Kaiservilla

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Kaiservilla in Bad Ischl
Haupttrakt der Kaiservilla
Blick vom Park

Die Kaiservilla in Bad Ischl (Oberösterreich) war die Sommerresidenz von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth (Sisi) von Österreich.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Das Gebäude war ursprünglich eine Biedermeiervilla und gehörte dem Wiener Notar Josef August Eltz. 1850 kaufte sie der Arzt Eduard Mastalier. Nach der Verlobung von Kaiser Franz Joseph I. mit Prinzessin Elisabeth von Bayern im Jahr 1853, erwarb seine Mutter, Erzherzogin Sophie, das Anwesen als Hochzeitsgeschenk für das kaiserliche Paar.

In den folgenden Jahren wurde die Villa im neoklassizistischen Stil von Antonio Legrenzi umgebaut und erweitert. Der schon bestehende Mitteltrakt wurde parkseitig ausgebaut, wodurch die ursprüngliche Rückseite des Hauses zu einem repräsentativen Eingang mit klassizistischen Säulen und Tympanon wurde. Zusätzlich entstanden zwei Seitenflügel, die dem Gesamtbauwerk die Form eines „E“ verliehen, was auf eine mögliche Hommage des Bauherrn an seine Ehefrau hindeutet.

Die Villa ist von einem ausgedehnten Park im englischen Stil umgeben. Der Park, das Marmorschlössl – das seit 1978 das Photomuseum der Oberösterreichischen Landesmuseen beherbergt − und alle Nebengebäude wurden vom Hofgärtner Franz Rauch gestaltet. Das gesamte Ensemble in seiner heutigen Form wurde erst 1860 fertiggestellt, da in den Sommermonaten wegen der Anwesenheit der kaiserlichen Familie nicht gebaut werden durfte. Der Springbrunnen aus weißem Marmor vor dem Mitteltrakt wurde 1884 von Viktor Tilgner geschaffen.

Der Kaiser verbrachte fast jeden Sommer einige Wochen in diesem kleinen Sommerschloss. Zahlreiche gekrönte Häupter dieser Zeit waren einmal zu Gast in der Kaiservilla und beinahe jedes Jahr feierte Franz Joseph hier in Bad Ischl am 18. August seinen Geburtstag. Am 28. Juli 1914 unterzeichnete er in seinem Arbeitszimmer im Westflügel des Hauses die fatale Kriegserklärung an Serbien (und am selben Tag das bekannte Manifest An meine Völker), woraus sich in weiterer Folge der Erste Weltkrieg entwickelte, der zum Zerfall der Donaumonarchie führte. Kaiser Franz Joseph starb 1916 und vererbte das Anwesen seiner jüngsten Tochter, Erzherzogin Marie Valerie. Sie war mit Erzherzog Franz Salvator aus der Linie Habsburg-Toskana verheiratet, wodurch der Besitz in der Familie Habsburg blieb. Da die Kaiservilla habsburgischer Privatbesitz war und Franz Salvator und Marie Valerie auf alle Thronansprüche verzichteten, blieb das Anwesen auch nach dem Zusammenbruch der Österreichisch-Ungarischen Monarchie (1918) in ihrem Besitz. Der heutige Eigentümer ist deren Enkel, Mag. Markus Habsburg-Lothringen.

Villa und Park sind während der Sommermonate sowie auch zeitweise im Winter[1]öffentlich zugänglich.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Kaiservilla.at abgerufen am 19.Juli 2009

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Kaiservilla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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