Marcus Valerius Corvus

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Marcus Valerius Maximus Corvus (* um 371 v. Chr.; † angeblich um 271 v. Chr.) war ein römischer Volksheld, dessen Ehrenliste erstaunlich lang ist. Wahrscheinlich schrieb der Annalist Valerius Antias ihm einige Ämter zu, die tatsächlich andere, vielleicht Namensvettern, bekleidet hatten.

349 v. Chr. besiegte Valerius als Militärtribun einen riesigen Gallier im Zweikampf, wobei er Hilfe von einer Krähe oder einem Raben bekam. Er erhielt deshalb das Cognomen Corvus (lateinisch „Rabe“). Im Jahr darauf wurde er im Alter von 23 Jahren Konsul.[1] 346 v. Chr. war er erneut Konsul und besiegte die Volsker. Drei Jahre später bekleidete er zum dritten Mal das Konsulat und besiegte die Samniten. 342 v. Chr. war er Diktator, während seines vierten Konsulats eroberte er 335 v. Chr. die Stadt Cales. Zweimal, 332 und 320 v. Chr., leitete er als Interrex die Konsulwahlen.

Weitere Ämter, die er in hohem Alter ausgeübt habe, sind tatsächlich wohl seinem Sohn Marcus Valerius Maximus (Corvinus) zuzuschreiben: 301 v. Chr. soll er als Diktator die meuternde römische Besatzung in Capua durch die lex Valeria de provocatione zum Einlenken gebracht haben. Dieses Gesetz wurde im Jahr darauf eingeführt und bestätigte die frühere Gesetzgebung, dass kein römischer Bürger gezüchtigt oder getötet werden durfte, ohne ihm die Möglichkeit zur Provokation zu geben. 300 v. Chr. sei er zum fünften Mal Konsul gewesen und habe die Aequer besiegt, ebenso im folgenden Jahr 299 v. Chr. als Suffektkonsul die Etrusker. Er sei hundert Jahre alt geworden.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Volkmann: Valerius A. I. 18. In: Der Kleine Pauly, Bd. 5 (1975), Sp. 1201–1202.
  • Hans Volkmann: Valerius 137). In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Zweite Reihe. Band 7.2: Marcus Tullius Cicero - Valerius (VII A,2). Stuttgart: Metzlersche Verlagsbuchhandlung, 1948, Sp. 2413-2418

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Titus Livius 7, 26; vergleiche: T. Robert S. Broughton: The Magistrates Of The Roman Republic. Vol. 1: 509 B.C. - 100 B.C.. Cleveland / Ohio: Case Western Reserve University Press, 1951. Unveränderter Nachdruck 1968. (Philological Monographs. Hrsg. von der American Philological Association. Bd. 15, Teil 1), S. 129f
  2. Marcus Tullius Cicero, Cato maior de senectute 60.