Piet Mondrian

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

(Weitergeleitet von Mondrian)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Maler Piet Mondriaan

Piet Mondrian (eigentlich Pieter Cornelis Mondriaan; * 7. März 1872 in Amersfoort, Niederlande; † 1. Februar 1944 in New York City, USA) war ein niederländischer Maler der Klassischen Moderne. Mondrian gehört zu den Begründern der abstrakten Malerei, er ist Hauptmeister der niederländischen Konstruktivisten und begann als Künstler unter dem Einfluss von Vincent van Gogh und den Fauves.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Mondrians Geburtshaus

Mondrian wurde am 7. März 1872 in Amersfoort geboren. Der Vater war ein strenger Calvinist, der seine moralischen Ansichten unerbittlich vertrat. Piet Mondrian wollte zunächst Zeichenlehrer werden und erwarb sich die hierfür nötigen zwei Zeichenlehrerdiplome für Höhere Schulen 1892, bevor er im November des gleichen Jahres an die „Rijksakademie van Beeldende Kunsten“ sein Studium begann, das er bis 1897 fortführte. Bis 1908 machte er jährliche Reisen nach Domburg. 1909 trat Mondrian in Amsterdam der Theosophischen Gesellschaft bei, wie auch die Auseinandersetzung mit der Theosophie sein Schaffen beeinflusste. 1912 kam er nach Paris und kam durch Johan Theodoor Conrad-Kickert mit dem Kubismus in Berührung und schloss sich diesem gleich nach Ankunft an, wobei er sich am Kubismus von Georges Braque und Pablo Picasso, weniger an Fernand Léger und Robert Delaunay orientierte.

Im Juli 1914 ging er zurück in die Niederlande und fertigte mehrere Zeichnungen an, in denen er den Rhythmus des Meeres, ein Thema, das ihn seit 1909 begleitete, zu interpretieren versucht. 1916 machte Mondrian Bekanntschaft mit Bart van der Leck, mit dem er im darauffolgenden Jahr gemeinsam mit Theo van Doesburg die Künstlergruppe De Stijl gründete und begann in der gleichnamigen Zeitschrift einen größeren Aufsatz über „Die neue Plastik in der Malerei“. In den kommenden drei Jahrgängen der Zeitschrift trat er sowohl durch den Umfang seiner Texte, als auch durch seinen Einsatz als wichtigster Mitarbeiter in Erscheinung. Mondrian war es durch seinen Aufsatz als erstem gelungen, und dies ab 1913, an einer Entwicklung einer neuen plastischen Ausdrucksweise zu arbeiten und dies „durch eine Weiterführung des Kubismus zur Verwirklichung“ einer „neuen Plastik in der Malerei.“[1]

1919 kehrte er nach Paris zurück und bezog ein Atelier auf der Rue du Départ, mit einem großen Atelierfenster nach Südosten in Richtung auf die Bahnanlagen der Gare Montparnasse, wo er bis 1936 lebte und arbeitete. 1938, mit den ersten Anzeichen eines kommenden Krieges, reiste er am 21, September desselben Jahres nach London und bezog eine Wohnung auf der Park Hill Road in Hampstead. Im Oktober 1940 emigrierte Mondrian in die USA, schloss sich in New York mit Künstlern der abstrakten Kunst zusammen und publizierte Aufsätze über den Neoplastizismus. Er starb 1944 an einer Lungenentzündung in New York.

[Bearbeiten] Werk

Das Werk Neoplasticisme

Mondrians berühmte Bilder sind durch ihre starken Abstraktionen gekennzeichnet. Hauptmotiv sind rechteckige Farbflächen in den Grundfarben Rot, Blau und Gelb, sowie deren jeweiligen Mischergebnissen Weiß, und Schwarz als schwarze Linien. Die abstrakte Malerei wurde schnell zum Hauptmerkmal einer von ihm selbst als Neoplastizismus bezeichneten Stilrichtung – jener plastischen Ausdrucksweise, die er entscheidend prägte. Zu Beginn seiner Karriere, in den Jahren, in denen er bis 1909 jährlich in Domberg verbrachte, malte Mondrian noch impressionistisch beeinflusste Bilder seiner niederländischen Heimat, später neoimpressionistische, bevor er nach der Jahrhundertwende zunehmend die gegenständliche Malerei hinter sich ließ.

Einige seiner Werke wurden postum auf der documenta 1 (1955), der documenta II (1959) und der documenta III im Jahr 1964 in Kassel gezeigt.

Eine Lichtinstallation Dan Flavins: „greens crossing greens (to Piet Mondrian who lacked green)“ ist Mondrian gewidmet, der nicht nur Grün, sondern auch die anderen Komplementärfarben Violett und Orange mied. Yves Saint Laurent ließ sich von Mondrian zu einer Kollektion inspirieren.

[Bearbeiten] Ausstellungen

  • Mondrian – vom Abbild zum Bild. Museum Ludwig, Köln, 14. Dezember 2007 bis 30. März 2008

[Bearbeiten] Bibliografie

[Bearbeiten] Schriften von Piet Mondrian

  • Neue Gestaltung, Neoplastizismus, Nieuwe Beelding. Neuauflage Gebr. Mann, Berlin 1998, ISBN 3-7861-1472-2

[Bearbeiten] Literatur

  • Michel Seuphor: Piet Mondrian. Leben und Werk, Köln 1957, Verlag M. DuMont Schauberg
  • Hans Locher: Piet Mondrian. Farbe, Struktur und Symbolik Bern-Berlin 1994, Verlag Gachnang & Springer; ISBN 3-906127-40-0
  • Susanne Deicher: Mondrian. Taschen Verlag, 2001, ISBN 3-8228-0928-4
  • Delia Ciuha: Mondrian + Malewitsch - in der Mitte der Ausstellung; Ausstellungskatalog der Fondation Beyeler mit einem Essay von Markus Brüderlin, Edition Minerva, Wolfratshausen, 2003 ISBN 3-932353-84-6
  • Britta Grigull: Piet Mondrian. Das kubistische Werk in neuem Licht . Kudwig, Kiel 2005, ISBN 3-937719-11-3
  • Hans Janssen: Piet Mondrian. Prestel, 2005, ISBN 3-7913-3361-5

[Bearbeiten] Zitat

Was will ich in meinem Werk ausdrücken? Schönheit auf der ganzen Linie und Harmonie durch das Gleichgewicht der Beziehungen zwischen Linien, Farben und Flächen zu erreichen. Aber nur auf die klarste und stärkste Weise.

Piet Mondrian

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Piet Mondriaan – Bilder, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Michel Seuphor: Piet Mondrian. Leben und Werk, Verlag M. DuMont Schauberg, Köln 1957, S. 137

Persönliche Werkzeuge