Mogami-Klasse

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Mogami-Klasse
Mogami running trials in 1935.jpg
Übersicht
Typ: Schwerer Kreuzer
Einheiten: 4
Vorgängerklasse: Takao-Klasse
Nachfolgerklasse: Tone-Klasse
Technische Daten
(ursprüngliche Planung)
Verdrängung: Entwurf: 8.500 tn. l. (Standardverdrängung)[1]
Länge: über alles: 200,6 m
Breite: 18 m
Tiefgang: Entwurf: 5,5 m
Geschwindigkeit: Spitze: 37 kn
Besatzung: 850 Mann Stammbesatzung
Reichweite: 8.000 Seemeilen bei 14 Knoten
Antrieb: 4 Schrauben über 4 Wellen

Die Mogami-Klasse (jap. 最上型重巡洋艦) war eine Klasse von vier Kreuzern des japanischen Kaiserreiches, die, offiziell als Leichte Kreuzer[A 1] unter den Beschränkungen des Flottenvertrages von 1930 bezeichnet, von Anfang an mit denselben Spezifikationen wie Schwere Kreuzer[A 2] geplant waren. Die Schiffe der Klasse wurde im Pazifikkrieg eingesetzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Entwurf und Bau[Bearbeiten]

Der Kreuzer Kumano mit Drillingstürmen

Als Folge der Flottenkonferenz in London im Jahr 1930 wurde Japan eine Beschränkung beim Bau von Schweren Kreuzern auferlegt. Die Grenze, die einen Schweren Kreuzer von einem Leichten Kreuzer unterschied, war einzig das Kaliber der Hauptbewaffnung. Bei einem Kaliber von über 15,5 cm sprach man von einem Schweren, bis 15,5 cm von einem Leichten Kreuzer.

Durch den laufenden massiven Ausbau seiner Schweren Kreuzerflotte hatte Japan keinen Spielraum mehr, weitere Schiffe dieses Typs bauen zu lassen, da die Gesamttonnage, die Japan für Schwere Kreuzer im Vertragswerk vom April 1930 zugestanden wurde, bereits ausgeschöpft war. Der Bau der eigentlich vorgesehenen Schiffe der „Verbesserten Takao-Klasse“, eine Klasse Schwerer Kreuzer, musste so als Folge der Verträge aufgegeben werden. Um trotzdem weitere Schwere Kreuzer bauen zu können, nutzte man aus, dass das Vertragswerk von London den Ersatz verschiedener Leichter Kreuzer durch Neubauten zuließ, die für sich genommen 10.000 tn.l. nicht überschritten.

Planung[Bearbeiten]

Zunächst änderte Japan sein eigenes Klassifizierungssystem für Kreuzer vom 30. Mai 1931 an entsprechend. Bis da hin waren die Schiffe nach der Tonnage in „A-Klasse“ über 7.000 Tonnen für schwere und „B-Klasse“ unter 7.000 Tonnen für leichte Kreuzer klassifiziert worden. Nach der neuen Definition unterschieden sich A- und B-Klasse nur noch durch das Kaliber. Bis einschließlich 15,5 cm sprach man nun, unabhängig von der Verdrängung, von „B-Klasse“-Kreuzern. Der Auftrag zum Bau der ersten Schiffe der Mogami-Klasse erging im Ende 1931 – mit einer Wasserverdrängung von 8.500 Tonnen.[A 3]

Die japanischen Konstrukteure wurden angewiesen, den Schiffstyp mit fünf Türmen mit je drei 15,5 cm/60-Jahr-3-Schiffsgeschützen zu entwickeln. So wurde der Schein eines Leichten Kreuzers zunächst gewahrt. Dennoch sahen die Anforderungen der Marine an die Konstrukteure von Anfang an vor, dass 20-cm/60-Jahr-3-Geschütze als Ersatz für die 15,5-cm-Waffen verwendet werden konnten, wenn es nötig sein sollte. Die Aufgaben, welche die Marine den Entwicklern der Mogami-Klasse für die Schiffe im späteren Einsatz vorgab, waren identisch mit denen der „A-Klasse“-Kreuzer.[2]

Die anderen Eigenschaften der bisherigen Schweren Kreuzer, wie Geschwindigkeit, Panzerung und eine schwere Torpedobewaffnung, wurde nahezu komplett beibehalten. So erhielten die Schiffe je vier Drillingstorpedorohrsätze, eine schwere Panzerung, die dem Beschuss mit 20-cm-Granaten standhalten sollte, und neue Turbinen, die Geschwindigkeiten von 37 Knoten erlauben sollten.

