Manfred Mohr

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Digitalkünstler Manfred Mohr. Zum Chemiker und Coach siehe Manfred Mohr (Autor).

Manfred Mohr (* 8. Juni 1938 in Pforzheim) ist ein Digitalkunst-Pionier.

Leben[Bearbeiten]

Mohr begann seine Karriere als "Action"-Maler und Jazzmusiker. Schon 1969 setzte er den Computer ein, um seinem wachsenden künstlerischen Interesse an algorithmischer Kunst Rechnung zu tragen. Er lebte 1962 in Barcelona und zwischen 1963 und 1983 in Paris. Seit 1981 lebt und arbeitet er in New York.

Seine ersten Computer-Zeichnungen waren aus seinen früheren Bildern und Zeichnungen abgeleitet und sehr stark musikalisch beeinflusst.

Mohr besuchte die Kunst + Werkschule in Pforzheim und die École des Beaux-Arts in Paris.

Er war 1968 Mitbegründer des Seminars „Kunst und Informatik“ an der Universität Vincennes in Paris und hatte im ARC – Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, 1971 die historisch wichtige und weltweit erste Einzelausstellung in einem Museum mit „Arbeiten die vollständig von einem Computer berechnet und hergestellt waren“.

Einzelausstellungen seiner Arbeiten wurden als Featured Artist auf der Art Basel | Basel 2013, im [DAM]Berlin (Digital Art Museum), in der Galerie bitforms in New York, in der Galerie Carroll / Fletcher in London, im Museum Kulturspeicher in Würzburg, in der Galerie Wack, Kaiserslautern und der Galerie Mueller-Roth, Stuttgart gezeigt.

Wichtige Retrospektiven seiner Arbeit waren in der ZKM - Media Museum in Karlsruhe 2013, Kunsthalle Bremen 2007, Museum for Concrete Art in Ingolstadt 2001, Quadrat Bottrop Joseph Albers Museum im Jahr 1998 und im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen 1987, ARC - Musée d'Art Moderne de la ville de Paris in Paris 1971 zu sehen.

Mohrs Arbeiten befinden sich in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen wie z. B. im Centre Pompidou in Paris, im Joseph Albers Museum im Quadrat Bottrop, dem Museum Ludwig in Köln, dem Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt, im Kunstmuseum Stuttgart, im Musée d’Art Contemporain und im Musée des Beaux-Art in Montreal, dem Stedelijk Museum in Amsterdam und vielen anderen Museen weltweit.

Mohr erhielt zahlreiche Preise, darunter 2013 den ACM SIGGRAPH Distinguished Artist Award for Lifetime Achievement in Digital Art, 2006 den d.velop digital art award [ddaa] des Digital Art Museum [DAM], Berlin, ein Stipendium der New York Foundation of the Arts in 1997, die Goldene Nica der Ars Electronica 1990 in Linz und den Camille Graesser Preis Zürich, sowie 1973 auf der Print-Biennale in Ljubljana.

Die erste umfassende Monographie über seine Arbeit erschien 1994 im Waser Verlag in Zürich.

Künstlerische Entwicklung[Bearbeiten]

  • 1957 Kunst + Werkschule Pforzheim (Gold-und Silberschmied, Malerei). Jazzmusiker (Tenor-Sax, Oboe)
  • 1960 Informelle Bilder
  • 1961 Erhält den Schulpreis (Kunst) der Stadt Pforzheim
  • 1962 Beginn der ausschliesslichen Verwendung von Schwarz und Weiß als bildnerisches Ausdrucksmittel
  • 1965 Besuch der Ecole des Beaux Arts, Paris (Lithographie). Geometrische Versuche münden in Hard-Edge-Malerei
  • 1968 Erste Einzelausstellung in der Galerie Daniel Templon, Paris. Systematisierung des Bildinhaltes
  • 1969 Veröffentlichung des visuellen Buches 'Artificiata I'. Erste Zeichnungen mit dem Computer. Gründungsmitglied des Seminares 'Art et Informatique', Universität Vincennes, Paris
  • 1971 Erste Einzelausstellung von Computer generierten Arbeiten in einem Museum ARC, Museé d’Art Moderne de la Ville de Paris, Frankreich
  • 1972 Sequenzielle Computerzeichnungen entstehen. Beginn der Arbeiten an festgefügten Strukturen: dem Würfel
  • 1973 Erhält Auszeichnungen bei World Print Competition-73, San Francisco und auf der 10. Biennale in Ljubljana
  • 1977 Beschäftigung mit dem 4-D Hyperwürfel und Graphentheorie
  • 1980 Werkphase: 'Divisibility', Würfelteilungen
  • 1982 Quasi-organischen Wachstumsprogramme am Würfel
  • 1987 Erste Retrospektive Ausstellung, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen. Erneut Arbeiten mit dem 4-D Hyperwürfel. Vier-dimensionale Rotation als Zeichengenerator
  • 1989 Ausdehnung der Arbeit auf den 5-D und 6-D Hyperwürfel. Rotation sowie Projektion sind Zeichengeneratoren
  • 1990 Erhält die Goldene Nica beim Prix Ars Electronica in Linz und den Camille Graeser Preis in Zürich
  • 1991 Werkphase: Laserglyphs, Diagonal-Wege durch den 6-D Hyperwürfel werden mit einem Laser aus einer Stahlplatte geschnitten
  • 1994 Die erste umfangreiche Monographie über Manfred Mohr erscheint im Waser-Verlag, Zürich
  • 1997 Wurde zum Mitglied der American Abstract Artists gewählt. Erhält ein Artists’ Fellowship von der New York Foundation for the Arts
  • 1998 Wurde zu 'Pioneering Artists’ ausgewählt, Siggraph Orlando, Florida. Verwendung von Farbe (nach über drei Jahrzehnten schwarz / weiß), um durch Differenzierung die Komplexität in der Arbeit aufzuzeigen
  • 2002 Entwickelt und baut kleine PCs für sein Programm „space.color.motion“ und seit 2004 auch für Programm „subsets.motion“ sowie 2006 für "klangfarben". Die resultierenden Bilder werden in realtime auf LCD Flachbildschirme in langsamer, nicht repetitiver Abfolge visualisiert
  • 2006 Erhält den Kunstpreis [ddaa] d.velop digital art award (für digitale Pionierarbeit und geometrische Originalität), Köln
  • 2013 Erhielt den ACM SIGGRAPH Distinguished Artist Award for Lifetime Achievement in Digital Art. Er wurde mit einer retrospektiven Ausstellung Der Algorithmus des Manfred Mohr, 1963-Jetzt im ZKM - Media Museum, Karlsruhe geehrt und wurde als Featured Artist, in einer Einzelausstellung in ArtBasel/Basel mit bitforms gallery ausgewählt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]