Kurznasen-Maräne

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Kurznasen-Maräne
Coregonus reighardi

Coregonus reighardi

Systematik
Kohorte: Euteleosteomorpha
Unterkohorte: Protacanthopterygii
Ordnung: Lachsartige (Salmoniformes)
Familie: Coregonidae
Gattung: Coregonus
Art: Kurznasen-Maräne
Wissenschaftlicher Name
Coregonus reighardi
Koelz, 1924

Die Kurznasen-Maräne (Coregonus reighardi) ist ein extrem seltener oder bereits ausgestorbener Süßwasserfisch aus der Familie der Lachsfische (Salmonidae). Wissenschaftlich benannt wurde sie nach dem amerikanischen Ichthyologen Jacob Reighard.

Beschreibung[Bearbeiten]

Sie erreicht eine maximale Länge von 36 cm und ein maximales Gewicht von 540 g. Von anderen Maränen unterscheidet sie sich vor allem durch ihren dickeren Körperbau (fast rund im Querschnitt), den kürzeren Kopf (der dieser Art den Namen gegeben hat) und die kleinen Augen. Wie viele andere Maränenarten ist auch die Kurznasenmaräne kaum erforscht. Über ihr Brutverhalten und ihren Lebenszyklus ist nur wenig bekannt, außer dass sie im Frühjahr auf dem Seeboden laicht. Das älteste gefangene Exemplar hatte ein Alter von 8 Jahren erreicht. Die Nahrung besteht aus Krebstieren, Weichtieren und Zooplankton.

Vorkommen[Bearbeiten]

Diese Art ist heimisch in der Nearktischen Region und kam früher im Huronsee, im Michigansee und im Ontariosee in Kanada und den Vereinigten Staaten vor. Die letzte bekannte Population war auf die Georgsbucht im Huronsee in Kanada beschränkt.

Gefährdung[Bearbeiten]

Von der IUCN wird sie gegenwärtig noch als „kritisch gefährdet“ gelistet. Der United States Fish and Wildlife Service und das Ministerium für Naturressourcen von Ontario betrachten diese Art jedoch als ausgestorben, weil seit 1985 kein Exemplar mehr nachgewiesen werden konnte. Diese Art war bis 1964 im Ontariosee präsent, wurde zuletzt 1974 im Michigansee gesehen und 1985 in der Georgsbucht. Der Parasitismus des invasiven Meerneunauges (Petromyzon marinus) in Kombination mit der kommerziellen Überfischung hat zum dramatischen Zusammenbruch der Populationen und ihrer möglichen Ausrottung beigetragen.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Richard Dana Ono, James D. Williams, Anne Wagner: Vanishing Fishes of North America. Stonewall Press Inc., Washington DC 1983, ISBN 0-913276-43-X.
  •  David Stephen Lee et al.: Atlas of North American Freshwater Fishes. North Carolina State Museum of Natural History, Raleigh 1980, ISBN 0917134036.

Weblinks[Bearbeiten]