Medienkritik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Mittels Medienkritik verständigt sich eine Gesellschaft über ihre (Massen-)Medien, über deren Inhalte sowie deren Rezeption.

Erscheinungsformen[Bearbeiten]

Medienkritik gibt es seit dem 19. Jahrhundert als Kritik an der oberflächlichen Arbeitsweise von Journalisten. Als einer der berühmtesten Kritiker gilt der österreichische Schriftsteller Karl Kraus, der Erfinder des Grubenhunds. Mit dem Aufkommen der Massenmedien, insbesondere des Films, entstanden philosophische Formen der Medienkritik, die auch bereits die Produktionsbedingungen mit einbezogen. Enge Beziehungen gibt es im wissenschaftlichen Bereich zur Medientheorie. Im Medienjournalismus übernehmen die Medien durch ihre Akteure selbst diese Aufgabe. Inwiefern diese Selbstüberwachung gelingt, wird kontrovers diskutiert. Mit dem Aufkommen des Internets übt das Publikum verstärkt Medienkritik, etwa Weblogs.

Geschichte[Bearbeiten]

Medienkritik ist eng mit Gesellschaftskritik verbunden. In Deutschland begann mit der Studentenbewegung der 1960er Jahre die Kritik an der Bildzeitung (Anti-Springer-Kampagne). Viele sahen die Zeitung als mitschuldig an dem Attentat eines Arbeiters auf den Studentenführer Rudi Dutschke im Jahr 1968 an. Hans Magnus Enzensberger nannte das Fernsehen ein „Nullmedium“. Günter Wallraff arbeitete undercover bei Bild, um deren manipulierende, informationsverfälschende Praktiken aufzudecken. Heute übernehmen teilweise Kabarettisten wie etwa Dieter Hildebrandt, Georg Schramm oder auch Harald Schmidt, Oliver Kalkofe, Oliver Welke und satirische Zeitschriften wie Titanic Funktionen der Medienkritik.

In den USA ist Medienkritik traditionell stärker in der Gesellschaft verankert als in Europa. Einflussreich waren und sind insbesondere die Arbeiten von Noam Chomsky und Neil Postman. Bereits seit den 1960er-Jahren wurden in den Medien Ombudsleute installiert, die Medienkritik aus der Gesellschaft aufnehmen sollten. Es gibt Medienjournalisten mit ausgeprägtem Selbstverständnis. Im Internet waren die USA mit Online-Zeitschriften wie Salon.com und Slate.com ab 1995 bzw. 1996 Vorreiter für Medienkritik online.[1]

In Frankreich ist seit den 1990er-Jahren eine Verstärkung der Medienkritik zu beobachten. Dazu gehören u. a. die Gründung von Kollektiven wie Action critique médias (1996), das Buch Les nouveaus chiens de garde (Die neuen Wachhunde) von Serge Halimi, die medienkritische Zeitschrift Pour lire pas lu und die medienkritischen Dokumentarfilme von Pierre Carles.

Beziehung zur Medienkompetenz[Bearbeiten]

Nach Dieter Baacke zählt die Fähigkeit zu Medienkritik neben Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung zu den vier Aspekten der in der Mediengesellschaft notwendigen Medienkompetenz. Auch Bernd Schorb zählt zur Medienkompetenz die kritische Reflexivität, mit der Menschen die Vielfalt von Information und Unterhaltung bewerten.

Bekannte Medienkritik[Bearbeiten]

Wettbewerbe und Preise[Bearbeiten]

2012 zeichnet der Alternative Medienpreis erstmals einen Beitrag mit einem Sonderpreis in der Sparte Medienkritik aus.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Noam Chomsky, Edward S. Herman: Manufacturing Consent: The Political Economy of the Mass Media, Random House, 2008, ISBN 1847920705
  • Susanne Fengler, Media WWWatchdogs? Die Rolle von Blogs für die Medienkritik in den USA, in: Thorsten Quandt / Wolfgang Schweiger, Journalismus online – Partizipation oder Profession?, Wiesbaden 2008
  • Serge Halimi: Les Nouveaux Chiens de garde, 1997 ; aktualisierte Neuausgabe 2005. ISBN 2912107261
  • Dieter Ross: „Medienkritik“, in: Weischenberg u. a.: Handbuch der Medien, UVK, Konstanz 2005, S. 242-244. ISBN 3896694294
  • Kyung-Jin Choi: Medien-Selbstberichterstattung als Medienjournalismus. Selbstreferentielle Themen der Medienseiten in überregionalen Tages- und Wochenzeitungen, Münster: Lit-Verlag, 1999.
  • Sonja Ganguin, [1] (PDF; 231 kB) Medienkritik – Kernkompetenz unserer Mediengesellschaft. In: Ludwigsburger Beiträge zur Medienpädagogik. Nr. 6, 2004
  • Neil Postman: Amusing ourselves to death., deutsch: Wir amüsieren uns zu Tode: Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie., übersetzt von Reinhard Kaiser, Fischer, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-10-062407-6.
  • Bernward Wember: Wie informiert das Fernsehen? München List 1976, ISBN 3471791205 (EAN: 9783471791202 / 978-3471791202)
  • Bernward Wember: Objektiver Dokumentarfilm? – Modell einer Analyse. Colloquium Verlag Berlin 1972, ISBN 3767803232 (EAN: 9783767803237 / 978-3767803237)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Quelle: Susanne Fengler, 2006.
  2. s. Webseite beim Alternativen Medienpreis zum Sonderpreis Medienkritik