Klytia (Tochter des Okeanos)

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Klytia (griechisch Κλυτία, auch Klytie, lateinisch Clytia) ist in der griechischen Mythologie eine der 3000 Töchter des Okeanos und seiner Schwester Tethys (Hesiod, Theogonie 352).

Klytia taucht mit einer eigenen Geschichte erstmals bei den Römern auf. Daraus erklärt sich auch die Gleichsetzung des Sonnengottes (griech. Helios) mit Phoebus/Apollon bzw. Sol.

Clytia bei Ovid[Bearbeiten]

Ovid erwähnt Clytia in seinen Metamorphosen, Buch 4, 206-270, die Identität mit der griechischen Klytia ist jedoch keineswegs gesichert. Apollon verschmähte die in ihn verliebte Clytia wegen Leukothoe. Daraufhin berichtete Clytia aus Eifersucht und Zorn Leukothoes strengem Vater Orchamos von der Affäre. Da Apollon Leukothoe geschwängert hatte, begrub Orchamos sie, um die Schande zu tilgen, bei lebendigem Leib. Danach begab sich Clytia wiederum zu Apollon und suchte erneut seine Liebe zu gewinnen; aber der Verrat hatte sein Herz gegen sie verhärtet.

Clytia setzte sich nun nackt auf einen Felsen nieder, aß und trank nichts, starrte in die Sonne und beklagte ihr Unglück. Nach neun Tagen wurde ihr Herzeleid zu gelben und braunen Farben: Sie wurde in eine „Sonnenblume“ verwandelt, die ihre Blüte stets nach Apollos Sonnenwagen drehte.

Die heutigen Sonnenblumen der Gattung Helianthus waren allerdings in der Antike unbekannt und wurden erst 1530 aus Amerika eingeführt. Die Ovidsche Erzählung meint deshalb höchstwahrscheinlich die „Sonnenwenden“, deren Name (Heliotrop) wörtlich aus dem Griechischen übersetzt ist, weil sie sich auffällig nach der Sonne drehen. Mit einer wesentlich geringeren Wahrscheinlichkeit könnten noch die Ringelblumen in Frage kommen. Ovid schreibt in seinen Metamorphosen (Buch 4, 262-269), dass sich Klytia teils in ein ‚blutleeres Kraut‘ (exsangues […] in herbas) verwandelt, teils in eine dem ‚Veilchen äußerst ähnliche‘ Blume (violaeque simillimus […] flos). Es sind also wohl Untergattungen der Sonnenwenden gemeint, die es sowohl mit violetten als auch weißlichen Blüten gibt.

Marmorbüste[Bearbeiten]

Im Britischen Museum zu London steht eine antike weibliche Marmorbüste, die durch Nachbildungen sehr populär geworden ist. Weil man glaubte, der Kranz, aus welchem die Büste herauswächst, setze sich aus Blütenblättern der Sonnenblume zusammen, erhielt die Skulptur den Namen Klytias, der nach Ovid in eine Sonnenblume verwandelten Verehrerin Apollons. Allerdings stellt das Werk eine Porträtbüste aus römischer Zeit dar und zeigt vermutlich Antonia minor, die Tochter des Marcus Antonius und der Octavia Minor.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Klytia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien