Kintsugi

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Teeschale (chawan) mit Ausbesserungsarbeiten nach dem Kintsugi-Prinzip

Kintsugi (jap. 金継ぎ, dt. „Goldverbindung, -flicken“) oder seltener Kintsukuroi (金繕い, „Goldreparatur“)[1] ist eine traditionelle japanische Reparaturmethode für Keramik. Keramik- oder Porzellanbruchstücke werden mit Urushi-Lack geklebt, fehlende Scherben werden mit einer in mehreren Schichten aufgetragenen Urushi-Kittmasse ergänzt, in die feinstes Pulvergold oder andere Metalle wie Silber und Platin[1] eingestreut wird. In Anlehnung an Streubilder (maki-e) entstehen die für Kintsugi charakteristischen Dekorationseffekte.

Geschichte[Bearbeiten]

Vor dem Hintergrund des sich stärker verbreitenden Zen-Buddhismus entwickelte sich im Japan des 16. Jahrhunderts auf Betreiben einiger Teemeister trotz des Widerstandes der wohlhabenden Klasse, welche die Teezeremonie als Tradition zur Vorführung von Glanz und Luxus betrieb, eine neues ästhetisches PrinzipWabi Sabi. Die japanische Wabi-Sabi-Ästhetik reicht von einer metaphysischen Basis über geistige Werte, moralische Vorschriften bis hin zur stofflichen Qualität, die auch in der Teekunst zum Ausdruck kommt und sich auf viele Bereiche der Kunst und Kultur auswirkt. Die Einfachheit und die Duldung der Fehlerhaftigkeit stehen im Zentrum dieser Anschauung. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich Kintsugi – die Goldverbindung, die den Makel hervorhebt.

Literatur[Bearbeiten]

  • U. A. Casal: Japanese Art Laquers. Sophia University, Tokio 1961. (Monumenta Nipponica Monographs 18)
  • Stefan Drescher: kintsugi Technik - kintsugi Technique, 2. Auflage - Deutsch / English, 2014, Korest Restaurierungsbedarf, ISBN 978-3-00-045016-7.
  • Blake Gopnik: At Freer, Aesthetic Is Simply Smashing, Washington Post, 3. März 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Japanische Lackkunst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b 金継ぎ. In: デジタル大辞泉 bei kotobank.jp. Abgerufen am 4. Januar 2013 (japanisch).