Leipziger Platz
| Leipziger Platz | |
|---|---|
| Platz in Berlin | |
| Leipziger Platz aus der Vogelperspektive (von Norden). Links Beginn der Leipziger Straße, 2004. | |
| Basisdaten | |
| Ort | Berlin |
| Ortsteil | Mitte |
| Angelegt | 1732–1738 |
| Einmündende Straßen | Leipziger Straße, Potsdamer Straße |
| Bauwerke | Preußisches Herrenhaus, Mosse-Palais, Kanadische Botschaft, Einkaufszentrum |
| Nutzung | |
| Nutzergruppen | Fußgänger, Radfahrer, Straßenverkehr, ÖPNV |
| Platzgestaltung | Philipp Gerlach |
Der Leipziger Platz, mit seiner charakteristischen achteckigen Form, ist ein Platz im Berliner Ortsteil Mitte, an den im Westen der Potsdamer Platz und im Osten, dem Beginn der Leipziger Straße (Teil der Bundesstraße 1), das Preußische Herrenhaus, der Sitz des Bundesrates, grenzt.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte[Bearbeiten]
Der Platz mit der Form eines Achtecks (auch: Octogon) wurde zusammen mit dem quadratisch angelegten Pariser Platz (auch: Quareé) und dem kreisförmigen Belle-Alliance-Platz (auch: Rondell, heute: Mehringplatz) nach Plänen von Philipp Gerlach von 1732 bis 1738 angelegt und von repräsentativen Wohnbauten eingefasst.[1] Ab 1814 erhielt er in Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig seinen Namen.
An seiner Westseite geht der Leipziger Platz in den bekannteren Potsdamer Platz über. Bis zu ihrem Abriss im Jahr 1867 wurden beide Plätze durch die Akzisemauer (Berliner Zollmauer) getrennt, das Potsdamer Tor allerdings blieb bestehen. Erst dann verschob sich die Bedeutung des Areals zugunsten des Potsdamer Platzes, der zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt wuchs. Der Leipziger Platz entwickelte sich unter anderem durch den Bau des Wertheim-Kaufhauses am Ende des 19. Jahrhunderts zu einer wichtigen Geschäftsadresse in Berlin.
Durch Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Bebauung um den Leipziger Platz weitgehend zerstört; die Ruinen nach Kriegsende abgetragen. Zu Zeiten der Teilung Berlins verlief quer über den Potsdamer Platz von Nord nach Süd die Mauer einschließlich des Todesstreifens. Da der Leipziger Platz in unmittelbarer Nähe dieser Grenze lag, erfolgte auch keine Wiederbebauung. Erst mit der Deutschen Einheit kam es rasch zu neuen Bebauungsplänen; als erstes Gebäude entstand die Infobox, die nach der Fertigstellung der Bebauung am Potsdamer Platz 2001 wieder entfernt wurde.
Der Leipziger Platz 16 war ursprünglich mit dem Palais Bleichröder bebaut. Am 27. Mai 1902 übertrug James von Bleichröder dem damaligen Kaiserlichen Automobil Club (KAC, heute: Automobilclub von Deutschland, AvD) das Gebäude. Im November 2011 wurde bekannt, dass der AvD das Grundstück an einen Immobilieninvestor weiterveräußert hat.[2]
Seit der Wiedervereinigung Berlins im Jahr 1990 wird der Wiederaufbau des Oktogons vorangetrieben. Als erster Neubau ist 1998 das Mosse-Palais fertiggestellt worden. Es folgte unter anderem die im April 2005 fertiggestellte Kanadische Botschaft. Damit sind fünf der acht Ecken bebaut. Derzeit werden zwei der drei heute noch unbebauten Grundstücke – die des AvD[3] und das Grundstück des ehemaligen Wertheim-Kaufhauses[4] – bebaut.
Das Areal des Wertheim-Kaufhauses ist vom KarstadtQuelle-Konzern an die Wertheim-Erben rückübertragen worden. Damit wurde der Weg zur Wiederbebauung frei: Mitte Dezember 2006 wurde das 22.000 m² große Grundstück für 75 Millionen Euro an das Immobilienunternehmen Orco-Gruppe verkauft. Der Techno-Club Tresor wurde hierfür abgerissen. Seit Frühjahr 2012 wird das Grundstück bebaut, bis Ende 2013 oder Anfang 2014[5] entsteht hier ein Einkaufszentrum mit rund 270 Ladengeschäften und zentriertem Gastronomiebereich unter dem Objektnamen Leipziger Platz 12. Der Branchenmix des Zentrums sieht einen deutlichen Schwerpunkt der markenbezogenen Bekleidungsmode vor. In der Mitte der achtgeschossigen Bebauung soll eine überdachte Passage entstehen, die mit ihren arkadenartigen Bögen an das Moskauer Warenhaus GUM erinnert. Umrahmt wird das Objekt durch Wohnungen und ein Hotel. Der Innenhof weist als Besonderheit eine ovale Tartanbahn für Fitnesszwecke aus.
Das Gebäude des Deutschen Reisebüros[6] ist derzeit als „Potemkinsches Dorf“ in Form von Gerüsten mit bedruckten Planen dargestellt, um die spätere vervollständigte Bebauung des Platzes darzustellen.[7]
Verkehrsanbindung[Bearbeiten]
Unter dem Leipziger Platz halten U-Bahn-Züge der Linie U2. Der U-Bahnhof trägt zwar den Namen Potsdamer Platz, liegt aber hauptsächlich unter dem Leipziger Platz. Mitten auf dem Leipziger Platz halten die Busse der Linien M48 und 200 sowie der Nachtlinien N2, N5 und N48, wobei auch hier die Haltestelle S+U Potsdamer Platz heißt. Am Rande des Leipziger Platzes halten direkt unter dem Potsdamer Platz die S-Bahn-Züge der Linien S1, S2 und S25.
Die Berliner Senatsverwaltung für Verkehr plant, eine Straßenbahnstrecke vom Alexanderplatz über den Leipziger Platz hin zum Kulturforum zu bauen. Ein Termin steht aufgrund der angespannten Haushaltslage Berlins derzeit nicht fest.
Weblinks[Bearbeiten]
- Leipziger Platz. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)
- Leipziger Platz bei der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
- Foto vom Leipziger Platz 1921
- Schinkelsche Torhäuser (Potsdamer Tor) auf dem Leipziger Platz
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Berliner Adressbuch 1799 online: Acht-Eck
- ↑ Der König vom Leipziger Platz. In: Berliner Morgenpost, 30. November 2011
- ↑ Nr. 16, zwischen Kanadischer Botschaft und Mossepalais, AvD Palais
- ↑ Nr. 12/13: Einkaufspassage zur Voßstraße
- ↑ So sehen 2 Milliarden Euro von oben aus. In: B.Z. News aus Berlin, 20. September 2012
- ↑ Nr. 18/19, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
- ↑ Interaktives 360°-Panoramabild vom Leipziger Platz 2009
52.50972222222213.378611111111Koordinaten: 52° 30′ 35″ N, 13° 22′ 43″ O