Jakobsleiter (Elektrizität)
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Die Jakobsleiter ist ein physikalisches Schauexperiment, bei welchem sich eine elektrische Entladung (Lichtbogen) zwischen zwei nach oben auseinanderlaufenden Elektroden aufgrund des Auftriebes und magnetischer Kräfte nach oben bewegt.
[Bearbeiten] Ursache der Bewegung
Der Lichtbogen einer Jakobsleiter bewegt sich nach oben:
- weil die durch die Erhitzung der Luft entstehende Thermik (Aufwind) ihn nach oben zieht
- weil magnetische Kräfte bestrebt sind, die Fläche aus Lichtbogen und Elektroden zu vergrößern
Bei der Jakobsleiter überwiegt aufgrund der relativ geringen Stromstärken die Thermik-Komponente.
Die gleichen magnetischen Kräfte führen auch bei Hornableitern von Schaltern (Schütze, Leitungsschutzschalter, Lasttrennschalter) und Überspannungsableitern zum Bewegen und zur Verlängerung des Lichtbogens bzw. Schaltlichtbogens, sodass diese dort auf diese Weise zum Verlöschen gebracht werden.
[Bearbeiten] Typische Parameter
Nebenstehende Anordnung wird aus einer strombegrenzten Wechselspannungsquelle mit einer Leerlaufspannung von 8 Kilovolt gespeist. Nach Zünden des Bogens sinkt die Spannung jedoch auf einige 100 Volt ab.
Der Strom der Entladung beträgt nur etwa 0,1 Ampere. Die Elektroden bleiben dabei relativ kalt, die typische Begleiterscheinung eines Lichtbogens - die Bildung von Metalldampf aufgrund verdampfender Elektroden - ist also hier nicht gegeben. Die Elektroden müssen glatt sein, sodass sich keine „hot spots“ bilden, an denen der Lichtbogen ansonsten aufgrund von Glühemission verharrt. Der Lichtbogen zündet immer dann unten neu, wenn er oben abreißt und in der Folge die Spannung soweit ansteigt, dass an den unten nahe beieinander liegenden Elektroden ein elektrischer Überschlag stattfindet (Video).
Zur Speisung dient bei nebenstehenden Bildern ein Streufeldtransformator, der eigentlich als Vorschaltgerät für Leuchtröhren vorgesehen ist. Er ist kurzschlussfest. Die Elektroden im Beispiel sind ca. 300 mm lang, größere Längen sind jedoch möglich.
- Gefahrenhinweis
Das Experiment ist aufgrund der freiliegenden hohen Spannungen gefährlich. Aufgrund der hohen Bogentemperaturen besteht Verbrennungs- und Brandgefahr. Beim Betrieb in Luft entstehen außerdem größere Mengen des hochgiftigen Gases Stickstoffdioxid, das schon nach wenigen Sekunden Betrieb unter einer transparenten Kuppel an seiner braunen Färbung zu erkennen ist.


