Känguru-Blumen

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Känguru-Blumen
Große Känguru-Blume (Anigozanthos flavidus), eine der vielen Sorten; keine reine Art.

Große Känguru-Blume (Anigozanthos flavidus), eine der vielen Sorten; keine reine Art.

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Commelinaartige (Commelinales)
Familie: Haemodoraceae
Unterfamilie: Conostyloideae
Gattung: Känguru-Blumen
Wissenschaftlicher Name
Anigozanthos
Labill.

Die Känguru-Blumen (Anigozanthos; alte Schreibweise Känguruh-Blumen), auch Känguru-Pfoten (Kangaroo Paw) genannt, sind eine Pflanzengattung in der Familie der Haemodoraceae in der Ordnung der Commelinaartigen (Commelinales) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliophyta). Der botanische Name leitet sich ab vom altgriechischen ἄνισος anisos für „ungleich“ und ἄνθος ánthos für „Blume“, „Blüte“. Der englische bzw. deutsche Name bezieht sich auf die Form der Blüten, die Kängurupfoten ähneln.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Anigozanthos-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Manche Arten enthalten einen farbigen Milchsaft. Sie haben als unterirdische Speicherorgane Rhizome. Sie haben parallelnervige Blätter, die meistens direkt über dem Boden rosettenartig gebildet werden. Oft sind die einfachen Laubblätter xeromorph. Die Blattränder sind glatt. Im Sommer, während der Trockenzeit, ziehen die Pflanzen ein und treiben nach dem Beginn des Winterregens wieder aus.

Die traubigen oder zymösen Blütenstände sind bis zu 150 cm hoch. Die wollig, filzigen, zwittrigen Blüten sind dreizählig und zygomorph. Sie haben gleichgestaltete Blütenhüllblätter (Perigon). Die Blütenhüllblätter sind zu einer Röhre verwachsen, und es gibt nur einen Blütenhüllblattkreis, also drei Tepalen pro Blüte, die Krone ist vier oder sechsfach geschlitzt. Es sind sechs Staubblätter vorhanden. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen oder halbunterständigen Fruchtknoten verwachsen. Es werden Kapselfrüchte gebildet. Es kommen sowohl Arten mit geflügelten als auch ungeflügelten Samen vor.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Heimat ist nur das südwestliche Australien. Die Standorte haben einen gut durchlässigen Boden und sie sind meistens stark besonnt. Meist auch feucht.

Systematik[Bearbeiten]

Anigozanthos Labill.

Die Gattung Anigozanthos wurde 1800 von Jacques Julien Houtton de La Billardiére in Relation du Voyage a la Recherche de la Perouse, 1, S. 409, 410, 8. Auflage erstveröffentlicht. Typusart ist Anigozanthos rufus Labill.. Synonyme für Anigozanthos Labill. sind Anigozia orth. var. Salisb. ex Endl., Schwaegrichenia Spreng., Anigosia Salisb.. [1]

Die Gattung Anigozanthos enthält etwa 17 Arten (und einige Unterarten und Varietäten):

Bilder[Bearbeiten]

Zierpflanze[Bearbeiten]

Es gibt eine große Anzahl an Hybriden. In Regionen ohne Frost werden diese Zierpflanzen in Parks und Gärten angepflanzt. Es gibt auch einige Sorten, die sich als Zimmerpflanzen eignen.

Kultur in Gartenbaubetrieben[Bearbeiten]

Eine vegetative Vermehrung ist kostspielig, da pro Pflanze nur wenige Rhizomstecklinge gewonnen werden können und deshalb große Mutterpflanzenbestände erforderlich sind. Nach der Rhizomteilung bewurzeln die Triebe innerhalb von zwei bis vier Wochen.

Eine Aussaat ist die üblichere Methode. Für 1000 Pflanzen benötigt man 2,5 g. Ausgesät wird am besten im Januar, die Keimdauer beträgt 21 bis 25 Tage bei einer Temperatur von: Tag 20 °C und Nacht 12 °C. Es sind Lichtkeimer, also die Aussaat nicht mit Erde abdecken. Auch durch Gewebekultur erhält man gute Jungpflanzen.

Zwei bis drei Monaten nach der Aussaat wird pikiert, nach weiteren zwei bis drei Monaten wird in den 10 bis 13 cm Endtopf eingetopft. In der Wachstumsphase hält man die Temperatur tagsüber bei 25 °C, nachts bei 18 bis 20 °C.

Um die Pflanzen zum Blühen zu bringen ist eine Induktionsphase erforderlich. Die Blühphase wird durch eine kühle Temperatur für eine Dauer von fünf Wochen bei tags 14 °C und nachts 10 °C eingeleitet. Danach kann man die Temperatur auf tags 16 °C und nachts 13 °C einstellen.

Man sollte den Wurzelballen nicht austrocknen lassen, sonst fallen die Blütenknospen ab. Es wird wöchentlich gedüngt. Je heller der Standort ist, desto intensiver sind die Knospen und Blüten gefärbt. Pro Quadratmeter stehen 50 bis 80 Pflanzen. Die Kulturdauer von der Aussaat bis zum Verkauf beträgt acht bis zwölf Monate. Auch eine Kultur zur Erzeugung von lange haltbaren Schnittblumen ist möglich.

Eine Beeinflussung der Blütezeit durch Lichtreaktion ist möglich, die einzelnen Arten reagieren allerdings unterschiedlich. So ist A. flavidus eine Langtagpflanze, aber A. manglesii eine Kurztagspflanze. Einige Arten reagieren kaum auf Tageslängen.[2]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Australian Plant Name Index (APNI).
  2. Kulturanleitung.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Känguru-Blumen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien