Michael Hirsch

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Michael Hirsch (* 1958 in München) ist ein deutscher Komponist und Schauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Michael Hirsch ist seit 1976 als Komponist tätig. Zunächst als Autodidakt schulte er seine kompositorische Arbeit bei Joseph Anton Riedl und Dieter Schnebel sowie als Schauspieler und Sprecher im Freyer Ensemble und bei den „Maulwerkern“.

Sein kompositorisches Oeuvre umfasst neben Instrumentalmusik, Musiktheater und Oper verschiedene grenzüberschreitende Mischformen mit Elementen von Sprachkomposition und Hörspiel. Seine Kompositionen wurden auf den Donaueschinger Musiktagen, den Wittener Tagen für neue Kammermusik, der musica viva des Bayerischen Rundfunks, dem XIII Cigle de música del segle XX, Barcelona, den Dresdner Tagen für zeitgenössische Musik, dem Ultraschall Festival Berlin, der MaerzMusik Berlin u.a. aufgeführt. Michael Hirsch wurde mit dem Kompositionsstipendium der Stadt München 1986, dem Elisabeth-Schneider-Preis für Komposition 2001, dem Busoni-Kompositionspreis 2005 sowie dem 2. Preis des Kompositionswettbewerbes des Landes Mecklenburg-Vorpommern 2007 ausgezeichnet. 2008 wurde Michael Hirsch für den deutschen Musikautorenpreis in der Kategorie „Musiktheater“ nominiert und erhielt ein Aufenthaltsstipendium für die Villa Serpentara in Olevano Romana.

Kompositorisches Schaffen[Bearbeiten]

In Michael Hirschs musikalischen Arbeiten bildet das „dramaturgische“ bzw. „performative“ Moment eine Konstante, die sich in unterschiedlichen Ausprägungen in fast allen seiner Kompositionen findet. „Ich würde den in der musikalischen Terminologie ja noch recht jungen Begriff ‚performativ’ so definieren“, schreibt Hirsch, „das er die Präsenz von vordergründig außermusikalisch-aktionistischen Elementen bezeichnet, die in ein Musikwerk szenisch-inszenatorische Momente einbringen. Mein seit meiner Kindheit bestehender Hang zur Oper ist sicherlich der Grund für eine starke Beschäftigung mit dem Musiktheater. Aber während sich im Musiktheater das Element des ‚Performativen’ von selbst versteht, ist auch in einigen meiner Stücke, die nicht vordergründig dem Musiktheater angehören, die Tendenz zu musikalisch-szenischen Mischformen vorhanden. Einige Stücke haben einen ausgesprochenen Performance-Charakter, die meisten aber sind Kammermusik mit gelegentlichen performativen Irritationen, oder einer quasi-szenischen Grundkonstellation.“

Den wichtigsten Arbeitsschwerpunkt der letzten Jahre bildet für Michael Hirsch die Komposition für Oper und Musiktheater: Im Mai 2000 wurde seine abendfüllende Oper „Das stille Zimmer“ als Auftragswerk des Theater Bielefeld uraufgeführt. 2003/4 entstand für die „Dresdner Tage für zeitgenössische Musik“ die Kurzoper „La Didone abbandonata“. 2005 wurden das Musiktheater „Schatten“ im Auftrag der „Musica Viva“ München sowie die Kammeroper „Eines schönen Tages“ im Auftrag der Staatsoper Hannover uraufgeführt. 2007 komponierte er für die Staatsoper in Stuttgart die U-Bahn-Oper „Stationendrama“. Vor allem aber beschäftigt sich Michael Hirsch seit 2005 mit einem abendfüllenden Opernprojekt über „Celestina“ aus Fernando de Rojas Lesedrama „La tragicomedia de Calisto y Melibea“ aus dem Jahr 1499. Als Vorstudien hat Michael Hirsch bereits die Kammeropern „Die Klage des Pleberio“ (UA Berlin 2005), „Celestina im Gespräch mit sich selbst“ (UA Dresden 2006) und „Tragicomedia“ (UA Stuttgart 2009) geschrieben.

Werkliste (Auswahl)[Bearbeiten]

Solowerke[Bearbeiten]

  • Lieder nach Texten aus dem täglichen Leben für Sprecher (1992)
  • Bastard für Klavier (1997)
  • Monolog für Piccolo-Flöte (2000)
  • Monolog für Klavier (2001)
  • Bastard II (La Didone) für Klavier (2004)'

Kammermusik[Bearbeiten]

  • Hirngespinste für Akkordeon und Sprecher (1996)
  • Passagen/Szenen für Flöte, Klarinette, Klavier, Violine, Viola, Violoncello (1997)
  • Trio 1 für Klarinette, Violine und Violoncello (1999)
  • Trio 2 für Flöte, Klavier und Schlagzeug (2001)
  • Das Konvolut, Vol. 1 für Sängerin, Piccolo-Flöte, Klarinette, Tuba, Große Trommel, Streichtrio und 3 Zuspiel-CDs (2001)
  • Prosa für Klavier und Akkordeon (2006)
  • mit einem gewissen Pathos für Akkordeon, Klavier und 2 Theremine (2007)
  • aufgestaut, angespannt, abgebrüht für Flöte, Marimbaphon und Klavier (2008)
  • Streichquartett (2008)
  • Diskant für Piccoloflöte, Es-Klarinette, Klavier und Glockenspiel (2009)

Ensemble- und Orchestermusik[Bearbeiten]

  • Chronik in Augenblicken für Ensemble (2001)
  • Worte Steine für Bariton, Chor und Orchester (2007-9)

Musiktheater[Bearbeiten]

  • Das stille Zimmer. Oper nach Texten von Ernst Herbeck (1998/9)
  • La Didone abbandonata. Kurzoper nach Pietro Metastasios Didone abbandonata für 2 Sänger und Ensemble (2004)
  • Eines schönen Tages. Hotel-Oper in 13 Szenen (2005)
  • Die Klage des Pleberio. Kurzoper nach Fernando de Rojas für Bariton und Ensemble (2005)
  • Celestina im Gespräch mit sich selbst. Kurzoper nach Fernando de Rojas für Tenor und Ensemble (2006)
  • Stationendrama. U-Bahn-Oper für 3 Solisten, 1 Schauspieler, Statisterie und Kleines Ensemble (2007)
  • Tragicomedia. Kurzoper nach Fernando de Rojas für Sechs Stimmen (2008)

CDs[Bearbeiten]

  • Hirngespinste. Auf „Edition Musik in Deutschland 1950-2000: Jenseits des Gesangs“ (RCA Red Seal)
  • Rezitativ und Arie. Auf „touch! Don’t touch! – music for theremin“ (WERGO, WER 6679 2)
  • Passagen/Szenen. Auf: 11. und 12. Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik 1997/98 - Dokumentations-CD (Sächsische Tonträger, LC 09930)

Links[Bearbeiten]