Juwelen bilden U-Boot-Pläne das Diebesgut. Ähnlichkeiten sind jedoch sehr akribisch zusammengestellt.

Die letzte Veröffentlichung stammt aus dem Jahr 2010 von Sean Marshall mit dem Titel The Patricius Enigma. Die fiktive Geschichte handelt nicht nur von den beiden wichtigen Protagonisten, den Juwelen und ihrem Diebstahl, sondern auch von ihrem Verbleib.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dublin Castle History

Literatur[Bearbeiten]

  • Francis Bamford, Viola Bankes: Vicious Circle. The Case of The Missing Irish Crown Jewels. Horizon Press, New York NY 1967.
  • Tim Coates (Hrsg.): The Theft of the Irish Crown Jewels. Tim Coates, Lonson 2002, ISBN 1-84381-007-7.
  • Sean Marshall: The Patricius Enigma. CreateSpace, s. l., 2010, ISBN 978-1-4538-0470-4.

Weblinks[Bearbeiten]