Die offiziell zunächst geforderte und verlautbarte Verdrängung von 8.500 Tonnen war unter diesen Bedingungen nicht einzuhalten. Zwar versuchte man, das Gewicht durch neue Verarbeitungstechniken wie elektrisches Schweißen zu verringern, aber 9.500 Tonnen wurden als realistische Planungsgrundlage betrachtet.[2]

Verdrängung[Bearbeiten]

Die Wasserverdrängung stieg durch die Umbauten an, so dass für verschiedene Ladungszustände die Verdrängung von Juli 1935 deutlich niedriger war als die von 1940 nach den Umbauten der Schiffe:

  • leicht: 10.379 t[3] auf 11.655 t[4]
  • Erprobung: 12.981 t auf 14.146 t
  • maximal: 13.980 t auf 15.091 t

Nachbesserungen und Folgen[Bearbeiten]

Lastigkeit und Taifun[Bearbeiten]

Ähnlich den Vorgängerklassen war auch der Entwurf zur Mogami-Klasse an die Grenzen des Umsetzbaren gegangen, so dass wieder eine enorme Topplastigkeit auftrat und sich strukturelle Schwächen des Rumpfes und der neuen, zur Gewichtsersparnis aus Leichtmetall gefertigten, Aufbauten zeigten. Die beiden letzten Schiffe der Klasse, Suzuya und Kumano, wurden noch vor der Übergabe an die Marine modifiziert. Sie erhielten einen kleineren Brückenaufbau und einen um 2 Meter breiteren Rumpf, um diese Probleme zu beheben.

Die ersten beiden Schiffe, Mogami und Mikuma, mussten dagegen ein Jahr nach ihrer Fertigstellung zunächst wieder außer Dienst gestellt werden, um sie entsprechend nachzurüsten und Schwachstellen, die durch unsachgemäße Schweißarbeiten entstanden waren, ausbessern zu lassen. Die Mogami hatte in einem Taifun am 21. September 1935 schwere Schäden davongetragen, und das zu Testzwecken veranstaltete Schießen der Hauptartillerie hatte so starke Erschütterungen erzeugt, dass an einigen Stellen Schäden am Schiffskörper aufgetreten waren.[5] Die Barbetten, die unterhalb der Türme die Stützstruktur bildeten, wurden verlängert, um den Rückstoß der Geschütze zum Teil innerhalb ihrer zylindrischen Struktur abzufangen und ihn nicht, wie vorher, direkt auf den Schiffskörper wirken zu lassen. Der Umbau von 1936 bis 1938 erhöhte das Gewicht um weitere 1.120 Tonnen.[6]

Folgen[Bearbeiten]

Die Daten, die über die Mogami-Klasse bekannt wurden, lösten ein Wettrüsten bei den leichten Kreuzertypen aus und waren verantwortlich für den Bau der amerikanischen Brooklyn-Klasse und der britischen Town-Klasse.[7]

Als sich 1939 die Wahrscheinlichkeit eines Krieges zu erhöhen begann, wurden die 15,5-cm-Drillingstürme aller vier Kreuzer schließlich durch 20,3-cm-Zwillingstürme ersetzt.

Schiffe der Mogami-Klasse[Bearbeiten]

Obwohl später auch offiziell als Schwere Kreuzer klassifiziert, erhielten die Schiffe die Namen von Flüssen, während die übrigen Schweren Kreuzer die Namen von Bergen trugen.

Mogami[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mogami (1935)

Die Mogami wurde im Oktober 1931 in Kure auf Kiel gelegt und lief im März 1934 vom Stapel. Nach einem umfassenden Werftaufenthalt versah sie ab 1940 ihren regulären Dienst und nahm ab Dezember 1941 an verschiedenen Operationen während des Pazifikkrieges teil. So war sie Anfang 1942 an der Schlacht in der Sundastraße beteiligt und im August 1942 an der Attacke im Indischen Ozean. Sie wurde am 25. Oktober 1944 bei der Schlacht in der Surigao-Straße durch eine Kollision schwer beschädigt und erlitt auf dem Rückmarsch durch Fliegerbomben weiteren Schaden, so dass sie aufgegeben werden musste.

