Mundspatel

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Als Mundspatel, auch Abstrichspatel, bezeichnet man meist ein Blättchen aus Holz, mit welchem man die Zunge eines Patienten nach unten drückt, um besser in den Hals-Rachenraum blicken zu können.[1] Dieser ist normalerweise für den einmaligen Gebrauch vorgesehen; es gibt aber auch Plastikmodelle und Ausführungen für chirurgische Zwecke. Der Mundspatel wird als Medizinprodukt nach Richtlinie 93/42/EWG klassifiziert.[2] Zudem gibt es sterile Ausführungen, die per ETO-Gas sterilisiert werden.[3] Die Standardlänge beträgt 15 cm.[3]

Metall- und Holzmundspatel

Der größte Nachteil solider Mundspatel liegt in der Anwendung, wenn hierdurch kleine krankhafte Veränderungen im Untersuchungsbereich abgedeckt und so nicht wahrgenommen werden. Durch die Verwendung von Mundspateln mit Durchbrucharbeiten lässt sich dieser Mangel teilweise ausgleichen.

Optisch erinnert der Mundspatel an einen etwas breiteren Eisstiel. Holzspatel werden auch für andere Zwecke eingesetzt, so zum Basteln, zum Auftragen von Chemikalien beim Friseur und als Schiene in der Tiermedizin.

Abstrichspatel nach Ayre haben eine andere Form und werden in der Gynäkologie verwendet.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Carl Emmert: Lehrbuch der Chirurgie: Lehrbuch der allgemeinen Chirurgie. Franckh, 1850, S. 74 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2.  Dietmar Kirchberg: Das Medizinproduktegesetz: Was Pflegende wissen müssen. Schlütersche, 2003, ISBN 387706878-2, S. 32 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. a b Rotilabo®: Lactan GmbH & Co KG - Laborkatalog - Rotilabo®-Mundspatel, abgerufen am 21. Mai 2014
  4. Leica Biosystems: Spatel für Zervikalabstriche, abgerufen am 21. Mai 2014