Liliput (fiktive Insel)
Jonathan Swift beschreibt das Land Liliput (im englischen Original: Lilliput) in seinem Roman Gullivers Reisen als eine fiktive Insel, auf der winzige Menschen, die Liliputaner, leben.
Dr. Lemuel Gulliver wacht nach einem Schiffsunglück an der Küste von Liliput auf und wird von dessen Einwohnern erst einmal gefangen genommen, was gar nicht so einfach ist, weil er als „Menschenberg“ zwölf mal so groß ist wie die Einwohner von Liliput.
Die Einwohner der beiden Inseln befinden sich seit Jahren in einem sinnlosen Krieg, ausgelöst durch die Frage, wie ein gekochtes Ei richtig aufzuschlagen sei: am spitzen oder am stumpfen Ende. Die Liliputaner vertreten die Ansicht, es sei auf der spitzen Seite aufzuschlagen, die Blefuscaner die, dass man es auf der dicken Seite aufschlagen sollte.
In der sozialen Kritik von Jonathan Swift entspricht dies dem Konflikt zwischen der englischen und französischen Kirche über das Verständnis der Eucharistie.
Die Insel Liliput soll neben der ebenfalls fiktiven Insel Blefuscu zwischen der australischen Südküste und Tasmanien liegen[2]. Nach dem englischen Kartographen Herman Moll, der eigens für Swifts Romane die Karten herstellte, liegen die beiden Inseln jedoch südlich von Sumatra, also im östlichen Indischen Ozean (siehe Abbildung).
Literatur [Bearbeiten]
- Kompletter Text auf Englisch (Project Gutenberg)
- Liliput (fiktive Insel). In: Zeno.org., deutsche Übersetzung.
- Jonathan Swift: „Gullivers Reisen“. 2 Auflage. Hamburg und Leipzig 1762, S. 462 („Gullivers Reisen“ in der Google Buchsuche).
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Auf dieser Karte erkennt man im Süden das Van-Diemens-Land, also Tasmanien. Es würde sich demnach westlich von Australien befinden, wenn man Sumatra als korrekt katographiert voraussetzt.
- ↑ ... nordwestlich von Van-Diemens-Land getrieben wurden. Durch nautische Beobachtungen bestimmten wir, daß wir uns in der zweiten Minute des 30. Grades südlicher Breite ... (siehe hier)