Maibowle

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Getränk. Für den gleichnamigen Film siehe Maibowle (Film).
Waldmeister
Medal of the Confrérie du Maitrank d'Arlon

Eine Maibowle (auch: Waldmeisterbowle, Maiwein oder Maitrank) ist eine Bowle, die mit dem typischen, intensiven Aroma des Waldmeisters versetzt wird.

Vorbereitung[Bearbeiten]

Das Aroma stammt von dem Inhaltsstoff Cumarin und entwickelt sich besonders bei welkenden oder trockenen Blättern. Cumarin liegt im Waldmeister eigentlich als Cumaringlykosid vor, und erst beim Trocknen wird das aromatisch duftende Cumarin abgespalten. Meist wird der Waldmeister vor der Blüte gesammelt, da der Cumaringehalt des Waldmeisters dann niedriger als später ist. Es wird empfohlen, nicht mehr als fünf Gramm Waldmeister pro Liter Bowle zu verwenden, da das schwachgiftige Cumarin ansonsten zu Kopfschmerzen führen kann.

Klassisches Maibowle-Rezept[Bearbeiten]

Das traditionelle Rezept für die Maibowle beinhaltet zwei Liter trockenen Weißwein auf einen Liter halbtrockenen Sekt, also ein Mischverhältnis von 2:1. Zum Wein kommt ein Bund Waldmeister, den man zunächst über Nacht trocknen lässt oder kurz einfriert, damit sich sein Aroma entfalten kann. Dann hängt man das Bündel an einem Faden so in den Wein, dass die Stielenden herausschauen. Die Stängelenden sollten nicht in den Wein tauchen, da sonst neben dem Aroma auch unerwünschte Bitterstoffe freigesetzt werden können. Nach 30 Minuten wird der Waldmeister entfernt, damit die Bowle nicht bitter wird, und der aromatisierte Wein wird mit Sekt aufgegossen, eventuell gezuckert und bei Bedarf mit Eis gekühlt. Statt Sekt kann auch Mineralwasser verwendet werden. Neben diesem Rezept existieren zahlreiche andere Varianten des beliebten Bowle-Klassikers, zum Beispiel in alkoholfreier Form mit Apfelsaft oder unter der Zugabe von Minze oder Früchten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung des Maiweins erfolgte durch den Benediktinermönch Wandalbertus aus dem Kloster Prüm im Jahre 854. Der Maiwein wurde als medizinisches Getränk zur Stärkung von Herz und Leber im Kloster ausgeschenkt. Der ursprüngliche Maitrank beinhaltete noch die Blätter der schwarzen Johannisbeere und der Gundelrebe.

Waldmeister besitzt eine krampflösende Wirkung, das Cumarin wirkt in Maßen genossen euphorisierend. Größere Mengen können allerdings starke Kopfschmerzen auslösen[1]. Aufgrund seines Geschmacks und seiner anregenden Wirkung war der Waldmeister schon bei den Wikingern zum Aromatisieren von Bier geschätzt. In den 1950er Jahren geriet das im Kraut enthaltene Cumarin aufgrund seiner berauschenden Wirkung in Verruf, und der Genuss von Waldmeister wurde sogar zeitweise verboten. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass die Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit nur bei übermäßigem Verzehr und Überdosierung auftreten[2].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,693215,00.html
  2. Stiftung Warentest: Entwarnung für Waldmeister test.de (abgerufen am 1. Februar 2013)