Marschmusik

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140. Jahrestag der Erstürmung der Düppeler Schanzen, Militärparade durch das dänische Sønderborg mit einer Kapelle vorneweg

Ein Marsch (italienisch marcia, französisch marche, von lateinisch marcare, „hämmernd schreiten“) ist ein Musikstück, dessen Zweck darin besteht, die Bewegung einer größeren Menschenmenge zu begleiten und beim Marschieren zu regeln. Marschmusik meint die entsprechende Musikgattung. Sie ist mit den Schreittänzen wie Intrada, Pavane und Polonaise verwandt.

Entwicklung[Bearbeiten]

Festliche Aufzüge wurden schon im Altertum mit Musik begleitet; eine höhere künstlerische Gestaltung erhielt der Marsch in der griechischen Tragödie, wo der Chor in gemessener Bewegung auftrat und ebenso abtrat, freilich nicht mit Instrumentalbegleitung, sondern singend.

Der Militärmarsch wird gelegentlich unzutreffend auf den Dreißigjährigen Krieg zurückgeführt. Die Trommeln, Pauken, Trompeten und Schweizerpfeifen waren schon zu Anfang des 16. Jahrhunderts in Gebrauch, wenn ein Fürst in eine Stadt einritt oder in das Feld zog (Sebastian Virdung); auch spätmittelalterliche Prozessionsgesänge sowie Kreuzfahrer- und Landsknechtslieder bilden die Vorläufer des modernen Marsches.

Die Form des Marsches, wie er als Kunstmusik zuerst in Opern (Jean-Baptiste Lully) und dann als Klavierstück (François Couperin) zu finden ist, ist die der alten Tanzformen (zwei 8- bis 16-taktige Reprisen).

Formen[Bearbeiten]

Die Marschmusik ist in geradem (zweiteiligem) Takt gehalten. Der heutige Marsch ist in der Regel in zweiteiliger Liedform ausgeführt und enthält neben diesem „Hauptsatz“ ein eher melodiös gehaltenes „Trio“, oft in anderer Tonart (der Subdominante). Die Militärmärsche sind entweder Parademärsche (Pas ordinaires), Geschwindmärsche (Pas redoublés, Quick march) oder Sturmmärsche (Pas de charge).

Aus der Zahl der für besondere Zwecke und Gelegenheiten bestimmten Märsche (Festmärsche, Huldigungsmärsche, kirchliche Märsche; fast nur auf der Bühne bei Aufzügen etc.) hebt sich als besonders charakteristisch der Trauermarsch (Marcia funebre) heraus. Daneben existieren auch Lieder in Marschform, die auch instrumental als Promenadenmarsch dargeboten werden.

Beispiele[Bearbeiten]

Priestermärsche
Trauermärsche
Hochzeitsmärsche
Andere Märsche klassischer Komponisten
Weitere Beispiele

Bekannte militärische Marschmusik[Bearbeiten]

Militärmarsch und Konzertmarsch, namentlich Jubel- und Triumphmarsch, können nicht strikt unterschieden werden. Im Artikel Militärmusik werden sogar sämtliche Arrangements für Militärorchester als Militärmusik vereinnahmt. Das Beispiel When the Saints Go Marching In führt diese Sichtweise ad absurdum.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Marsch. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 11, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien 1885–1892, S. 284.
  • Brockhaus Riemann Musiklexikon. München 1979.
  • Vorschriften H.Dv. 34, M.Dv. Nr. 43, Verzeichnis „Deutsche Heeresmärsche“, 1933

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Märsche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien