Max Hartmann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Max(imilian) Hartmann (* 7. Juli 1876 in Lauterecken bei Kusel; † 11. Oktober 1962 in Buchenbühl (heute Ortsteil von Weiler-Simmerberg)) war Zoologe und Naturphilosoph, Hochschullehrer und Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Biologie.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Nach der Lehrzeit in einer Forstakademie studierte er Zoologie und Naturwissenschaften an der Universität München, die ihn 1901 promovierte. Nach der Assistenzzeit am Zoologischen Institut der Universität Gießen im Jahre 1902 habilitierte er sich 1903 mit der Arbeit Die Fortpflanzungsweisen der Organismen. Danach wechselte er an das Berliner Institut für Infektionskrankheiten, aus dem später das Robert-Koch-Institut hervorging und wirkte dort ab 1909 als ordentlicher Professor. Ab 1914 war er Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Biologie in Berlin.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde er 1934 Honorarprofessor an der Universität Berlin. 1937 verunglückte sein Sohn Hans bei einer deutschen Nanga-Parbat-Expedition.[1] Seit 1939 war Hartmann Mitherausgeber der in jenem Jahr vom SS-Ahnenerbe übernommenen Zeitschrift Der Biologe.[1] [2]

Max Hartmann war bis 1955 an seinem Berliner Institut tätig, das nach dem Zweiten Weltkrieg seinen Namen in Max-Planck-Institut für Biologie änderte und 1944 seinen Sitz nach Hechingen und 1952 nach Tübingen verlegte.[3]

Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina nahm ihn 1932 als Mitglied auf. Hartmanns Arbeiten konzentrierten sich auf die methodologischen und erkenntnistheoretischen Grundlagen der Naturwissenschaften. Seine speziellen Arbeitsschwerpunkte bezogen sich auf Physiologie der Befruchtung und der Sexualität. Er prägte den Begriff Termone und Gamone für hormonähnliche Wirkstoffe der Gameten niederer Organismen.

Schriften[Bearbeiten]

  • Allgemeine Biologie, 1925.
  • Biologie und Philosophie, Berlin: Verlag von Julius Springer, 1925.
  • Philosophie der Naturwissenschaften, 1937.
  • Deutsche philosophisch-biologische Veröffentlichungen der Jahre 1939-1945, in: Philosophia Naturalis, Band 1 (1950), S. 132–139.
  • Deutsche philosophisch-biologische Veröffentlichungen vom Kriegsende bis Ende 1948, in: Philosophia Naturalis, Band 1 (1950), S. 285–298, .
  • Die Sexualität, 1943, 2., neubearb. Aufl. 1956.
  • Atomphysik, Biologie und Religion, 1947.
  • Die philosophischen Grundlagen der Naturwissenschaften, 1948.
  • Das Mechanismus-Vitalismus-Problem vom Standpunkt der kritischen Ontologie Nicolai Hartmanns, in Zeitschrift für philosophische Forschung, Band 3 (1948), H. 1, S. 36–49.
  • Die Philosophie der Natur Nicolai Hartmanns, in Naturwissenschaften, Band 28 (1951), n. 20, S. 468–472.
  • Die Erforschung des Lebendigen im 20. Jahrhundert. Einleitung zum 2. Abschnitt des Buches: „Biologen“. In: Forscher und Wissenschaftler im heutigen Europa. 2. Mediziner, Biologen, Anthropologen. Hgg. Hans Schwerte & Wilhelm Spengler. Reihe: Gestalter unserer Zeit Bd. 4. Stalling, Oldenburg 1955, S. 158–182. Über ihn im gleichen Werk siehe den folg. Abschnitt: Literatur; dort Bemerkung zu den Hgg.
  • Einführung in die allgemeine Biologie und ihre philosophischen Grund- und Grenzfragen, 1956, 2. Aufl. 1965.
  • Gesammelte Vorträge und Aufsätze, 1956.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, S. 229.
  2. Judith Gissing: Rassenhygiene und Schule im Dritten Reich.Kapitel 4:Die Zeitschrift „Der Biologe“ als Organ der NS-Biologie (PDF; 268 kB) Doktorarbeit an der Medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
  3. siehe Literatur NDB Helmut Dolezal: Max Hartmann