Jon Stewart

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Dieser Artikel behandelt den Komiker Jon Stewart. Für weitere Personen mit ähnlichem Namen siehe Jon Stewart (Fußballspieler) oder John Stewart.
Jon Stewart (2008)

Jon Stewart (* 28. November 1962 in New York City als Jonathan Stuart Leibowitz) ist ein US-amerikanischer Komiker, Schauspieler, Schriftsteller und Produzent, bekannt als Gastgeber bzw. Moderator der Late Night Show The Daily Show with Jon Stewart auf dem US-Kabelkanal Comedy Central. Durch die große Bekanntheit der satirischen Nachrichtensendung wird Stewart in Anlehnung an den ehemaligen CNN-Slogan „the most trusted name in fake news“ genannt (zu Deutsch etwa: der vertrauenswürdigste Name in Sachen gefälschte Nachrichten). Trotz ihres weiterhin grundsätzlich satirischen Ansatzes hat sich die Daily Show inzwischen allerdings faktisch zu einer sehr wichtiger Instanz des investigativen Journalismus entwickelt, deren Mitarbeiter zunehmend eigene Recherchen durchführen. Stewart ist bekannt für seine kritische Haltung gegenüber der Leistung der großen Nachrichtenmedien in den USA, denen er ein weitgehendes Versagen in Hinblick auf unabhängige Recherche und die Kontrolle der Politik vorwirft; gäbe es ausreichend investigativen Journalismus, so Stewart, wäre seine eigene Show überflüssig. Besonders der den Republikanern nahestehende konservative amerikanische Nachrichtensender Fox News wird von Stewart regelmäßig der Parteilichkeit und der Verbreitung von Desinformationen bezichtigt.

Persönlicher Hintergrund[Bearbeiten]

Stewart wuchs in Lawrenceville, New Jersey in einem jüdischen Elternhaus auf und studierte am College of William and Mary in Virginia Psychologie als Hauptfach. Nach dem Studium arbeitete er in verschiedenen Jobs, u. a. als Puppenspieler und Barkeeper. Im Jahr 2000 heiratete er seine langjährige Partnerin Tracey McShane, zum gleichen Zeitpunkt änderte er seinen Namen von Leibowitz zu Stewart. Das Paar hat zwei Kinder, einen am 3. Juli 2004 geborenen Sohn und eine am 4. Februar 2006 geborene Tochter. Im Jahr 2004 erhielt Stewart von seiner früheren Universität die Ehrendoktorwürde.

Beruflicher Hintergrund[Bearbeiten]

Stewart, 2010

Im Jahr 1986 zog Stewart nach New York, um sich als Stand-Up-Comedian in den Comedy-Clubs der Stadt zu versuchen. 1989 begann Stewart die Sendung Short Attention Span Theater für den Fernsehsender Comedy Central zu moderieren, 1993 erhielt Stewart, größtenteils durch Hilfe von Late-Night-Legende David Letterman, seine eigene Show, die Jon Stewart Show auf MTV. Eine einstündige Version der Jon Stewart Show, von MTV und Paramount Pictures produziert und in Syndikation vertrieben, floppte im Jahr 1994 jedoch. 1999 übernahm Stewart dan die Comedy-Central-Sendung The Daily Show, die sehr rasch sehr erfolgreich wurde.

Obwohl Stewarts Bekanntheit größtenteils auf die Daily Show zurückzuführen ist, war Stewart auch in einigen Kinofilmen zu sehen, unter anderen in The Faculty, Half Baked, Tötet Smoochy, Big Daddy und Jay und Silent Bob schlagen zurück, und in Gastrollen in einigen Fernsehserien, darunter in Chaos City, Die Nanny und Die Simpsons. Am 5. März 2006 moderierte er die 78., am 24. Februar 2008 die 80. Oscarverleihung.

Aufmerksamkeit erregte Stewart auch durch seinen Auftritt in der beliebten CNN-Sendung Crossfire im Jahr 2004, in der er den überrumpelten Moderatoren dieser Politik-Talkshow, Tucker Carlson und Paul Begala, vorwarf, Zuschauer nicht etwa seriös und aufklärend über politische Themen zu informieren, sondern in ihrer Sendung stattdessen nur die Polarisierung der politischen Diskussion und die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft voranzutreiben: It's hurting America. Here is what I wanted to tell you guys: Stop... You have a responsibility to the public discourse, and you fail miserably ("Sie schadet Amerika. Dies ist, was ich euch sagen wollte: Hört auf... Ihr tragt Verantwortung gegenüber dem öffentlichen Diskurs, und ihr versagt jämmerlich"). Die Sendung wurde wenig später von CNN eingestellt, ausdrücklich unter Verweis auf Stewarts Kritik.[1]

Stewarts Einfluss, der sich selbst als Satiriker versteht, auf die politische Debatte in den USA wird oft als sehr groß eingeschätzt. Im Juli 2009 wurde Jon Stewart so von den Lesern der Online-Ausgabe des TIME-Magazines (nach dem Tod von Walter Cronkite) zum „most trusted newscaster“ gewählt – und dies vor „seriösen“ Größen wie Charlie Gibson (von ABC) oder Brian Williams (von NBC).

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Stewart erhielt mit seiner Sendung zweimal den Peabody Award für die Segmente Indecision 2000 und Indecision 2004, der Berichterstattung der Daily Show während der US-Präsidentschaftswahlen in den entsprechenden Jahren[2][3]. Ebenfalls 2004 erhielt er, gemeinsam mit den Autoren der Daily Show, den Thurber Prize for American Humor für das Buch The Daily Show with Jon Stewart Presents America (The Book): A Citizen’s Guide to Democracy Inaction[4]. Stewart wurde auch in den 2005 Time 100 genannt, einer jährlich erscheinenden Liste der für das Jahr einflussreichsten Personen, die vom Time Magazine herausgegeben wird.

Bibliographie[Bearbeiten]

  • Naked Pictures of Famous People (1998) ISBN 0-688-15530-8
  • The Daily Show with Jon Stewart Presents America (The Book): A Citizen’s Guide to Democracy Inaction (Warner Books, 2004) ISBN 0-446-53268-1
  • The Daily Show with Jon Stewart Presents Earth (The Book): A Visitor's Guide to the Human Race (Grand Central Publishing, 2010) ISBN 978-0446579223

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CNN Will Cancel 'Crossfire' and Cut Ties to Commentator – New York Times vom 6. Januar 2005
  2. [1] Laudatio Peabody Award 2000 (engl.)
  3. [2] Laudatio Peabody Award 2004 (engl.)
  4. [3] Thurber Prize

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jon Stewart – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Jon Stewart – Zitate (Englisch)