Kianag

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Kianag (sumerisch KI.A.NAG) ist die Bezeichnung der Grabstätten in sumerischer Zeit und bedeutet Ort, an dem man die Toten trinken lässt.

Mythologischer Hintergrund[Bearbeiten]

An den Festtagen wurden den Toten Opfer in Form von libierten Flüssigkeiten, zumeist Bier oder Wasser, dargebracht. So wurden beispielsweise in der Stadt Ur vertikal Röhren in die Gräber eingelassen, die zur Aufnahme der Trankopfer dienten. Schon zu Lebzeiten genossen vergöttlichte Könige ein doppeltes Leben; einerseits als normal Sterblicher und andererseits als in den Himmel aufgestiegener Gott. Als Zeichen des göttlichen Zustands wurden Statuen angefertigt, die ebenfalls unter anderem mit den Kianag-Trankopfern bedacht wurden.[1]

3. Dynastie von Ur[Bearbeiten]

Besonders ausgeprägt war die Verehrung während der 3. Dynastie von Ur. Den Königen Ur-Nammu, Schulgi, Amar-Sin und Schu-Sin wurden Opfergaben in Form von Schilfrohren, Schilfmatten, Lederbehältnissen und sehr oft Vorrichtungen für die Trankopfer dargebracht. Gedacht wurde allen königlichen Vorgängern, wobei Ur-Nammu als Dynastiegründer mit besonders aufwändigen Opfern berücksichtigt wurde. In den Inschriften findet sich für den Begriff Kianag auch öfter die Bezeichnung Königstrinken.

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen und Belege[Bearbeiten]

  1. Gebhard Selz: Sumerer und Akkader, C.H. Beck, München 2005, S. 85-86.