John Gill

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John Gill (* 1937) ist ein US-amerikanischer Sportler, der als Vater des heutigen Boulderns gilt.

John Gill begann 1955, an kleinen Felsblöcken zu klettern und sah dies anfänglich als reine Trainingsmöglichkeit für seinen eigentlichen Sport, das Ringeturnen. Er schaffte es allerdings durch kontinuierlichen Aufbau seiner Muskulatur und seines Kletterkönnens, 1961 die Route „Thimble“ (9-) erstzubegehen. Er führte auch eine eigene Bewertungsskala für seine Kletterprobleme ein, die B-Skala, wobei diese schnell wieder in Vergessenheit geriet. Was jedoch den Klettersport stark beeinflusste, waren die dynamischen Bewegungsabläufe, die John Gill als erster intensiv in seinen Bouldern verwendete. John Gill wird oft als “Father of modern bouldering” bezeichnet, was viel über seinen Stellenwert und Einfluss in der heutigen Kletterszene aussagt.

In besonderer Weise prägte er das Bouldern in den USA, da er über seine sportlichen Höchstleistungen hinaus in der Lage war, sein Bouldern zu reflektieren und einen theoretischen Überbau zu liefern. Sporthistorisch bedeutsam ist sein Artikel "The art of bouldering", der 1969 im American Alpine Journal erschien. Ein weiteres Zeitdokument stellt der Schwarzweißfilm "The silent climber" aus dem Jahr 1976 dar, der die Dynamik des Gillschen Boulderns illustriert. John Gill betrachtete das Bouldern nicht nur als reine Sportart, sondern empfand es als eine Art der Selbstfindung. Er war der Auffassung, dass jeder Kletterer seinen „Weg“ finden müsste. Für ihn bot das Bouldern eine Möglichkeit seine eigenen Grenzen kennenzulernen. Im Brotberuf Universitätsprofessor für Mathematik, ging er an das Bouldern wie an einen mathematischen Beweis heran.

Literatur[Bearbeiten]

  • Pat Ament (1998): John Gill:Master of Rock. Climbing Classics #2, Stackpole Books (John-Gill-Biographie)
  • John Gill (1969): The Art of Bouldering, American Alpine Journal
  • John Gill (1987): Bouldern - eine mystische Kunstform In: Zak, Heinz / Güllich Wolfgang (1987): Life high. Sportklettern weltweit. München, Rother ISBN 3-7633-7240-7, S. 110-118

Weblinks[Bearbeiten]