Maibowle
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Eine Maibowle (auch: Waldmeisterbowle, Maiwein, oder Maitrank) ist eine Bowle, die mit dem typischen, intensiven Aroma des Waldmeisters versetzt wird und im Mai (z.B. am Maifeiertag) ausgeschenkt wird.
Das Aroma stammt von dem Inhaltsstoff Cumarin und entwickelt sich besonders bei welkenden oder trockenen Blättern. Cumarin liegt im Waldmeister eigentlich als Cumaringlykosid vor. Erst beim Trocknen wird das aromatisch duftende Cumarin abgespalten. Zumeist wird der Waldmeister im Mai, vor der Blüte gesammelt, es ist aber auch möglich, ihn später zu sammeln. Es wird empfohlen, nicht mehr als 3 g pro Liter Bowle zu verwenden, da das schwachgiftige Cumarin ansonsten zu Kopfschmerzen führen kann.
Der Waldmeister wird ohne Wurzeln gesammelt. Vor dem Ansetzen der Bowle werden die Pflanzen für eine halbe Stunde ins Tiefkühlfach gelegt oder so lange liegen gelassen, bis sie leicht angewelkt sind. Die Blätter der zusammengebundenen Pflanzen werden dann in trockenen Weißwein gehängt. Die Stengelenden sollten nicht in den Wein tauchen, da sonst neben dem Aroma auch unerwünschte Bitterstoffe freigesetzt werden könnten. Zur Variation des Geschmacks kann eine Orangenscheibe dazugegeben werden. Nach 30 Minuten wird der Waldmeister wieder herausgenommen, damit die Bowle nicht bitter wird. Anschließend wird die Bowle mit Roséwein und Sekt im Verhältnis 1 : 1,5 : 0,5 aufgefüllt, gezuckert, und eventuell mit Eis gekühlt. Statt Sekt kann auch Mineralwasser benutzt werden.
Die erste Erwähnung des Maiweins erfolgte durch den Benediktinermönch Wandalbertus aus dem Kloster Prüm im Jahre 854. Der Maiwein wurde als medizinisches Getränk zur Stärkung von Herz und Leber im Kloster ausgeschenkt.

