Lordose

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Wirbelsäule von der linken Seite gesehen

Die Lordose (von griechisch λορδός (lordós) „vorwärts gekrümmt“) ist eine konvexe Krümmung der Wirbelsäule nach vorne (ventral). Die Krümmung nach hinten (dorsal) wird als Kyphose bezeichnet.

Beim Menschen ist eine Lordose im Bereich der Halswirbelsäule (cervical) und der Lendenwirbelsäule (lumbal) normal („physiologisch“). Die Abbildung zeigt eine normale Haltung der Wirbelsäule mit der Brustkyphose etwa in Bildmitte und darunter der Lendenlordose.

Hohlkreuz bzw. Hyperlordose[Bearbeiten]

Person mit Hyperlordose

Als Hohlkreuz oder Hyperlordose wird eine Fehlhaltung mit übertriebener Lordose der Lendenwirbelsäule bezeichnet, bei der sich die Bauchpartie durch die Verlagerung des Beckens nach vorne vorwölbt. Um nicht nach vorne zu fallen, wird der Brustkorb hinter die Körperachse verlagert (Brustkyphose). Die Bauchmuskulatur verhindert das Umkippen nach hinten, indem sie in der Dehnung dauerhaft angespannt wird. Auslöser kann zum einen eine durch Bewegungsmangel oder falsche Körperhaltung mangelhaft trainierte, verkürzte hypertone Rückenmuskulatur sein, die die Funktion der Bauchmuskeln als Gegenspieler hemmt, indem sie sich nicht entspannt. Außerdem kann eine hypertone und damit nicht verlängerbare Rückenmuskulatur, welche die Wirbelsäule und die hinteren Anteile der Wirbelsegmente einseitig komprimiert, ein Grund für Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenosen und Gleitwirbel sein. Im fortgeschrittenen Stadium kann ein Hohlkreuz Rückenschmerzen verursachen. Zur Verbesserung dieser Fehlhaltung können Rückenschule, Entspannungstechniken, Atemtechniken und manuelle physiotherapeutische Techniken zur Detonisierung der Rückenmuskulatur eingesetzt werden.

Bei Pygmäen und einigen anderen westafrikanischen Ethnien besteht genetisch bedingt ein ausgeprägtes Hohlkreuz, das jedoch in diesem Fall nicht krankhaft ist.

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