Miko

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Miko (Begriffsklärung) aufgeführt.
Miko im Kasuga-Taisha
Zwei Miko folgen zwei Shintō-Priestern zu den Vorbereitungen einer Hochzeit im Meiji-Schrein in Tokio.
Ritueller Tanz einer Miko im Meiji-Schrein

Miko (jap. 巫女, auch Fujo oder Kannagi gelesen) sind Frauen oft jungen Alters, die meist in Shintō-Schreinen arbeiten und dabei sowohl religiöse als auch praktische Tätigkeiten verrichten.

Die Tradition der Miko geht zurück bis in die älteste Geschichte Japans. Ursprünglich war Miko (神子, wörtlich: Gotteskind) die Bezeichnung für Frauen, die sich in Trance versetzten und Prophezeiungen aussprachen oder für die Götter Sprachrohr waren.

Im Schrein-Shintō waren Miko ursprünglich als Hauptpriesterinnen beteiligt. Die Ende des 7. und Anfang des 8. Jahrhunderts einsetzende Organisierung der Schreine ließ sie diese Stellung allerdings größtenteils verlieren.

Von dieser Zeit an engte man die Bedeutung des Wortes für junge weibliche Mitarbeiter in Shintō-Schreinen oder Tempeln ein. Oftmals handelte es sich dabei um die Tochter oder Töchter des jeweils vorsitzenden Priesters. Die Rolle der Miko der damaligen Zeit bestand hauptsächlich aus Aufführungen zeremonieller Tänze (miko-mai) sowie der Assistenz des Priesters bei diversen anderen Zeremonien, insbesondere bei Hochzeiten.

Seit der Moderne sind Miko heutzutage meist Teilzeitangestellte oder Freiwillige, die aber dieselben Pflichten wie ursprünglich übernehmen, darüber hinaus aber sich auch oft als Verkäuferinnen der Ema, Omikuji und sonstiger in Shintō-Schreinen erhältlichen religiöser Gegenstände und Reliquien betätigen.

Das Amt einer Miko ist traditionellerweise daran geknüpft, dass sie Junggesellin bleibt. Meist verlässt eine Miko den Schrein, an dem sie arbeitet und gibt ihre Stelle dort auf, wenn sie heiratet.

Die traditionelle Kleidung der Miko ist ein Chihaya, bestehend aus einem scharlachroten Hakama, entweder als Hose oder als Rock; einem weißen Kimono-Hemd mit weitschweifigen Ärmeln und oft roten Säumen; sowie Tabi. Darüber hinaus ist es auch üblich für eine Miko, Schleifen oder andere Ornamente im Haupthaar zu tragen, meist in rot oder weiß.

Miko sind ein beliebtes Thema in der japanischen Populärkultur, wie Filmen, Anime, Manga, Computerspielen, usw.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Haruko Okano: Die Stellung der Frau im Shintô. Eine religionsphänomenologische und -soziologische Untersuchung. Wiesbaden 1976, ISBN 3-447-01747-3

Weblinks[Bearbeiten]