KIM-1

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der KIM-1
Die erste amerikanische Anzeige für den KIM-1, Mai 1976
KIM-1 im Betrieb

Der KIM-1 (Keyboard Input Monitor) war einer der ersten Heimcomputer auf der Basis der 6502-CPU und wurde von MOS Technology Inc., später übernommen von Commodore, 1976 entwickelt.

Aufbau[Bearbeiten]

Der KIM-1 bestand aus einem Einplatinenrechner, der alle erforderlichen integrierten Schaltkreise auf einer Leiterplatte enthielt: Den 6502-Prozessor, zwei 6530 Multifunktions-Bausteine (mit jeweils 1 KB ROM, 64 Bytes RAM und verschiedenen I/O-Kanälen) und 1 KB reguläres RAM. Insgesamt hatte der KIM-1 also ein Kapazität von 1152 Bytes RAM und 2048 Bytes ROM. Die Taktfrequenz des 6502-Mikroprozessors betrug 1 MHz. Ebenso enthielt der KIM-1 eine sechsstellige 7-Segment-LED-Anzeige und bot 24 Tasten zur direkten Eingabe von HEX-Code. Mehrere der I/O-Anschlüsse konnten zur seriellen Kommunikation oder zum Anschluss eines externen Terminals oder Druckers (TTY mit 20mA-Schleife) sowie für eine Kassetten-Schnittstelle eingesetzt werden. Ein Erweiterungsanschluss, der alle Daten-, Adress- und Takt-Signale bereitstellt, ist ebenfalls vorhanden. Dieser ermöglicht die Erweiterung zu einem System mit mehr Speicher oder weiterer Peripherie.

Der MCS Alpha 1 wurde als Clone des KIM-1 nachgebaut und erhielt ein Gehäuse mit eigener Spannungsversorgung und wies zusätzlich einige Verbesserungen auf. Der Speicher war nach wie vor auf 1 KB RAM begrenzt. Anstelle von 6 LEDs nutzte der MCS Alpha 8 Stück und konnte mit Hilfe eines Monitor-Programms leicht bedient werden. Neben der CPU enthielt der Rechner zwei 6532 Chips und EPROMs, ein Keyboard, eine serielle und eine Kassetten-Schnittstelle.

Software[Bearbeiten]

Der KIM-1 zeichnete sich durch ein relativ komplexes BIOS aus. Diese „Monitor“-Programme nannten sich TIM (Terminal Input Monitor) und KIM (Keyboard Input Monitor) und waren in den beiden 1-KB-ROM-Bausteinen 6530 untergebracht. Diese Monitor-Software erlaubte es, einen Kassettenrecorder als externes Speichermedium anzuschließen, die LED-Anzeige anzusteuern und die Tastatur abzufragen.

Sobald der KIM-1 eingeschaltet wurde, lief der Monitor und der Nutzer konnte direkt über Tastatureingaben das Gerät bedienen. Somit war der KIM-1 einer der ersten Einplatinenrechner, der zum Betrieb lediglich eine externe Spannungsversorgung benötigte. Dieser Umstand und die Tatsache, dass er eine Low-cost Alternative zum Einstieg in die damalige Computertechnik ermöglichte, machte ihn bei vielen Hobby-Programmierern der 1970er-Jahre sehr beliebt.

Die Programmiersprache Microsoft BASIC wurde zuerst für den KIM-1 veröffentlicht.

Bildschirm-Darstellung[Bearbeiten]

Der Entwickler des TV Typewriter, Don Lancaster, [1] entwickelte eine kostengünstige Bildschirmdarstellung für den KIM-1. Die zusätzliche Schaltungsplatine stellte bis zu 4000 Zeichen auf einem Fernseher oder Monitor dar. Eine typische Darstellung konnte 16 Zeilen mit jeweils 32 Zeichen als Großbuchstaben erzeugen. Die Platine war lediglich mit zehn kostengünstigen ICs bestückt und nutzte den KIM-1 als Speicher für die Bildschirmdarstellung[2].

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: KIM-1 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. en.wikipedia.org/wiki/TV_Typewriter
  2. Lancaster, Don (1978). The Cheap Video Cookbook (First ed.). Indianapolis, IN: Howard W. Sams. ISBN 0-672-21524-1.