Ludwig Cohn

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Ludwig Cohn, um 1930

Ludwig Cohn (* 1873; † 1935) war ein deutscher Zoologe und Forschungsreisender in Neuguinea.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Ludwig Cohn war seit 1904 Zoologischer Assistent am „Städtischen Museum für Natur-, Völker- und Handelskunde“ (heute: Überseemuseum) in Bremen, ab 1920 Leiter der Abteilung Naturkunde. Im Auftrag des Museums unternahm er zwei Forschungs- und Sammelreisen nach Neuguinea.

Auf seiner ersten Südseereise 1908/09 besuchte er die Salomonen. Zusammen mit dem Kapitän und hervorragenden Südseekenner Karl Nauer.[1] forschte Cohn auf der Insel Buka und dem Ort Toboroi auf der Insel Bougainville, sowie auf der Insel Tijob. Cohn und Nauer sammelten hunderte Objekte, darunter ganze Häuser, wie z.B. ein Junggesellenhaus aus Tijob und ein Familienwohnhaus aus Toboroi, die bei der Eröffnung der Südsee-Ausstellung des Museums im Jahr 1911 zentrale Schauobjekte waren.

Verkleinerter Nachbau eines Pfahlhauses aus dem Ort Toboroi auf der Insel Bougainville (Salomonen) im Überseemuseum Bremen

Die zweite Reise unternahm Cohn 1912/13 auf die Admiralitätsinseln. Auch hier sammelte er viele ethnologische und zoologische Objekte, beispielsweise mehrere Serien von kunstgewerblichen Schnitzereien.

Ein großer Teil der Sammlung Cohn im Überseemuseum ging im Laufe des Zweiten Weltkriegs verloren.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Nauer, der seit 1906 auf dem Reichspostdampfer „Sumatra“ vor allem für den Inseldienst in der damaligen deutschen Kolonie Deutsch-Neuguinea (Kopra-Transport von den Inseln im Bismarck-Archipel und den Salomonen) eingesetzt war, wurde für einige Monate für diese Forschungsreise von seinem Arbeitgeber, dem Norddeutschen Lloyd, beurlaubt. Der Direktor des Bremer Überseemuseums, Hugo Schauinsland, war auf einer der Südsee-Sammelreisen 1905/06 in Kontakt mit Nauer gekommen. Aufgrund Nauers guter Beziehungen zu Plantagenbesitzern und Einheimischen erwarb das Museum über Nauer zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg zahlreiche völkerkundliche und naturkundliche Objekte, darunter Gebrauchsgegenstände und kunsthandwerkliche Arbeiten, wie Boote, große Masken und sogar ganze Hütten aus Melanesien bzw. Neuguinea.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gundula Rentrop: Ludwig Cohn – Zoologe und Forschungsreisender des Bremer Städtischen Museums 1904–1935. In: TenDenZen. Jahrbuch des Übersee-Museums. Bd. 11, 2003, ISSN 0944-0844, S. 79–86.

Weblinks[Bearbeiten]