Mikuma[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mikuma (1935)

Die Mikuma wurde im Dezember 1931 in Nagasaki auf Kiel gelegt und lief im Mai 1934 vom Stapel. Nach kurzer Dienstzeit musste sie zu umfassenden Nachbesserungsarbeiten in die Werft und wurde erst kurz vor Beginn des Pazifikkrieges fertiggestellt. Sie war zu Beginn des Jahres 1942 an der Schlacht in der Sundastraße beteiligt und gehörte später zu den Verbänden, die im Juni 1942 in der Schlacht um Midway kämpften. Beschädigt durch eine Kollision mit der Mogami, wurde die Mikuma zum Ziel amerikanischer Trägerflugzeuge und musste nach mehreren Bombentreffern und Feuern an Bord am 6. Juni aufgegeben werden.

Suzuya[Bearbeiten]

Hauptartikel: Suzuya (1937)

Die Suzuya wurde im Dezember 1933 in Yokosuka auf Kiel gelegt und lief im November 1934 vom Stapel. Sie nahm an zahlreichen Operationen im Pazifikkrieg teil, wie im Dezember 1941 bei der Jagd nach der Force Z und im November 1942 bei der Beschießung des amerikanischen Flugfeldes auf Guadalcanal. Während der Schlacht von Leyte im Oktober 1944 wurde sie von Fliegerbomben schwer beschädigt und musste nach der Explosion eines ihrer Torpedorohrsätze am 25. Oktober aufgegeben werden.

Kumano[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kumano (1937)

Die Kumano wurde im April 1934 in Kōbe auf Kiel gelegt und lief im Oktober 1936 vom Stapel. Sie nahm an zahlreichen Operationen im Pazifikkrieg teil und überlebte länger als ihre drei Schwesterschiffe. Im September 1942 und im Juli 1943 wurde sie im Zuge der Schlachten um die Salomonen durch Fliegerbomben leicht beschädigt. In der Schlacht von Leyte im Oktober 1944 wurde sie am Bug von einem Torpedo getroffen, am nächsten Tag von Fliegerbomben beschädigt und einige Tage später von zwei weiteren Torpedos getroffen. Sie musste anschließend zur Reparatur nach Santa Cruz auf Luzon verlegt werden. Dort wurde sie am 25. November 1944 von Trägerflugzeugen angegriffen und versenkt.

Belege und Verweise[Bearbeiten]

Bemerkungen[Bearbeiten]

  1. Kreuzer der „B-Klasse“ in der japanischen Marineterminologie ab 30. Mai 1931.
  2. Kreuzer der „A-Klasse“ in der japanischen Marineterminologie ab 30. Mai 1931.
  3. so wurde nach Japanese Cruisers of the Pacific War. S. 434 der Bau von vier Schiffen der Klasse möglich und zwei weiteren mit je 8.450 Tonnen, ohne die zugestandene Gesamttonnage für Ersatzbauten von 50.955 Tonnen zu überschreiten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eric LaCroix, Linton Wells: Japanese Cruisers of the Pacific War. US Naval Institute Press, 1997, ISBN 0-87021-311-3.
  • Mogami-Klasse. Gakken Pacific War Series, Nummer 38, Gakken, Tokyo, 2002, ISBN 405602880X.
  • Japanese Cruisers. Ships of the World. Band 441, Kizu T., Tokyo 1991.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mogami-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Eric LaCroix, Linton Wells: Japanese Cruisers of the Pacific War. S. 809.
  2. a b Eric LaCroix, Linton Wells: Japanese Cruisers of the Pacific War. S. 437.
  3. für „Mogami“ im Juli 1935 nach Japanese Cruisers of the Pacific War. S. 451.
  4. für März 1940 nach Japanese Cruisers of the Pacific War. S. 451.
  5. David C. Evans, Mark R. Peattie: Kaigun: Strategy, Tactics and Technology in the Imperial Japanese Navy, 1887–1941. US Naval Institute Press, 2003, ISBN 0870211927, S. 239, 244.
  6. Eric LaCroix, Linton Wells: Japanese Cruisers of the Pacific War. S. 449.
  7. Potter, Elmar B./Chester W. Nimitz: Seemacht – von der Antike bis zur Gegenwart. Bernard & Graefe, München 1974, ISBN 3-7637-5112-2, S. 461.