Morpholino

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Morpholino Monomer.

Morpholino Oligos oder kurz Morpholinos sind Nukleinsäure-Analoga, die als Werkzeuge in der Molekularbiologie verwendet werden, um einen Knockdown von Genen zu erzielen. Die synthetischen Moleküle, die durch strukturell veränderte Nukleinsäure-Bausteine synthetisiert werden, werden auch als PMOs (phosphorodiamidate morpholino oligo) bezeichnet. Sie werden in antisense-RNA-Experimenten eingesetzt und hemmen durch die Bindung an die komplementäre mRNA entweder die Translation oder das Splicing der prä-mRNA und damit die Bildung eines Proteins.

Ihre Wirkungsweise ist also vergleichbar den siRNAs, jedoch besitzen Morpholinos eine höhere Stabilität und damit längere Halbwertszeit, da sie keine RNase-Substrate darstellen und daher weniger schnell abgebaut werden als antisense-RNA. Nachteil ist jedoch, dass eine Transfektion der Morpholinos schwierig ist, daher wird meist auf Injektion zurückgegriffen. Vor allem im Zebrafisch-Modellsystem werden Morpholinos häufig eingesetzt, um die Funktion von Genen in der frühen Embryonalentwicklung zu analysieren.

Die synthetischen Oligos wurden 1997 von James E. Summerton (Gene Tools, LLC) und Dwight D. Weller (AVI BioPharma Inc.) entwickelt.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. James E. Summerton, Dwight D. Weller: Morpholino antisense oligomers. Design, preparation, and properties. In: Antisense Nucleic Acid Drug Development, Jg. 7 (1997), Heft 3, S. 187–195, ISSN 1087-2906. PMID 9212909.