Kristallin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Bedeutung in der Geologie. In der Polymerphysik wird neben dem Begriff kristallin meist der Begriff teilkristallin verwendet. Kristallin ist auch der Name eines Proteins, das in der Augenlinse vorkommt.

Als kristallin bezeichnet man in der Geologie Substanzen, die aus kristallisiertem Material bestehen. Das Gegenteil dazu ist amorph.[1] Man unterscheidet zwischen makrokristallinen (grobkristallinen), mikrokristallinen (feinkristallinen) und kryptokristallinen (dichten) Gesteinen.[1]

[Bearbeiten] Bezeichnung für geologische Komplexe

Der Begriff wird häufig auch verwendet um geologische Komplexe zu benennen, die aus Plutoniten und metamorphen Gesteinen bestehen. Es sind dies erdgeschichtlich relativ alte Gesteine, die bei Gebirgsbildungsprozessen tief versenkt und durch Erosion heute wieder an die Erdoberfläche gelangt sind. In diesen Fällen findet man heute an der Erdoberfläche ein Gesteinsniveau weitflächig aufgeschlossen, das ehemals mehrere Kilometer tief in der Erdkruste lag. Hierzu gehört das sogenannte Grundgebirge in Mitteleuropa, z. B. die Böhmische Masse und die „alten“ deutschen Mittelgebirge von den Sudeten bis zum Schwarzwald.

Auch erdgeschichtlich jüngere Gebirge, wie beispielsweise die Alpen enthalten Kristallin, da einerseits durch tektonische Prozesse ehemals tief in der Erdkruste befindliche Gesteinseinheiten rasch an die Erdoberfläche transportiert werden, andererseits ehemals an der Erdoberfläche liegende Gesteinseinheiten in die Tiefe geraten, dort teilweise aufschmelzen und das Material für Magmatite liefern, die in höhere Bereiche aufsteigen und erstarren.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b Murawski, H., Meyer, W. (2004): Geologisches Wörterbuch. Spektrum Akademischer Verlag, 11. Auflage, 262 S. ISBN 3-8274-1445-8
Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen