Johann Major

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Johann Major, Kupferstich aus Jacobi, Carl Ludwig, Fortgesetzte Sammlung von alten und neuen theologischen Sachen, 1738

Johann Major (* 2. Januar 1533 in Sankt Joachimsthal; † 16. März 1600 in Zerbst) war ein deutscher evangelischer Theologe, Humanist und Poet.

Leben[Bearbeiten]

Er ist der Sohn des aus Franken stammenden Johann Major und der Lucia geb. Sarcander (Fleischmann), Tochter des Haßfurter Bürgers Johannes Sarcander.

Major immatrikulierte sich 1549 an der Universität Wittenberg und wechselte 1551 an die Universität Leipzig. Zurückgekehrt nach Wittenberg erwarb er am 27. Februar 1556 den akademischen Grad eines Magisters und ging daraufhin als Lehrer nach Würzburg. Von dort aus promovierte er an der Universität Mainz zum Doktor der Theologie und wurde 1558 in Frankfurt am Main zum Poeta Laureatus gekrönt.

Er ging 1560 als Professor der Poetik wieder nach Wittenberg, wo er als Anhänger Melanchthons zu dessen Ehren jährlich am Todestag ein großes Gedicht publizierte. Als Poet griff er polemisch die Gnesiolutheraner an und geriet nach deren Durchsetzung in Wittenberg selbst in die Defensive. 1578 wurde er aus dem Universitätsdienst entlassen, nachdem ihm vorgeworfen worden war, ein falsches Siegel geführt und einen Meineid geleistet zu haben. Daraufhin wurde er in Rochlitz inhaftiert und als 1581 seine Unschuld bewiesen war, konnte er nach Wittenberg zurückkehren.

1586 wurde er wegen Widerstands gegen die Konkordienformel zunächst entlassen, dann nochmals aufgenommen. Wegen seines philippistischen Bekenntnisses wurde er aber zum a.o. Professor degradiert. 1591 bis 1593 als Kryptocalvinist eingekerkert. Seit 1595 lebte er nach seiner endgültigen Vertreibung aus Wittenberg in Zerbst, wo er keine Beschäftigung mehr fand.

Familie[Bearbeiten]

I. °° 11. Dezember 1558 Magdalene geb. Schmidels († vor 1575), Tochter des Johannis Schmidels aus Herzberg, Berggeschworner in St. Joachimsthal [1]
Kinder (ein Sohn, eine Tochter): [2]
  • Johann (* 2. Oktober 1560 in Wittenberg)
  • Maria (* 1. August 1563 in Wittenberg)
II. °° 6. Januar 1575 in Wittenberg mit Kunigunda geb. Bapst, Tochter des Rochlitzer Bürgermeisters Moritz Bapst[3]
Kinder (drei Töchter): [4]
  • Anna (* 21. August 1578 in Wittenberg; † 30. November 1582 in Belzig[5])
  • Concordia (* 25. März 1582 in Wittenberg; † 15. Dezember 1582, begr. in Wittenberg)
  • Sibylla (* 9. Januar 1584 in Wittenberg; † 16. März 1594 in Zerbst)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellenangaben[Bearbeiten]

  1. Lic. G. Frank "Johann Major der Wittenberger Poet". In: Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie, Band 6 183, S. 135
  2. Theodor Wotschke: Aus Wittenberger Kirchenbüchern. In: Archiv für Reformationsgeschichte. (ARG) Jg. 29, 1932, S. 169–223
  3. Lic. G. Frank "Johann Major der Wittenberger Poet". In: Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie, Band 6 183, S. 135
  4. Theodor Wotschke: Aus Wittenberger Kirchenbüchern. In: Archiv für Reformationsgeschichte. (ARG) Jg. 29, 1932, S. 169–223
  5. Hans-Jochen Schiewer, Stefan Seeber, Markus Stock: Schmerz in der Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, V&R unipress GmbH 2010, S. 73–75; ISBN 3899717716, 9783899717716 (Band 4 von Transatlantische Studien zu Mittelalter und Früher Neuzeit)