Joseph Bell

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Joseph Bell (* 2. Dezember 1837; † 4. Oktober 1911) war ein schottischer Chirurg, Kinder- und Militärarzt und gilt als Pionier der Forensik.

Joseph Bell als Dozent in Edinburgh

Leben[Bearbeiten]

Bell war Professor an der medizinischen Fakultät der University of Edinburgh im 19. Jahrhundert. Dort arbeitete er von 1874 bis 1901 als Chirurg und Dozent. In seinen Vorlesungen betonte er die Wichtigkeit von genauen Beobachtungen für eine Diagnose. Um dies zu verdeutlichen, nahm er oft einen Fremden und leitete aus seinen Beobachtungen die Beschäftigung und kürzliche Aktivitäten desjenigen ab. Somit erschuf Bell etwas ganz Neues. Im Gerichtssaal begann man, sich nicht mehr ausschließlich auf Aussagen von Zeugen zu verlassen, sondern kriminaltechnologische Verfahren zur Sicherstellung von Beweisen anzustellen und als Beweismittel zuzulassen.

Sir Arthur Conan Doyle traf Bell 1877. Ein Jahr später arbeitete Doyle als sein Assistent am Royal Infirmary in Edinburgh. Doyle war fasziniert von Bells Kombinationsgabe. Der Charakter des Sherlock Holmes fußt lose auf Joseph Bell.

Als Jack the Ripper in London 1888 sein viertes Opfer tötete, fand Scotland Yard Rat bei Bell.

Bell war auch der Leibarzt von Queen Victoria, wenn sie in Schottland weilte. Er verfasste verschiedene medizinische Abhandlungen.

Grab von Joseph Bell in Edinburgh

Die BBC-Fernsehserie Murder Rooms: The Dark Beginnings of Sherlock Holmes war eine übersteigerte Darstellung von Doyles Zeit als Bells Assistent, in der die Bedeutung von Bell für Holmes Charakter stärker war als in der Realität, Doyle wurde mit Dr. Watson gleichgestellt. Bell wurde von Ian Richardson dargestellt.

In der 1999 gestarteten Comicreihe Professor Bell von Joann Sfar (in Zusammenarbeit mit Hervé Tanquerelle) wird das Wirken Joseph Bells in stark überzeichneter Form erzählt.