Leipziger Platz

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Dieser Artikel behandelt den Leipziger Platz in Berlin. Für den gleichnamigen Platz in Erfurt siehe: Leipziger Platz (Erfurt).
Leipziger Platz aus der Vogelperspektive (von Norden). Links Beginn der Leipziger Straße, 2004
Leipziger Platz und Leipziger Straße in den 1920er-Jahren
Leipziger Platz auf einer Postkarte von 1900
Kaufhaus Wertheim am Leipziger Platz in den 1920er-Jahren
Blick östlich über den Leipziger Platz, 2006

Der Leipziger Platz (nach der gleichnamigen Stadt) im Berliner Bezirk Mitte ist ein achteckiger Platz in unmittelbarer (östlicher) Nachbarschaft zum Potsdamer Platz. Am östlichen Rand des Platzes beginnt die in Richtung Spittelmarkt verlaufende Leipziger Straße (Teil der Bundesstraße 1). In der direkten Nachbarschaft zum Platz befindet sich das Gebäude des ehemaligen Preußischen Herrenhauses, in dem heute der Bundesrat tagt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Der Platz mit der Form eines Achtecks (früher Octogon genannt) wurde zusammen mit dem Pariser Platz (früher Quareé = Viereck genannt) und dem Mehringplatz (früher Rondell = Kreis genannt) von Philipp Gerlach von 1732 bis 1738 angelegt und von repräsentativen Wohnbauten umfasst. Ab 1814 erhielt er in Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig seinen Namen.

An seiner Westseite geht der Leipziger Platz in den bekannteren Potsdamer Platz über. Bis zu ihrem Abriss im Jahr 1867 wurden beide Plätze durch die Akzisemauer (Berliner Zollmauer) getrennt, das Potsdamer Tor allerdings blieb bestehen. Erst dann verschob sich die Bedeutung des Areals zugunsten des Potsdamer Platzes, der zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt wuchs. Der Leipziger Platz entwickelte sich unter anderem durch den Bau des Wertheim-Kaufhauses am Ende des 19. Jahrhunderts zu einer wichtigen Geschäftsadresse in Berlin.

Durch Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Bebauung um den Leipziger Platz weitgehend zerstört; die Ruinen nach Kriegsende abgetragen. Zu Zeiten der Teilung Berlins verlief quer über den Potsdamer Platz von Nord nach Süd die Berliner Mauer einschließlich des Todesstreifens. Da der Leipziger Platz in unmittelbarer Nähe dieser Grenze lag, erfolgte auch keine Wiederbebauung. Erst mit der deutschen Einheit kam es rasch zu neuen Bebauungsplänen; als erstes Gebäude entstand die Infobox, die nach der Fertigstellung der Bebauung am Potsdamer Platz 2001 wieder entfernt wurde.

Der Leipziger Platz 16 war ursprünglich mit dem Palais Bleichröder bebaut. Am 27. Mai 1902 übertrug James von Bleichröder dem damaligen Kaiserlichen Automobil Club (KAC, heute: Automobilclub von Deutschland, AvD) das Gebäude. Im November 2011 wurde bekannt, dass der AvD das Grundstück an einen Immobilieninvestor weiterveräußert hat.[1]

Seit der Wende wird der Wiederaufbau des Octogons vorangetrieben. Am Platz liegen unter anderem das Mosse-Palais und die im April 2005 fertiggestellte Kanadische Botschaft. Damit sind fünf der acht Ecken bebaut. Für zwei der heute noch unbebauten Grundstücke – die des Deutschen Reisebüros[2] und des AvD[3] – gibt es Baupläne.[4]

Das Areal des Wertheim-Kaufhauses ist vom KarstadtQuelle-Konzern an die Wertheim-Erben rückübertragen worden. Damit wäre der Weg frei zur Wiederbebauung: Mitte Dezember 2006 wurde das 22.000 m² große Grundstück für 75 Mio. Euro an das Immobilienunternehmen Orco-Gruppe verkauft und liegt brach. Der Techno-Club Tresor wurde hierfür abgerissen.

Ein kleiner Teil der Bauten am Leipziger Platz sind als „Potemkinsches Dorf“ in Form von Gerüsten mit bedruckten Planen dargestellt, um die spätere vervollständigte Bebauung des Platzes darzustellen.[5]

[Bearbeiten] Verkehrsanbindung

Unter dem Leipziger Platz halten U-Bahn-Züge der Linie U2. Der U-Bahnhof trägt zwar den Namen Potsdamer Platz, liegt aber hauptsächlich unter dem Leipziger Platz. Mitten auf dem Leipziger Platz halten die Busse der Linien M48 und 200 sowie der Nachtlinien N2, N5 und N48, wobei auch hier die Haltestelle S+U Potsdamer Platz heißt. Am Rande des Leipziger Platzes halten direkt unter dem Potsdamer Platz die S-Bahn-Züge der Linien S1, S2 und S25.

Die Berliner Senatsverwaltung für Verkehr plant, eine Straßenbahn über den Leipziger Platz hin zum Kulturforum zu bauen. Ein Termin steht aufgrund der angespannten Haushaltslage Berlins derzeit nicht fest.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Leipziger Platz – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Der König vom Leipziger Platz. In: Berliner Morgenpost, 30. November 2011
  2. Nr. 18/19, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
  3. Nr. 16, zwischen Kanadischer Botschaft und Mossepalais, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
  4. Nr. 12/13: Einkaufspassage zur Voßstraße
  5. Interaktives 360°-Panoramabild vom Leipziger Platz 2009

52.50972222222213.378611111111Koordinaten: 52° 30′ 35″ N, 13° 22′ 43″ O

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